{"id":23747,"date":"2026-07-08T16:25:15","date_gmt":"2026-07-08T14:25:15","guid":{"rendered":"https:\/\/factorialhr.com\/blog\/?p=23747"},"modified":"2026-07-09T08:46:42","modified_gmt":"2026-07-09T06:46:42","slug":"bem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem\/","title":{"rendered":"Was ist Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Betriebliches Eingliederungsmanagement<\/strong> ist ein Verfahren, das der Wiedereingliederung l\u00e4nger erkrankter Besch\u00e4ftigter dient. Angenommen, eine Ihrer Fachkr\u00e4fte war in den vergangenen Monaten wiederholt und auch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit arbeitsunf\u00e4hig. Die Fehlzeiten summieren sich. Sobald sie innerhalb von zw\u00f6lf Monaten die Schwelle von sechs Wochen \u00fcberschreiten, greift eine gesetzliche Pflicht.<\/p>\n<div class=\"wichtige-fakten\">\n<h2 id=\"wichtige-fakten-zum-betrieblichen-eingliederungsmanagement-bem\">Wichtige Fakten<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Was ist BEM?<\/strong> Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7 167 Abs. 2 SGB IX, das Unternehmen verpflichtet, Besch\u00e4ftigten nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunf\u00e4higkeit innerhalb von zw\u00f6lf Monaten aktiv Unterst\u00fctzung bei der R\u00fcckkehr an den Arbeitsplatz anzubieten.<\/li>\n<li><strong>Verbreitung:<\/strong> Laut der <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Themen\/Monitoring-Evaluation\/Zahlen-Daten-Fakten\/BIBB-BAuA\/BIBB-BAuA-2024\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BIBB\/BAuA-Erwerbst\u00e4tigenbefragung 2024<\/a> ist die Verbreitung des BEM auf 52 Prozent gestiegen. Dennoch erh\u00e4lt weiterhin rund die H\u00e4lfte aller anspruchsberechtigten Besch\u00e4ftigten kein entsprechendes Angebot, wie die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berichtet.<\/li>\n<li><strong>Krankenstand:<\/strong> Der Krankenstand in Deutschland lag <a href=\"https:\/\/www.iges.com\/ergebnisse\/projekte\/2026\/krankenstand-2025\/index_ger.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2025 erneut bei 5,4 Prozent<\/a>. Psychisch bedingte Fehltage stiegen dabei um 6,9 Prozent.<\/li>\n<li><strong>Rechtliche Konsequenz:<\/strong> Wer als Arbeitgeber kein BEM anbietet, tr\u00e4gt im K\u00fcndigungsschutzprozess die volle Beweislast daf\u00fcr, dass auch ein ordnungsgem\u00e4\u00dfes BEM-Verfahren keine milderen Mittel als die K\u00fcndigung ergeben h\u00e4tte, wie das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) ausdr\u00fccklich betont.<\/li>\n<\/ul>\n<p>time<div class=\"factorial-banner inline-banner banner-other category-mitarbeitergesundheit\"\n    data-banner-id=\"169813\"\n    data-banner-type=\"other\"\n    data-category=\"Mitarbeitergesundheit\">\n    <div class=\"banner-content\">\n        <div class=\"banner-text\">\n                            <h4>Mobile Zeiterfassung mit QR-Code<\/h4>\n            \n                            <p>Mit Factorial erfassen Sie Arbeitszeiten flexibel per App, Desktop oder QR-Code-Scan im Clock-in-Bereich.<\/p>\n            \n                            <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/zeiterfassung-mitarbeiter\"\n                    class=\"factorial-cta-button not-prose freebie\" data-cta=\"other\" data-cta-position=\"inline-banner\">\n                    Mehr erfahren                <\/a>\n                    <\/div>\n\n        <div class=\"banner-image has-image\">\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/factorialhr.