{"id":30221,"date":"2020-09-30T11:06:57","date_gmt":"2020-09-30T09:06:57","guid":{"rendered":"https:\/\/factorialhr.com\/blog\/?p=30221"},"modified":"2026-06-22T10:46:44","modified_gmt":"2026-06-22T08:46:44","slug":"bem-prozess-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem-prozess-interview\/","title":{"rendered":"Interview: Warum die Menschlichkeit im BEM nie zu kurz kommen darf"},"content":{"rendered":"<p>Die Menschlichkeit im BEM entscheidet dar\u00fcber, ob das Betriebliche Eingliederungsmanagement wirklich hilft oder nur auf dem Papier existiert. Rechtliche Grundlagen und Formalit\u00e4ten haben wir bereits in unserem <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">\u00dcberblicksartikel zum BEM<\/a> behandelt.<\/p>\n<p>In diesem Interview beleuchten wir die zwischenmenschliche Dimension: Wie gelingt ein besch\u00e4ftigtenorientiertes BEM, das Vertrauen schafft und nachhaltige L\u00f6sungen f\u00fcr alle Beteiligten erm\u00f6glicht? Sabine Brandt, Trainerin und Kommunikationsexpertin im BEM, gibt Einblicke aus \u00fcber 25 Jahren HR-Praxis.<\/p>\n<h2 id=\"wichtige-fakten\">Wichtige Fakten<\/h2>\n<ul>\n<li>Die Menschlichkeit im BEM ist kein Soft-Skill-Bonus, sondern Voraussetzung f\u00fcr den Erfolg. Ohne Vertrauen \u00f6ffnen sich Betroffene nicht und das Verfahren scheitert, bevor es beginnt.<\/li>\n<li>Gem\u00e4\u00df der <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Angebote\/Publikationen\/Fakten\/BIBB-BAuA-52\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BIBB\/BAuA-Erwerbst\u00e4tigenbefragung 2026<\/a> ist die Verbreitung des BEM in Deutschland von 40 % (2026) auf 52 % gestiegen. Dennoch erh\u00e4lt fast die H\u00e4lfte der anspruchsberechtigten Besch\u00e4ftigten weiterhin kein BEM-Angebot, wie die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berichtet.<\/li>\n<li>Psychische Erkrankungen verursachten 2026 insgesamt 342 Fehltage je 100 Besch\u00e4ftigte und dauerten im Durchschnitt 33 Tage pro Krankschreibung. Sie geh\u00f6ren damit zu den h\u00e4ufigsten BEM-Ausl\u00f6sern, wie der <a href=\"https:\/\/www.dak.de\/presse\/bundesthemen\/umfragen-studien\/psychische-erkrankungen-in-der-arbeitswelt-2024-verursachten-depressionen-erneut-die-meisten-fehltage_131626\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DAK-Psychreport 2026<\/a> zeigt.<\/li>\n<li>Unternehmen, die BEM besch\u00e4ftigtenorientiert gestalten \u2013 mit wenigen Formularen, klarer Kommunikation und geschulten BEM-Beauftragten \u2013 reduzieren nachweislich Fehlzeiten und sichern Arbeitspl\u00e4tze, wie das <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Arbeit\/Arbeitsschutz\/Gesundheit-am-Arbeitsplatz\/Betriebliche-Eingliederungsmanagement\/betriebliches-eingliederungsmanagement-art.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) best\u00e4tigt<\/a>.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 id=\"frau-brandt-wie-kamen-sie-zu-ihrer-expertise-im-betrieblichen-eingliederungsmanagement\">Frau Brandt, wie kamen Sie zu Ihrer Expertise im Betrieblichen Eingliederungsmanagement?<\/h2>\n<p>Sch\u00f6n, dass wir uns wieder zu einer spannenden Fragestellung Gedanken machen. Ich bin Seminaranbieterin und Trainerin. Meine Schwerpunkte liegen neben F\u00fchrungstrainings bei der Kommunikation im BEM sowie bei Gesundheits- und Krankengespr\u00e4chen. Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_9_2018\/__167.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a7 167 Abs. 2 SGB IX<\/a> seit 2004 gesetzlich vorgeschrieben. Doch die rechtliche Pflicht allein schafft noch kein gutes BEM, wie das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) betont.<\/p>\n<p>In meinem Berufsleben war ich rund 25 Jahre lang in HR-Bereichen von verschiedenen Firmen t\u00e4tig. Als Personalreferentin habe ich viele Gespr\u00e4che rund um das Thema Krankheit gef\u00fchrt \u2013 schon bevor BEM bekannt wurde. Und irgendwie war das oft unbefriedigend und lie\u00df vermutlich bei allen Beteiligten kein gutes Gef\u00fchl zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Von einem meiner Arbeitgeber wurde ich vor Jahren beauftragt, eine Betriebsvereinbarung zum BEM zu verhandeln und das BEM-Team zu schulen, Leitf\u00e4den zu Gespr\u00e4chen rund um das Thema Gesundheit und Krankheit mit dem Betriebsrat zu erarbeiten und dann auch alle F\u00fchrungskr\u00e4fte zu dem Thema zu schulen. Die Arbeit von uns allen wurde durch einen Preis f\u00fcr vorbildliches BEM belohnt.