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Transkript

00:08

So, dann schauen wir, was noch in der Kiste ist.Okay, eine Kette und ein Schraubenschlüssel.

00:16

Kann das Fahrradfahren lehren, wie man ein Team führt?

00:19

Ja, das ist eine späte Erfahrung, die ich gemacht habe.

00:25

So im Nachhinein, kann ich sagen, habe ich in früheren Jahren viel zu wenig Sport gemacht und merke erst jetzt, welche positiven Resultate und auch Begleiterscheinungen es einfach gibt, wenn man sich sportlich fit hält.

00:45

Ich glaube, so in jungen Jahren, man meint, man hat keine Zeit und Familie kommt dazu und dann ist letztendlich sportliche Fitness vielleicht das, was hinten ansteht.

00:55

Aber das kann ich jedem mit auf den Weg geben.Sportliche Fitness heißt mentale Fitness und ich glaube, dass das zu besseren Leistungen im Job führt.

01:05

Und dann auch erlaubt es uns im Sport manchmal, ganz große persönliche Ziele zu setzen.

01:13

Und auch das merkt man dann in einer Mischung aus: „Wie viel Effort, wie viel Anstrengung bringe ich rein ins Training?" Aber dann ist es auch dieser mentale Teil: „Ich habe ein Ziel vor mir, ich will das schaffen." Und dann merkt man plötzlich, es spielt sich so vieles im Kopf ab.

01:33

Und ich glaube, da gibt es auch Dinge, die aufs Berufsleben zu übertragen sind.

01:39

Und das kann ich eigentlich nur jedem raten, das auch auszuprobieren, für sich.

01:45

Und ich würde heute, ja, mich gerne mit Leuten umgeben, die auch sportlich fit sind, weil ich glaube, sie sind letztendlich auch für mich die besseren Manager, weil man geht auch mit Niederlagen um, die es normal im Sport gibt.

02:01

Man sucht sich immer neue Ziele.Das ist eine positive Grundeinstellung.

02:08

Und vielleicht eine kleine Episode.Ich habe immer alles ein bisschen gemacht an Sport, aber nie richtig viel.

02:16

Und jetzt habe ich mich doch mal entschlossen, Rad zu fahren.

02:22

Und aus dem Radfahren wurde dann die verrückte Idee, an einem Rennen teil zu nehmen über 165 Kilometer und 2.500 Höhenmeter.

02:32

Und ums zu machen.Ich habe es wirklich geschafft, aber am Ende habe ich mir gesagt, es war die Hälfte Training, aber die Hälfte ist das, was im Kopf abspielt,sich im Kopf abspielt.

02:42

Und es war eine sehr schöne Erfahrung.Kann ich also jedem nur raten.

02:47

Wenn du dieses Fahrrad-Race 20 Jahre früher gemacht hättest,was hättest du vielleicht anders gemacht in deiner Karriere als Führungskraft, als Länderchef bei L'Oréal?

03:00

Das ist eine gute Frage.Vielleicht manchmal noch größere Ziele gesetzt und gesagt: „Hey, können wir es schaffen?" Und wenn nicht, haben wir auch so viel dafür trainiert und haben dabei Dinge gelernt für uns, die uns weiterbringen.

03:20

Und das würde ich, ja, ich glaube, das würde ich so mitnehmen.

03:26

Was wäre denn das für ein größeres Ziel zum Beispiel gewesen?

03:27

Gibt es was, wo du zurückschaust und denkst: „Da hätte ich es mir vielleicht noch mal geben wollen?" Natürlich stellt man sich so die Frage: Hat man das Optimale in seiner Karriere erreicht, jetzt als Verantwortlicher für ein Land in so einem großen Konzern?

03:43

Oder wieso bin ich jetzt nicht im Vorstand am Ende?

03:47

Und vielleicht gibt es zwei Antworten dafür.Ich glaube, ich habe es nicht erreicht, weil ich vielleicht manchmal nicht groß genug Ziele vielleicht für mich fixiert habe und dass ich manchmal in meiner Art eher sehr demütig, sehr humble, mit Resultaten umgegangen bin.

04:06

Mir war es wichtiger, gute Resultate zu erzielen, als drüber zu erzählen.

04:09

Und da gibt es manche andere Kulturen, die das viel besser verkaufen können.

04:15

Aber auf der anderen Seite glaube ich, dass ich genau den Job gefunden habe, der meinen Kompetenzen und auch meinen Fähigkeiten entspricht.

04:24

Und das ist vielleicht auch eine große Erfahrung, die ich gemacht habe:Man muss sich selber irgendwann mal gut kennen, um zu wissen, was man erreichen kann und was man machen kann und nicht.

04:38

Und ich glaube, das war meine große Genugtuung,dieses Level erreicht zu haben, mit diesem Level sehr glücklich gewesen zu sein.

04:49

Und ich glaube, deshalb konnte ich auch einen guten Job machen, um vielleicht auch die eine oder andere Nacht besser schlafen zu können.