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/02135916\/qr-code-for-marketing-banner-1.png\" class=\"not-prose\" \/>\n        <\/div>\n    <\/div>\n<\/div><\/p>\n<\/div>\n<h2 id=\"was-ist-betriebliches-eingliederungsmanagement-bem-definition\"><strong>Was ist Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)? \u2013 Definition<\/strong><\/h2>\n<p>Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist ein gesetzlich verankertes, verlaufs- und ergebnisoffenes Verfahren zur Wiedereingliederung von Besch\u00e4ftigten, die l\u00e4nger oder wiederholt arbeitsunf\u00e4hig waren. Seit 2004 sind Unternehmen jeder Gr\u00f6\u00dfe verpflichtet, dieses Verfahren anzubieten. Ziel ist es, k\u00fcnftige Fehlzeiten zu verringern und Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse langfristig zu erhalten. Das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) beschreibt BEM ausdr\u00fccklich als Instrument, um den Folgen des demografischen Wandels wirksam zu begegnen.<\/p>\n<p>Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist nicht dazu da, die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten zu sch\u00fctzen. Daf\u00fcr gibt es das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). Vielmehr unterst\u00fctzt BEM die <strong>Leistungsf\u00e4higkeit<\/strong> der Arbeitskr\u00e4fte und verhindert l\u00e4ngere Fehlzeiten aufgrund von Krankheit. Dar\u00fcber hinaus soll es Besch\u00e4ftigte vor Arbeitslosigkeit und Berufsunf\u00e4higkeit sch\u00fctzen. Das Ziel ist, Arbeitsunf\u00e4higkeit zu \u00fcberwinden und das Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis zu erhalten.<\/p>\n<h2 id=\"wann-ist-betriebliches-eingliederungsmanagement-bem-pflicht-das-sagt-das-gesetz\"><strong>Wann ist Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Pflicht? \u2013 Das sagt das Gesetz<\/strong><\/h2>\n<p>Die BEM-Pflicht wird ausgel\u00f6st, sobald Besch\u00e4ftigte innerhalb von zw\u00f6lf Monaten l\u00e4nger als sechs Wochen (42 Kalendertage) arbeitsunf\u00e4hig waren \u2013 ununterbrochen oder kumuliert. Wichtig: Der Zw\u00f6lf-Monats-Zeitraum ist rollierend und entspricht nicht dem Kalenderjahr. Die Pflicht gilt f\u00fcr alle Unternehmen ab dem ersten Besch\u00e4ftigten, unabh\u00e4ngig von Branche und Betriebsgr\u00f6\u00dfe, gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_9_2018\/__167.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 167 Abs. 2 SGB IX<\/a>.<\/p>\n<p>Dabei ist es unerheblich, wie viele dieser Fehltage \u00e4rztlich attestiert sind. Gem\u00e4\u00df \u00a7 167 Abs. 2 SGB IX sind auch Fehltage ohne Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung zu ber\u00fccksichtigen. Ebenso spielt es keine Rolle, ob eine oder mehrere Krankheitsursachen hinter den Fehlzeiten stecken.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Der Mutterschutz (siehe <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/muschg_2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MuSchG<\/a>) geh\u00f6rt nicht zu den Fehltagen der Arbeitsunf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gilt: Auch Besch\u00e4ftigte in Teilzeit, befristeten Arbeitsverh\u00e4ltnissen oder in der Ausbildung haben Anspruch auf ein BEM-Angebot, sobald die Schwelle von 42 Kalendertagen erreicht ist.<\/p>\n<p>Gesetzlich festgelegt ist, dass die betroffene Person am Verfahren beteiligt wird. Die Teilnahme ist jedoch freiwillig. Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen das BEM-Angebot ohne Angabe von Gr\u00fcnden ablehnen, ohne dass ihnen daraus Nachteile entstehen d\u00fcrfen. Eine Ablehnung entbindet die Arbeitgeberseite allerdings nicht von der Dokumentationspflicht.<\/p>\n<h2 id=\"wer-nimmt-am-betrieblichen-eingliederungsmanagement-teil\"><strong>Wer nimmt am Betrieblichen Eingliederungsmanagement teil?<\/strong><\/h2>\n<p>Das BEM-Team besteht mindestens aus der Arbeitgeberseite (oder einer Vertretung) sowie \u2013 bei Zustimmung der betroffenen Person \u2013 dem Betriebsrat bzw. Personalrat. Gesetzlich vorgegeben ist gem\u00e4\u00df \u00a7 167 Abs. 2 SGB IX bei schwerbehinderten Besch\u00e4ftigten zus\u00e4tzlich die Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung.<\/p>\n<p>Falls eine betriebs\u00e4rztliche Betreuung besteht, sollte diese bei Zustimmung der besch\u00e4ftigten Person ebenfalls einbezogen werden. Bei schwerbehinderten Menschen sollte au\u00dferdem die Schwerbehindertenvertretung hinzugezogen werden, sofern die betroffene Person damit einverstanden ist.<\/p>\n<p>Im folgenden Abschnitt haben wir die wichtigsten <strong>BEM-Rollen<\/strong> f\u00fcr Sie zusammengefasst. Eine Betriebsvereinbarung BEM kann diese Rollen und Verfahrensregeln zus\u00e4tzlich betriebsindividuell festlegen:<\/p>\n<h3>Rollen<\/h3>\n<p>Es sind keine konkreten Rollen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des BEM gesetzlich definiert. Die folgenden Rollen haben sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>BEM-Beauftragte:<\/strong> Die BEM-Beauftragten sorgen f\u00fcr die korrekte Durchf\u00fchrung des Verfahrens und sind Ansprechpersonen f\u00fcr die BEM-Verantwortlichen im Unternehmen, die die Gespr\u00e4che mit den betroffenen Besch\u00e4ftigten f\u00fchren.<\/li>\n<li><strong>BEM-Verantwortliche:<\/strong> Die BEM-Verantwortlichen f\u00fchren die Gespr\u00e4che und schlie\u00dfen Zielvereinbarungen mit den betroffenen Besch\u00e4ftigten.<\/li>\n<li>Weitere Beteiligte: In manchen F\u00e4llen k\u00f6nnen auch weitere Parteien involviert sein, wie z. B. Rehabilitationstr\u00e4ger (gesetzliche Krankenkassen, Rentenversicherung, Unfallversicherung und die Agentur f\u00fcr Arbeit), ein Integrationsamt, der Betriebsrat oder <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/personalrat\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Personalrat<\/a>, die Schwerbehindertenvertretung, Gleichstellungsbeauftragte oder Frauenbeauftragte, der betriebs\u00e4rztliche Dienst, die Fachkraft f\u00fcr Arbeitssicherheit etc.<\/li>\n<li>Vertrauensperson: Seit Inkrafttreten des Teilhabest\u00e4rkungsgesetzes am 10. Juni 2021 haben BEM-Berechtigte das Recht, eine Vertrauensperson eigener Wahl hinzuzuziehen \u2013 diese kann aus dem Betrieb stammen oder eine externe Person sein, etwa Familienangeh\u00f6rige (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_9_2018\/__167.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 167 Abs. 2 Satz 2 SGB IX<\/a>). Die Arbeitgeberseite ist verpflichtet, auf dieses Recht ausdr\u00fccklich hinzuweisen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\ud83d\udc49 <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem-prozess-interview\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Erfahren Sie im Interview mit Sabine Brandt, wieso die Menschlichkeit im BEM nicht zu kurz kommen darf.<\/a><\/p>\n<h2 id=\"wie-lauft-das-betriebliche-eingliederungsmanagement-ab-schritt-fur-schritt\"><strong>Wie l\u00e4uft das Betriebliche Eingliederungsmanagement ab? \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt<\/strong><\/h2>\n<p>Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben daf\u00fcr, wie der <strong>Ablauf des BEM<\/strong> auszusehen hat. Dennoch gibt es einige Schritte, die Sie als Arbeitgeber in Erw\u00e4gung ziehen sollten.