<\/p>\n<p>In diesem Prozess und in der Verhandlung mit dem Betriebsrat und der Schwerbehindertenvertretung habe ich selbst viel dazugelernt.<\/p>\n<blockquote><p>Da dachte ich, wie schade es ist, dass so viele Fachkr\u00e4fte aus Betrieben, Beh\u00f6rden und anderen Institutionen solche Gespr\u00e4che f\u00fchren, ohne das je gelernt zu haben. So wie ich das eben auch gemacht hatte: nach bestem Wissen und Gewissen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das geht aber besser und aus diesem Grund biete ich meine <a href=\"https:\/\/www.brandt-seminare.de\/BEM\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kommunikationstrainings<\/a> an, in denen wir auch \u00fcber die Rolle von BEM-Beauftragten sprechen, Gespr\u00e4chstechniken erlernen und schwierige Gespr\u00e4che \u00fcben. Trainings biete ich auch f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte an, die ihre Kompetenz in Gesundheits- bzw. Krankengespr\u00e4chen entwickeln m\u00f6chten.<\/p>\n<h2 id=\"was-ist-das-ziel-des-bem-und-wer-muss-am-bem-prozess-beteiligt-sein\">Was ist das Ziel des BEM \u2013 und wer muss am BEM-Prozess beteiligt sein?<\/h2>\n<p>Die Ziele des BEM stehen ganz eindeutig im Gesetz (\u00a7 167 Abs. 2 SGB IX) Arbeitgeber m\u00fcssen BEM anbieten, wenn Besch\u00e4ftigte innerhalb von 12 Monaten (rollierend) l\u00e4nger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt wegen Arbeitsunf\u00e4higkeit ausfallen. Es soll \u201e<strong>die Arbeitsunf\u00e4higkeit m\u00f6glichst \u00fcberwunden werden<\/strong>\u201c und man schaut, \u201e<strong>mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunf\u00e4higkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann<\/strong>.\u201c Dieser gesetzliche Auftrag schafft Rollenklarheit. Das hei\u00dft, die BEM-Beauftragten sind so etwas wie \u201edie Anwaltschaft der Besch\u00e4ftigten\u201c. Wiedereingliederung und der Erhalt der Arbeitsf\u00e4higkeit stehen im Vordergrund.<\/p>\n<blockquote><p>Es geht immer darum, dass die Menschen gesund werden, gesund bleiben und Jobs erhalten werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das kann f\u00fcr alle Beteiligten anstrengend werden. Je nach Fall m\u00fcssen Arbeitgeber ggf. Arbeitsbedingungen ver\u00e4ndern, Konflikte schlichten oder auf Besch\u00e4ftigte verzichten, weil diese zur Reha gehen.<\/p>\n<blockquote><p>Andererseits ist BEM ist keine H\u00e4ngematte f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten, sondern kann auch ihnen einiges abverlangen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Vielen f\u00e4llt es schwer, mit ver\u00e4nderten Arbeitsabl\u00e4ufen klarzukommen, eine <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/ebooks\/fortbildung-und-berufliche-weiterentwicklun\">Weiterbildung<\/a> zu absolvieren, sich Konflikten zu stellen oder daran zu arbeiten, wenn man sich gesundheitssch\u00e4dlich verh\u00e4lt (z.B. Rauchen, wenig Bewegung, starkes \u00dcbergewicht, \u2026).<\/p>\n<p>Wer genau bei BEM beteiligt sein soll, haben Firmen, Beh\u00f6rden und Institutionen unterschiedlich geregelt. Oft sprechen beim Erstkontakt lediglich die betroffene Person sowie die BEM-beauftragte Person miteinander. Danach wird entschieden, wie es weitergeht und wer im BEM-Prozess helfen kann. Das k\u00f6nnen beispielsweise sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Betriebs\u00e4rztlicher Dienst<\/li>\n<li>Betriebsratsmitglied und\/oder Schwerbehindertenvertretung<\/li>\n<li>die F\u00fchrungskraft<\/li>\n<li>Eine Vertrauensperson \u2013 durchaus auch aus dem privaten Umfeld<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzende vom Integrationsamt \/ Integrationsfachdienst<\/li>\n<li>Fachkraft f\u00fcr Arbeitssicherheit<\/li>\n<li>Mediations- oder Coaching-Fachkr\u00e4fte<\/li>\n<li>oder wer auch immer einen hilfreichen Beitrag leisten kann. Hier sind keine Grenzen gesetzt<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besonders relevant ist die Beteiligung des Integrationsamts bzw. Integrationsfachdienstes, wenn Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in Betracht kommen. Das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) weist darauf hin, dass BEM als \u201everlaufs- und ergebnisoffener Suchprozess\u201c zu verstehen ist. Wie Bmas, es gibt keine Einheitsl\u00f6sung, sondern individuelle Ma\u00dfnahmen je nach Betrieb und Erkrankungsbild. Factorial unterst\u00fctzt HR-Teams dabei, BEM-Fristen und Einladungsschreiben digital zu verwalten, sodass keine anspruchsberechtigte Person \u00fcbersehen wird.<\/p>\n<h2 id=\"welche-aufgaben-ubernehmen-bem-beauftragte-und-welche-kompetenzen-sind-dafur-entscheidend\">Welche Aufgaben \u00fcbernehmen BEM-Beauftragte \u2013 und welche Kompetenzen sind daf\u00fcr entscheidend?<\/h2>\n<p>BEM-Beauftragte sorgen daf\u00fcr, dass die Besch\u00e4ftigten die bestm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung erhalten. Neben der Fachkenntnis (z.B. wo bekomme ich Unterst\u00fctzung her?) sind tats\u00e4chlich einige Kompetenzen f\u00fcr den Erfolg von BEM entscheidend. Hierzu geh\u00f6ren beispielsweise:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Emotionale Kompetenz und Empathie<\/strong>: BEM-Beauftragte sollen Emotionen der Besch\u00e4ftigten nachempfinden k\u00f6nnen, aber nicht mitleiden, sondern sich auch abgrenzen k\u00f6nnen<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/soziale-kompetenz\/\"><strong>Kommunikationsf\u00e4higkeit<\/strong>:<\/a> um eine vertrauensvolle Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re aufzubauen, in der sich die Besch\u00e4ftigten \u00f6ffnen.<\/li>\n<li><strong>Kontaktfreude:<\/strong> sie m\u00fcssen netzwerken k\u00f6nnen, damit breite Hilfsangebote und Unterst\u00fctzende zur Verf\u00fcgung stehen<\/li>\n<li><strong>Durchsetzungsf\u00e4higkeit:<\/strong> damit die Ma\u00dfnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch umgesetzt werden \u2013 und zwar so schnell wie m\u00f6glich<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/datenschutz-am-arbeitsplatz\/\"><strong>Vertraulichkeit und Datenschutz:<\/strong><\/a> Gesundheitsdaten z\u00e4hlen gem\u00e4\u00df Art. 9 DSGVO zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten. BEM-Beauftragte sind zur strikten Vertraulichkeit verpflichtet. Inhalte aus BEM-Gespr\u00e4chen d\u00fcrfen nicht ohne ausdr\u00fcckliche Zustimmung der betroffenen Person weitergegeben werden.<\/li>\n<li><strong>Durchhalteverm\u00f6gen:<\/strong> bei schwierigen und ver\u00e4nderlichen gesundheitlichen Themen kann sich ein BEM-Prozess \u00fcber Jahre hinweg ziehen. Manchmal lehnen Besch\u00e4ftigte BEM auch erst einmal ab und irgendwann sp\u00e4ter stimmen sie einer Teilnahme doch zu.<\/li>\n<li><strong>Reflexionsverm\u00f6gen:<\/strong> BEM-Beauftragte sollten ihr Verhalten regelm\u00e4\u00dfig kritisch hinterfragen. Wo liefen die Gespr\u00e4che gut und an welcher Stelle w\u00fcrden sie das n\u00e4chste Mal anders agieren?<\/li>\n<li><strong>Frustrationstoleranz:<\/strong> Nicht jede besch\u00e4ftigte Person und nicht jede F\u00fchrungskraft agiert konstruktiv im BEM. Das ist normal. Manchmal sind die Erkrankungen von Besch\u00e4ftigten auch so, dass sich trotz allen Engagements keine wesentliche Besserung erreichen l\u00e4sst. Das alles darf BEM-Beauftragte nicht zu sehr frustrieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es sch\u00f6n, wenn die BEM-Beauftragten hier schon Potenzial mitbringen. Vieles l\u00e4sst sich jedoch auch mit Trainings lernen oder in einem Erfahrungsaustausch reflektieren.<\/p>\n<h2 id=\"wie-baut-man-die-vertrauensbasis-fur-ein-erfolgreiches-bem-auf\">Wie baut man die Vertrauensbasis f\u00fcr ein erfolgreiches BEM auf?