<\/p>\n<h3><strong>1. Die Einladung zum BEM<\/strong><\/h3>\n<p>Sobald die 42-Tage-Schwelle \u00fcberschritten ist, leitet die Arbeitgeberseite das Verfahren ein und l\u00e4dt die betroffene Person schriftlich ein. Die Einladung muss gem\u00e4\u00df aktueller Rechtsprechung (vgl. LAG Baden-W\u00fcrttemberg, Urteil vom 14.01.2025, Az. 15 Sa 22\/24) folgende Informationen enthalten: Ziele und Ablauf des BEM, Hinweis auf die Freiwilligkeit, eine Datenschutzbelehrung gem\u00e4\u00df Art. 13 DSGVO sowie den Hinweis auf das Recht, eine Vertrauensperson hinzuzuziehen. Ein pauschaler Verweis auf \u201egeltende Datenschutzbestimmungen\u201c gen\u00fcgt nicht.<\/p>\n<h3><strong>2. \u00dcber Ziele informieren<\/strong><\/h3>\n<p>Als Arbeitgeber informieren Sie die betroffene Person anschlie\u00dfend \u00fcber die <strong>Ziele der Wiedereingliederung<\/strong>. Auf diese Weise k\u00f6nnen Ma\u00dfnahmen und Wege gemeinsam erarbeitet werden, die die betroffene Person bei der erfolgreichen Wiedereingliederung unterst\u00fctzen. Zus\u00e4tzlich sind Besch\u00e4ftigte \u00fcber die erhobenen Daten zu informieren. Gesundheitsdaten aus dem BEM unterliegen als besondere Kategorie personenbezogener Daten dem strengen Schutz gem\u00e4\u00df Art. 9 DSGVO. Sie werden nur mit ausdr\u00fccklicher Einwilligung erhoben, in einer separaten BEM-Akte gef\u00fchrt und d\u00fcrfen nicht in die Personalakte \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<p><strong>Wichtig:<\/strong> Die BEM-Akte ist unabh\u00e4ngig von der Personalakte aufzubewahren. Letztere darf keine medizinischen Informationen \u00fcber die besch\u00e4ftigte Person enthalten.<\/p>\n<h3><strong>3. Das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/h3>\n<p>Hat die betroffene Person ihre Zustimmung erteilt, findet das BEM-Gespr\u00e4ch zwischen ihr und der f\u00fcr das BEM verantwortlichen Person sowie gegebenenfalls weiteren Beteiligten statt. Das BEM ist ein Prozess, kein einzelnes Gespr\u00e4ch. Das Erstgespr\u00e4ch markiert lediglich den Einstieg in ein fortlaufendes Verfahren.<\/p>\n<p>Im Erstgespr\u00e4ch werden die Ursachen der krankheitsbedingten Fehlzeiten gemeinsam er\u00f6rtert, insbesondere, ob Arbeitsbedingungen urs\u00e4chlich sind. Ist ein betriebs\u00e4rztlicher Dienst vorhanden, kann dieser hinzugezogen werden. Nur betriebs\u00e4rztliches Personal ist in der Lage, sowohl das Krankheitsbild als auch die konkreten Belastungen am Arbeitsplatz fachlich zu beurteilen. Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen die betreffenden Fachkr\u00e4fte von der \u00e4rztlichen Schweigepflicht entbinden, sind dazu aber nicht verpflichtet.<\/p>\n<h3><strong>4. Zielsetzung und Ma\u00dfnahmenplan f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/wiedereingliederung-nach-krankheit\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Wiedereingliederung<\/a><\/strong><\/h3>\n<p>Das Ziel eines BEM ist es, die betroffene Person bei ihrer R\u00fcckkehr an den Arbeitsplatz zu unterst\u00fctzen. Im Rahmen des Erstgespr\u00e4chs werden die weiteren Ziele und Ma\u00dfnahmen gemeinsam ausgearbeitet und besprochen.<\/p>\n<p>Je nach Dauer und H\u00e4ufigkeit der Arbeitsunf\u00e4higkeit werden im Gespr\u00e4ch der aktuelle Gesundheitszustand und die Genesungsaussichten er\u00f6rtert. Je nach Art der Arbeitsunf\u00e4higkeit wird besprochen, welche Ursachen die (Kurz-)Erkrankung haben k\u00f6nnte, zum Beispiel pers\u00f6nliche Lebensumst\u00e4nde oder Probleme mit dem Kollegium.