<\/h2>\n<p>Vertrauen ist die Basis von allem. Wenn die Besch\u00e4ftigten Angst haben, schlechte Erfahrungen gemacht haben, misstrauisch sind, \u2026 kommt kein konstruktives BEM-Gespr\u00e4ch zustande. Schlie\u00dflich sind Gesundheitsthemen etwas sehr Privates. Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen sicher sein k\u00f6nnen, dass ihnen kein Strick aus dem gedreht wird, was sie preisgeben. BEM muss daher zwingend so gestaltet sein, dass Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung voll dahinterstehen und den Besch\u00e4ftigten Mut machen, am BEM teilzunehmen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen die F\u00fchrungskr\u00e4fte wissen, was BEM ist und dass sie dadurch in Ihrer F\u00fchrungsarbeit entlastet werden. Auch sie sollten BEM unterst\u00fctzen.<\/p>\n<blockquote><p>BEM muss regelm\u00e4\u00dfig kommuniziert werden, so dass die Besch\u00e4ftigten dar\u00fcber informiert sind und nicht erschrecken, wenn sie kontaktiert werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dass Kommunikation und Unternehmensklima tats\u00e4chlich messbar auf die BEM-Nutzung wirken, belegt die Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Betriebe mit aktivem Betriebsrat und gesundheitsf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen bieten BEM deutlich h\u00e4ufiger an. Im \u00f6ffentlichen Dienst erhalten 68 % der Berechtigten ein BEM-Angebot, im Dienstleistungsbereich hingegen nur 42 %.<\/p>\n<p>Wenn die entsprechenden Besch\u00e4ftigten einverstanden sind, kann man beispielsweise erfolgreiche F\u00e4lle publik machen (z.B. in der Unternehmenszeitung). Die BEM-Beauftragten k\u00f6nnen au\u00dferdem in Abteilungs- oder Teammeetings gehen und F\u00fchrungskr\u00e4fte oder Besch\u00e4ftigte f\u00fcr BEM gewinnen. Dar\u00fcber hinaus braucht es geeignetes Kommunikationsmaterial (attraktive Flyer und Anschreiben).<\/p>\n<blockquote><p>Insgesamt m\u00fcssen sowohl Unternehmenskultur sowie der erwartete F\u00fchrungsstil von F\u00fchrungskr\u00e4ften passen. Andernfalls wirkt BEM unglaubw\u00fcrdig.<\/p><\/blockquote>\n<h2 id=\"was-ubersehen-unternehmen-beim-bem-und-welche-fehler-sollten-sie-unbedingt-vermeiden\">Was \u00fcbersehen Unternehmen beim BEM \u2013 und welche Fehler sollten sie unbedingt vermeiden?<\/h2>\n<p>Ganz kritisch ist es, wenn Besch\u00e4ftigte schlechte Erfahrungen mit Gesundheits- und Krankengespr\u00e4chen und ihren F\u00fchrungskr\u00e4ften gemacht haben. Zu oft werden diese Gespr\u00e4che gar nicht oder als \u201eKrankmacherentlarvungsgespr\u00e4che\u201c gef\u00fchrt. Das hei\u00dft Besch\u00e4ftigte haben oft den Eindruck, dass nur ihre Arbeitskraft z\u00e4hlt, aber nicht sie als Mensch. Die Chance, dass sie sich dann im BEM \u00f6ffnen ist eher gering, da sie nicht glauben, dass es der Arbeitgeber diesmal ernst meint.<\/p>\n<blockquote><p>Die Art, wie Kranken- und BEM-Gespr\u00e4che gef\u00fchrt werden, muss zusammenpassen: n\u00e4mlich f\u00fcrsorglich, wertsch\u00e4tzend und l\u00f6sungsorientiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das bringt mich auch zum Thema F\u00fchrung. Neben passenden Aufgaben und Arbeitsbedingungen ist eine gute F\u00fchrung der beste Hebel, um die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten positiv zu beeinflussen.<\/p>\n<p><strong>Wer sollte die Rolle der BEM-Beauftragten \u00fcbernehmen?<\/strong> H\u00e4ufig sind Mitglieder des Betriebsrates oder der Schwerbehindertenvertretung gleichzeitig BEM-Beauftragte. Das passt gut zur Rolle von BEM-Beauftragten als \u201eAnwaltschaft der Besch\u00e4ftigten\u201c.<br \/>\nManchmal werden auch HR-Fachkr\u00e4fte mit der Aufgabe von BEM-Beauftragten betraut. Das kann gut funktionieren, wenn die betreffenden Personen im betrieblichen Gesundheitsmanagement t\u00e4tig sind.<\/p>\n<blockquote><p>Kritisch wird es, wenn HR-Fachkr\u00e4fte gleichzeitig arbeitsrechtliche Verantwortung tragen. Das f\u00fchrt regelm\u00e4\u00dfig zu Rollenkonflikten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Manche HR-Fachkr\u00e4fte bekommen den Spagat trotzdem gut hin. Ideal ist die Konstellation jedoch nicht.<\/p>\n<p>Dass fast die H\u00e4lfte der anspruchsberechtigten Besch\u00e4ftigten in Deutschland noch immer kein BEM-Angebot erh\u00e4lt, zeigt, wie gro\u00df der Handlungsbedarf bleibt: Laut der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) stieg die BEM-Verbreitung zwar von 40\u202f% (2026) auf 52\u202f% (2026). Doch besonders in kleinen Betrieben und im Dienstleistungssektor fehlt es an strukturierten Prozessen. Gut ausgebildete BEM-Beauftragte mit klarer Rollenabgrenzung sind ein entscheidender Hebel, um diese L\u00fccke zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Was darf in BEM angesprochen werden?<\/strong> Nicht nur BEM-Beauftragte, sondern auch F\u00fchrungskr\u00e4fte sind sehr unsicher, inwiefern auch private Themen besprochen werden sollen. Aber nat\u00fcrlich k\u00f6nnen private Belastungen genauso krank machen wie Faktoren in Unternehmen. Ein Berg voll Schulden, ein Pflegefall in der Familie, Erziehungs- oder Partnerschaftsprobleme sind nicht zu untersch\u00e4tzen. Nat\u00fcrlich kommen hier BEM-Beauftragte schnell an ihre fachlichen Grenzen. Aus diesem Grund ist ein Netzwerk wichtig. BEM-Beauftragte m\u00fcssen wissen, welche Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten es gibt (z.B. Schuldner- oder Familienberatung). Im Idealfall bieten Unternehmen, Beh\u00f6rden oder Institutionen auch eine Sozialberatung oder eine Besch\u00e4ftigtenunterst\u00fctzungsberatung (Employee Assistance Program), die sich auch bei solchen Themen auskennen und im BEM einen positiven Beitrag leisten.<\/p>\n<p>Auch sollten BEM-Beauftragte die sozialen Gegebenheiten im Blick haben, mit denen die besch\u00e4ftigte Person zu tun hat. Diese k\u00f6nnen f\u00f6rderlich oder hinderlich sein oder sogar ausschlaggebend f\u00fcr die Erkrankung.<\/p>\n<blockquote><p>BEM-Beauftragte brauchen Weiterbildung.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie m\u00fcssen ihren Blick weiten, sich mit anderen BEM-Beauftragten austauschen und dazulernen. Nur so bekommen sie Rollenklarheit und entwickeln ihre Kompetenzen im Betriebliche Eingliederungsmanagement weiter.<\/p>\n<p>BEM-Beauftragte sollen auch hinterfragen, ob die Regelungen in der Betriebsvereinbarung sinnvoll sind. Nach rund einem Jahr Erfahrung mit Betriebliche Eingliederungsmanagement kann man die Betriebsvereinbarung \u00fcberarbeiten und so anpassen, dass sie gut handhabbar wird. Ein Gro\u00dfteil meiner Kundschaft hat im ersten Schritt eher \u201esperrige\u201c Formulierungen in ihren Schriftst\u00fccken und zu viele Formulare. Das stellt sich jedoch erst in der Praxis heraus.<\/p>\n<h2 id=\"warum-wird-bem-so-oft-mit-der-krankheitsbedingten-kundigung-in-verbindung-gebracht-und-ist-das-gerechtfertigt\">Warum wird BEM so oft mit der krankheitsbedingten K\u00fcndigung in Verbindung gebracht \u2013 und ist das gerechtfertigt?<\/h2>\n<p>Leider ist es wirklich so: wenn man im Internet nach \u201eBEM\u201c sucht, erscheint recht schnell auch das Thema \u201e<a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/kuendigung-wegen-krankheit\/\">Krankheitsbedingte K\u00fcndigung<\/a>\u201c. <strong>Das erstaunt umso mehr, als es ja beim Betriebliche Eingliederungsmanagement um den Erhalt von Arbeitspl\u00e4tzen gehen muss.<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird bei Ausspruch einer krankheitsbedingten K\u00fcndigung und einer Klage vor dem Arbeitsgericht gepr\u00fcft, ob die K\u00fcndigung das letztm\u00f6gliche Mittel war. Ja, dann wird auch geschaut, inwiefern BEM angeboten und angenommen wurde und erfolgreich war.<\/p>\n<p>Das Bundesarbeitsgericht hat in st\u00e4ndiger Rechtsprechung klargestellt, dass die Nichtdurchf\u00fchrung eines BEM zwar nicht automatisch zur Unwirksamkeit einer krankheitsbedingten K\u00fcndigung f\u00fchrt, die Anforderungen an die Darlegungslast des Arbeitgebers jedoch erheblich erh\u00f6ht (<a href=\"https:\/\/www.hensche.de\/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Eingliederungsmanagement_BAG_2AZR400-08.