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend wird gemeinsam \u00fcberlegt, ob die besch\u00e4ftigte Person wieder voll betriebsf\u00e4hig an ihren Arbeitsplatz zur\u00fcckkehren kann oder ob es Einschr\u00e4nkungen geben wird. Zudem wird die Frage gekl\u00e4rt, ob technische Hilfsmittel oder beispielsweise eine Umschulung f\u00fcr einen anderen Aufgabenbereich ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<h3><strong>4a. Das Hamburger Modell \u2013 stufenweise Wiedereingliederung<\/strong><\/h3>\n<p>Eine der h\u00e4ufigsten Ma\u00dfnahmen im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements ist die stufenweise Wiedereingliederung nach dem sogenannten Hamburger Modell (\u00a7 74 SGB V, \u00a7 15 SGB VI). Dabei kehren Besch\u00e4ftigte nach l\u00e4ngerer Krankheit schrittweise unter \u00e4rztlicher Begleitung an den Arbeitsplatz zur\u00fcck. Die Arbeitszeit und Arbeitsbelastung werden in \u00e4rztlich festgelegten Stufen gesteigert, bis idealerweise das volle Arbeitspensum wieder erreicht ist. W\u00e4hrend der gesamten Laufzeit gelten die Besch\u00e4ftigten weiterhin als arbeitsunf\u00e4hig und beziehen Kranken- oder \u00dcbergangsgeld. Das Hamburger Modell ist vom BEM-Verfahren zu unterscheiden. BEM ist der \u00fcbergeordnete Suchprozess, das Hamburger Modell eine konkrete Ma\u00dfnahme, die im Rahmen des BEM vereinbart werden kann.<\/p>\n<h3><strong>5. Abschluss des BEM<\/strong><\/h3>\n<p>Das Betriebliche Eingliederungsmanagement gilt als erfolgreich abgeschlossen, wenn die krankheitsbedingten Fehlzeiten dauerhaft unter die Sechs-Wochen-Schwelle gesunken sind, einer erneuten Arbeitsunf\u00e4higkeit vorgebeugt wurde und das Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis erhalten ist. Alternativ endet das Verfahren mit der Beendigung des Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses. Ziel ist es, Arbeitsunf\u00e4higkeit zu \u00fcberwinden und die Besch\u00e4ftigung zu sichern.<\/p>\n<p><iframe title=\"Onboarding-Software ausw\u00e4hlen | 5 Kriterien f\u00fcr HR-Teams\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bDv3RXD9wLE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h2 id=\"welche-massnahmen-kommen-beim-betrieblichen-eingliederungsmanagement-zum-einsatz\"><strong>Welche Ma\u00dfnahmen kommen beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement zum Einsatz?<\/strong><\/h2>\n<p>Gab es ein kl\u00e4rendes Gespr\u00e4ch im Rahmen des BEM, kommen unterschiedliche <strong>Ma\u00dfnahmen<\/strong> zum Einsatz. Sie sollen die betroffene Person bei der R\u00fcckkehr an den Arbeitsplatz unterst\u00fctzen.<\/p>\n<ul>\n<li>Nach Arbeitsunf\u00e4llen oder R\u00fcckenerkrankungen k\u00f6nnen <strong>technische Hilfsmittel am Arbeitsplatz<\/strong> Abhilfe schaffen und einer weiteren Arbeitsunf\u00e4higkeit vorbeugen, zum Beispiel ein Stehschreibtisch oder ein orthop\u00e4discher B\u00fcrostuhl.<\/li>\n<li>Die Eingliederung kann schrittweise erfolgen. Besch\u00e4ftigte beginnen mit wenigen Stunden t\u00e4glich und steigern die Arbeitszeit nach \u00e4rztlichem Stufenplan (Hamburger Modell) bis zur vollen Belastbarkeit.