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vgl. BAG-Urteil vom 10.12.2009, Az. 2 AZR 400\/08<\/a>). J\u00fcngst best\u00e4tigte das LAG Baden-W\u00fcrttemberg (<a href=\"https:\/\/www.hensche.de\/verfahrensfehler-beim-vorbereitenden-bem-erstgespraech-lag-baden-wuerttemberg-urteil-vom-14.01.2025-15-sa-22-24.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Urteil vom 14.01.2025, Az. 15 Sa 22\/24<\/a>), dass ein rein formales BEM ohne inhaltliche Auseinandersetzung als unwirksam gewertet werden kann. Das ist ein weiteres Argument daf\u00fcr, BEM substanziell und besch\u00e4ftigtenorientiert zu gestalten.<\/p>\n<p>In der Praxis werden krankheitsbedingte K\u00fcndigungen jedoch eher selten ausgesprochen. Bei einer krankheitsbedingten K\u00fcndigung muss u.a. eine negative Zukunftsprognose vorliegen. Das hei\u00dft die betreffenden Besch\u00e4ftigten haben eine ernsthafte Erkrankung. Aus ethischen Gr\u00fcnden wird hier oft auf K\u00fcndigungen verzichtet. Lieber w\u00fcrden Unternehmen vermeintliche \u201eKrankmacher\u201c loswerden. Hier gibt es jedoch keine negative Zukunftsprognose und das klappt daher nicht. Wenden wir jetzt das <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/pareto-prinzip\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Pareto-Prinzip<\/a> an, dann k\u00fcmmern wir uns doch erstmal um alle \u201enormalen\u201c BEM-F\u00e4lle, bevor wir uns \u00fcber den unwahrscheinlichen Fall einer krankheitsbedingten K\u00fcndigung Gedanken machen. BEM-Beauftragte m\u00fcssen sich zwingend als Kommunikationsprofis und Unterst\u00fctzende und nicht als arbeitsrechtliche Fachkr\u00e4fte sehen \u2013 auch wenn sie aus dem HR-Bereich kommen.<\/p>\n<blockquote><p>Diese Verbindung zur krankheitsbedingten K\u00fcndigung ist aus meiner Sicht der gr\u00f6\u00dfte BEM-Verhinderer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei manchen Unternehmen kann man wirklich den Eindruck gewinnen, es geht ihnen mehr um vermeintliche Rechtssicherheit als um Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. Die Konsequenz sind viel zu viele Formulare, die eine empathische Gespr\u00e4chsf\u00fchrung st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht wird mit in diesem Formular-Krieg mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Wenn ich meine Kundschaft, die einen ganz furchtbaren Formular-Wust hat, frage, wie oft sie krankheitsbedingte K\u00fcndigungen einleiten, kommt oft die Antwort \u201eeigentlich gar nicht\u201c oder \u201eeinmal alle paar Jahre\u201c. Und da k\u00f6nnte man das Thema doch wirklich entspannter und besch\u00e4ftigtenorientierter sehen. <strong>Der Fokus muss wieder dorthin, wo er hinsoll: auf die Hilfe f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten.<\/strong><\/p>\n<p>Man muss die Gestaltung von Betriebsvereinbarungen und Formularen vielleicht historisch einordnen. Unternehmen, Beh\u00f6rden und Institutionen waren sich schlichtweg unsicher, wie Betriebliche Eingliederungsmanagement zu gestalten war und haben ihre Rechtsberatung gefragt. Deren Aufgabe ist es nat\u00fcrlich, das BEM so rechtssicher wie m\u00f6glich zu machen. Das tut aber BEM nicht gut und man sollte \u00fcber besch\u00e4ftigtenorientiertere Regelungen nachdenken.<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt oft zu viele Formulare und den Zwang zur Unterschrift. Dar\u00fcber hinaus ist die Sprache h\u00e4ufig sehr juristisch statt besch\u00e4ftigtenorientiert und verst\u00e4ndlich. Das macht die Besch\u00e4ftigten misstrauisch. Im Zweifel kommt BEM nicht zustande. Und genau das muss sich \u00e4ndern.<\/p><\/blockquote>\n<h2 id=\"wie-lasst-sich-bem-aus-der-tabuzone-holen-und-der-prozess-fur-alle-beteiligten-zuganglicher-gestalten\">Wie l\u00e4sst sich BEM aus der Tabuzone holen \u2013 und der Prozess f\u00fcr alle Beteiligten zug\u00e4nglicher gestalten?<\/h2>\n<p>Hier kann das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und die Betriebliche Gesundheitsf\u00f6rderung (BGF) einen wichtigen Beitrag leisten, genauso wie die Qualifizierung von F\u00fchrungskr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Im BGM kann man das Thema Gesundheit in allen Facetten ins Bewusstsein holen und ohne Tabu dar\u00fcber sprechen. Das k\u00f6nnen beispielsweise Vortr\u00e4ge zu Themen sein wie Stress, Burnout, psychischen Belastungen (auch im privaten Bereich) oder Suchterkrankungen, die F\u00fchrungskr\u00e4fte und Besch\u00e4ftigte besuchen k\u00f6nnen. Auch zielgruppenorientierte Gesundheitsworkshops in kleinen Teams sind ein gutes Mittel, hier f\u00fcr mehr Offenheit zu sorgen.<\/p>\n<blockquote><p>Besch\u00e4ftigte sollten Hilfsangebote auch auf eigene Initiative nutzen k\u00f6nnen, ohne erst um Genehmigung zu bitten (z.B. Besch\u00e4ftigtenunterst\u00fctzungsberatung). Das hilft, die Hemmschwelle zu senken.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und BEM-Bedarf ist dabei besonders ausgepr\u00e4gt: Wie der DAK-Psychreport 2026 zeigt, verursachten psychische Erkrankungen im Jahr 2026 insgesamt 342 Fehltage je 100 Besch\u00e4ftigte, mit einer durchschnittlichen Falldauer von 33 Tagen. Das ist deutlich l\u00e4nger als bei den meisten k\u00f6rperlichen Erkrankungen. Betriebliches Gesundheitsmanagement, das psychische Themen offen anspricht, senkt die Hemmschwelle f\u00fcr BEM-Gespr\u00e4che erheblich.<\/p>\n<p>Bei der Qualifizierung von F\u00fchrungskr\u00e4ften w\u00fcrde ich das Thema \u201eGesunde F\u00fchrung\u201c sowie empathische F\u00fchrung verankern, d.h. F\u00fchrungskr\u00e4fte lernen, wie sie Gesundheit zum Thema machen und eine bestm\u00f6gliche gesundheitsf\u00f6rderliche Umgebung und einen dazu passenden F\u00fchrungsstil schaffen k\u00f6nnen. Tats\u00e4chlich hat der richtige F\u00fchrungsstil einen sehr hohen Einfluss auf die Gesundheit von Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<blockquote><p>Und ganz entscheidend ist hier die Empathie- und Kommunikationsf\u00e4higkeit von BEM-Beauftragten im Gespr\u00e4ch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie m\u00fcssen den Besch\u00e4ftigten vermitteln, dass im BEM jedes Thema genannt werden darf. Und falls die Besch\u00e4ftigten erstmal doch misstrauisch sein sollten, k\u00f6nnen BEM-Beauftragte auf ihr Netzwerk zur\u00fcckgreifen und Wege aufzeigen (z.B. Besch\u00e4ftigtenunterst\u00fctzungsberatung, Psychosoziale Beratungsstelle der Stadt etc.).<\/p>\n<h2 id=\"was-mochten-sie-abschliessend-allen-mitgeben-die-bem-in-ihrem-unternehmen-verbessern-mochten\">Was m\u00f6chten Sie abschlie\u00dfend allen mitgeben, die BEM in ihrem Unternehmen verbessern m\u00f6chten?<\/h2>\n<p>Mein zentrales Anliegen ist, dass BEM (wieder) das wird, als was es urspr\u00fcnglich gedacht war: <strong>Unterst\u00fctzung f\u00fcr Besch\u00e4ftigte, damit diese gut zur\u00fcck in den Job kommen.<\/strong><\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt beispielsweise, Betriebliche Eingliederungsmanagement besch\u00e4ftigtenorientiert zu gestalten (Betriebsvereinbarungen \u00fcberarbeiten, wenig Formulare). Au\u00dferdem sollen BEM-Beauftragte ihre <a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/soziale-kompetenz\/\">Fach- und Sozialkompetenz<\/a> weiterentwickeln k\u00f6nnen und <strong>das ganze Unternehmen muss an einem Strang ziehen<\/strong>. Damit meine ich nicht nur BEM- Beauftragte, Betriebsr\u00e4te und Schwerbehindertenvertretung, sondern auch F\u00fchrungskr\u00e4fte und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung.<\/p>\n<p>BEM ist eine wertvolle Sache. Ich habe viele engagierte Betriebliche Eingliederungsmanagement-Beauftragte kennengelernt, die Besch\u00e4ftigten wirksam helfen konnten \u2013 und in denen alle Verantwortlichen daf\u00fcr gesorgt haben, dass Ma\u00dfnahmen schnell umgesetzt wurden. Das zeigt: Wenn Menschlichkeit im BEM gelebt wird, profitieren alle Seiten. Factorial bietet HR-Teams eine digitale Grundlage, um BEM-Prozesse strukturiert zu begleiten \u2013 von der fristgerechten Einladung bis zur Dokumentation vereinbarter Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>Hinweis zur rechtlichen Grundlage:<\/strong> Das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist in \u00a7 167 Abs. 2 SGB IX geregelt. Seit 2004 sind alle Arbeitgebenden \u2013 unabh\u00e4ngig von Betriebsgr\u00f6\u00dfe und Branche \u2013 verpflichtet, Besch\u00e4ftigten nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunf\u00e4higkeit innerhalb von zw\u00f6lf Monaten ein BEM anzubieten, wie das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) best\u00e4tigt. Die Teilnahme ist f\u00fcr Besch\u00e4ftigte freiwillig. Eine Ablehnung darf keine arbeitsrechtlichen Nachteile nach sich ziehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/get-started\" target=\"_self\" rel=\"noopener\">Gewinnen Sie mit Factorial mehr Zeit f\u00fcr Ihre Besch\u00e4ftigten. Jetzt kostenlos <strong>testen<\/strong><\/a><\/p>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<h3>Wer darf beim BEM-Gespr\u00e4ch dabei sein?<\/h3>\n<p>Am BEM-Gespr\u00e4ch nimmt prim\u00e4r die betroffene Person mit dem BEM-Beauftragten teil. Mit Zustimmung des Mitarbeitenden k\u00f6nnen weitere Personen hinzugezogen werden, wie der Betriebsrat, die Schwerbehindertenvertretung, die F\u00fchrungskraft oder auch eine private Vertrauensperson.<\/p>\n<h3>Was muss der Arbeitgeber beim BEM beachten?<\/h3>\n<p>Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, BEM anzubieten, wenn ein Mitarbeitender l\u00e4nger als sechs Wochen im Jahr krank ist. Er muss einen vertrauensvollen und transparenten Prozess gew\u00e4hrleisten, dessen alleiniges Ziel die Arbeitsplatzerhaltung und die \u00dcberwindung der Arbeitsunf\u00e4higkeit ist.<\/p>\n<h3>Welche Nachteile hat ein BEM-Gespr\u00e4ch?<\/h3>\n<p>F\u00fcr Mitarbeitende k\u00f6nnen Nachteile entstehen, wenn das Verfahren nicht auf Vertrauen und Wertsch\u00e4tzung basiert. Besteht die Sorge, dass pers\u00f6nliche Gesundheitsinformationen missbraucht oder gegen sie verwendet werden, kann das Gespr\u00e4ch zu einer zus\u00e4tzlichen Belastung werden.<\/p>\n<h3>Was sollte ich bei einem BEM-Gespr\u00e4ch nicht sagen?<\/h3>\n<p>Als Mitarbeitender sind Sie nicht verpflichtet, genaue medizinische Diagnosen preiszugeben. Konzentrieren Sie sich auf die Auswirkungen der gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen auf Ihre Arbeit und vermeiden Sie es, sich unter Druck setzen zu lassen, private Details zu teilen, mit denen Sie sich unwohl f\u00fchlen.<\/p>\n<h3>Wann sollte man das BEM ablehnen?<\/h3>\n<p>Die Teilnahme am BEM ist freiwillig. Eine Ablehnung kann in Betracht gezogen werden, wenn ein grundlegendes Misstrauen gegen\u00fcber dem Arbeitgeber oder dem BEM-Beauftragten besteht und Sie bef\u00fcrchten, dass das Verfahren nicht fair und l\u00f6sungsorientiert gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Hinweis: Bitte beachten Sie, dass der Text redaktionell \u00fcberarbeitet wurde. Der Wortlaut und die Rechtschreibung wurden leicht angepasst, der Inhalt ist jedoch unver\u00e4ndert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschlichkeit im BEM entscheidet dar\u00fcber, ob das Betriebliche Eingliederungsmanagement wirklich hilft oder nur auf dem Papier existiert. Rechtliche Grundlagen und Formalit\u00e4ten haben wir bereits in unserem \u00dcberblicksartikel zum BEM behandelt. In diesem Interview beleuchten wir die zwischenmenschliche Dimension: Wie gelingt ein besch\u00e4ftigtenorientiertes BEM, das Vertrauen schafft und nachhaltige L\u00f6sungen f\u00fcr alle Beteiligten erm\u00f6glicht? Sabine<a href=\"https:\/\/factorialhr.de\/blog\/bem-prozess-interview\/\" class=\"read-more\"> [&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":192947,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[258],"tags":[],"class_list":["post-30221","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-mitarbeitergesundheit"],"acf":{"topics":"brand-content"},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v21.5 (Yoast SEO v21.9.1) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>BEM Prozess braucht Menschlichkeit: Das Interview<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"BEM ist oft ein heikles Thema. 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