<\/li>\n<li>Ist eine R\u00fcckkehr in den bisherigen Aufgabenbereich nicht m\u00f6glich, kann ein Wechsel des T\u00e4tigkeitsbereichs vereinbart werden. Die Arbeitgeberseite ist in diesem Fall verpflichtet, die erforderliche Umschulung zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Laut dem Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) besteht insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) noch erheblicher Nachholbedarf bei der Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, vor allem hinsichtlich der ausreichenden Information der Betroffenen, der Verfahrenstransparenz und des Datenschutzes. Die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stellt auf Basis der BIBB\/BAuA-Erwerbst\u00e4tigenbefragung 2024 fest, dass die Inanspruchnahme bei fast 70 Prozent liegt, wenn ein BEM-Angebot gemacht wird. Das ist ein deutliches Zeichen f\u00fcr den Bedarf auf Seiten der Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<h2 id=\"welche-auswirkungen-hat-das-betriebliche-eingliederungsmanagement-auf-das-gehalt\"><strong>Welche Auswirkungen hat das Betriebliche Eingliederungsmanagement auf das Gehalt?<\/strong><\/h2>\n<p>Befinden sich Besch\u00e4ftigte in einer stufenweisen Wiedereingliederung mit reduzierter Arbeitszeit, gilt weiterhin Arbeitsunf\u00e4higkeit. In diesem Zeitraum wird kein Arbeitsentgelt gezahlt. Stattdessen beziehen die Betroffenen weiterhin Krankengeld von der gesetzlichen Krankenkasse oder \u00dcbergangsgeld von der Rentenversicherung.<\/p>\n<p>Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet \u00fcber ihren Firmenservice ein kostenfreies, betriebsorientiertes Beratungsangebot an. Ziel ist es, Unternehmen, insbesondere Personalverantwortliche, beim Ablauf des Betrieblichen Eingliederungsmanagements zu unterst\u00fctzen und \u00fcber Leistungen der Pr\u00e4vention sowie medizinische und berufliche Rehabilitation zu informieren.<\/p>\n<h3><strong>Factorial unterst\u00fctzt beim Fehlzeitenmanagement<\/strong><\/h3>\n<p>Die Dokumentation von Fehlzeiten ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr ein rechtssicheres BEM-Verfahren. Mit der <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/urlaubsverwaltung\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Abwesenheitsverwaltung von Factorial<\/a> lassen sich krankheitsbedingte Fehlzeiten strukturiert erfassen, Schwellenwerte automatisch \u00fcberwachen und BEM-relevante Zeitr\u00e4ume transparent nachverfolgen \u2013 ohne manuellen Aufwand f\u00fcr die Personalverwaltung.<\/p>\n<h2 id=\"kundigung-und-kundigungsschutz-was-gilt-beim-betrieblichen-eingliederungsmanagement\"><strong>K\u00fcndigung und K\u00fcndigungsschutz: Was gilt beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement?<\/strong><\/h2>\n<p>Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist stets zu empfehlen und er\u00f6ffnet Besch\u00e4ftigten Wege zur\u00fcck in den Beruf. Da das Verfahren die Zustimmung der betroffenen Person voraussetzt, ist eine erfolgreiche Wiedereingliederung nicht in jedem Fall gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Auch aus Gr\u00fcnden des K\u00fcndigungsschutzes ist Besch\u00e4ftigten zu empfehlen, der BEM-Einladung zu folgen. Wie Bmas, nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) ist ein ordnungsgem\u00e4\u00df angebotenes BEM faktische Voraussetzung f\u00fcr eine wirksame krankheitsbedingte K\u00fcndigung. Wurde kein BEM angeboten, muss die Arbeitgeberseite im K\u00fcndigungsschutzprozess darlegen, dass auch ein BEM keine milderen Mittel als die K\u00fcndigung ergeben h\u00e4tte. Dies ist in der Praxis eine hohe H\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Situation \u00e4ndert sich, wenn die Arbeitgeberseite ihrer Pflicht ordnungsgem\u00e4\u00df nachgekommen ist und ein BEM-Angebot gemacht hat, das die betroffene Person abgelehnt hat. In diesem Fall ist eine krankheitsbedingte K\u00fcndigung unter Umst\u00e4nden m\u00f6glich. Voraussetzung ist, dass die Einladung alle gesetzlich erforderlichen Informationen enthielt. Fehlt es an einer ausreichenden Information, kann nicht von einer wirksamen Ablehnung ausgegangen werden.<\/p>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<h3>Was wird bei einem betrieblichen Eingliederungsmanagement gemacht?<\/h3>\n<p>Im BEM-Verfahren wird gemeinsam mit dem Mitarbeiter analysiert, wie die Arbeitsunf\u00e4higkeit \u00fcberwunden und der Arbeitsplatz erhalten werden kann. Dazu werden die Ursachen der Fehlzeiten besprochen und individuelle Ma\u00dfnahmen wie eine stufenweise Wiedereingliederung oder Anpassungen am Arbeitsplatz entwickelt.<\/p>\n<h3>Welche Nachteile hat ein BEM-Gespr\u00e4ch f\u00fcr Arbeitnehmer?<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich hat ein BEM-Gespr\u00e4ch keine Nachteile, da es dem Schutz des Arbeitsplatzes dient und die Teilnahme freiwillig ist. Ein Nachteil entsteht eher bei einer Ablehnung des Angebots, da dies den K\u00fcndigungsschutz bei einer sp\u00e4teren krankheitsbedingten K\u00fcndigung schw\u00e4chen kann.<\/p>\n<h3>Bin ich verpflichtet an einem BEM-Gespr\u00e4ch teilnehmen?<\/h3>\n<p>Nein, die Teilnahme am betrieblichen Eingliederungsmanagement ist f\u00fcr Arbeitnehmer freiwillig. Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen ein BEM anzubieten, Sie m\u00fcssen dem Verfahren aber nicht zustimmen.<\/p>\n<h3>Wie lange dauert die Wiedereingliederung beim BEM?<\/h3>\n<p>Die Dauer des BEM-Verfahrens ist individuell und nicht pauschal festgelegt. Das Verfahren gilt als abgeschlossen, wenn die vereinbarten Ma\u00dfnahmen erfolgreich waren und die Fehlzeiten des Mitarbeiters wieder dauerhaft unter der Sechs-Wochen-Grenze liegen oder das Arbeitsverh\u00e4ltnis endet.<\/p>\n<h3>Soll man am betrieblichen Eingliederungsmanagement teilnehmen?<\/h3>\n<p>Ja, die Teilnahme ist f\u00fcr Arbeitnehmer sehr ratsam. Das Verfahren bietet die Chance, gemeinsam L\u00f6sungen f\u00fcr die R\u00fcckkehr an den Arbeitsplatz zu finden und den Job langfristig zu sichern. Zudem st\u00e4rkt die Teilnahme den K\u00fcndigungsschutz bei krankheitsbedingten K\u00fcndigungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebliches Eingliederungsmanagement ist ein Verfahren, das der Wiedereingliederung l\u00e4nger erkrankter Besch\u00e4ftigter dient. Angenommen, eine Ihrer Fachkr\u00e4fte war in den vergangenen Monaten wiederholt und auch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit arbeitsunf\u00e4hig. Die Fehlzeiten summieren sich. Sobald sie innerhalb von zw\u00f6lf Monaten die Schwelle von sechs Wochen \u00fcberschreiten, greift eine gesetzliche Pflicht. Wichtige Fakten Was ist BEM? Das Betriebliche<a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem\/\" class=\"read-more\"> [&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":194846,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[258],"tags":[],"class_list":["post-23747","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mitarbeitergesundheit"],"acf":{"topics":"talent-onboarding"},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v21.5 (Yoast SEO v21.9.1) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Was ist Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM): Sichern Sie Arbeitsverh\u00e4ltnisse! 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