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Transkript

00:07

Was ist das?Okay, Money.Ah Thema Mentoring.Darf Geld allein Anreiz sein, eine Führungsrolle zu übernehmen?

00:16

Ja, diese Frage verbinde ich mit jungen Führungskräften oder angehenden Führungskräften, die in meinen letzten beruflichen Jahren,hatte ich das Vergnügen, ab und zu von diesen jungen Führungskräften oder angehenden Führungskräften kontaktiert zu werden, weil die sich auf ein Assessment Center vorbereiten mussten.

00:34

Bei Daimler war es so: Man kam nur in die Führungsrolle, wenn man vorher ein Assessment Center durchlaufen hatte und da getestet wurde ob man als Führungskraft geeignet ist.

00:45

Die Vorbereitungen dafür waren mannigfaltig, aber einige der Kandidaten haben dann versucht, einen Mentor zu finden, der sie begleitet in dieser Phase vor dem Assessment Center.

00:58

Und zu meiner Freude wurde ich dort mehrfach angefragt von jungen angehenden Führungskräften, die meinen Rat suchten und mich fragten, ob ich sie da unterstützen kann.

01:08

Das Interessante war, das waren keine Kolleginnen und Kollegen aus meinem eigenen Bereich, häufig von anderen Bereichen, die auf mich aufmerksam geworden sind.

01:18

Und das Schöne für mich war, ich habe mir dann die Zeit genommen, mich mit diesen Menschen auseinanderzusetzen, zu treffen, zu sprechen.

01:25

Meistens wenn man beginnt mal eine Stunde und auch das ist etwas, wo mich geprägt hat im Leben: Es ist, finde ich, zunächst wichtig als Eisbrecher, dass man sich öffnet und dass man auch Themen preisgibt über sich selber als Person, die vielleicht jemand anderes, der einen nicht kennt, nicht erwartet und sagt: „Hoppla,wieso erzählt der mir das?

01:46

Wieso öffnet der sich so?" Und das hat gerade bei diesen jüngeren Menschen sehr viel ausgelöst.

01:51

Und ich habe denen dann immer gesagt, auch erzählt, wie mein Karriereweg verlaufen ist, ob geplant oder ungeplant, und habe sie dann auch immer wieder darauf aufmerksam gemacht: Werdet euch im Klaren, weshalb ihr Führungskraft werden wollt?

02:07

Was ist euer Antrieb, weshalb ihr Führungskraft werden wollt?weil in einem Assessment Center ist Das ist die wichtigste Frage der Prüfer, der Juroren, die da drin sitzen, die wollen wissen: Was will diese junge Frau, was will dieser junge Mann als Führungskraft bewirken?

02:20

Was treibt ihn an?Und ich habe selber in den Assessment Centern gesessen und manchmal gehört:„Ja, ich will mehr Geld verdienen.

02:27

Ich will einen Dienstwagen." Das ist kein Antrieb für eine Führungskraft.

02:31

Man muss sich überlegen: Was will ich erreichen?Ich will ein Team motivieren.

02:36

Ich will Verantwortung übernehmen.Ich will helfen, aktiv beitragen, dass das Unternehmen sich positiv weiterentwickelt.

02:42

Ich will einen Mehrwert schaffen mit meinen Teams, die ich führe.

02:45

Und da konnte ich jungen Menschen einen kleinen Rat mitgeben und das Schöne war,wenn die dann das Assessment Center bestanden haben, die meisten haben das dann auch bestanden, kamen dann sehr viele positive Rückmeldungen, auch zum Teil Jahre später, wenn man sich in irgendeiner Werkskantine getroffen hat, kam plötzlich jemand auf mich zu und hat gesagt: „Wissen Sie noch,damals und heute mache ich das und das?" Und das war für mich persönlich auch immer eine gewisse, also sicherlich eine große Freude, aber auch ein Zeichen, dass ich vielleicht nicht alles falsch gemacht habe bei meiner Beratung von jungen Mentis.

03:19

Was war denn dein Antrieb?Ja, mein Antrieb ist ein bisschen mannigfaltig.

03:24

Da habe ich natürlich auch irgendwann mir mir Gedanken gemacht,der Antrieb war sicherlich vom Elternhaus geprägt, dass,-jetzt bin ich auch wieder ganz offen- dass ich vielleicht in meiner Jugend etwas mich benachteilig fühlte.

03:38

Ein sogenannter Spätentwickler – das gibt es ja auch, dass man ein bisschen später in die Pubertät kommt.

03:42

Das war bei mir so und ich musste mich immer beweisen, weil ich vielleicht auch noch körperlich etwas zurückgeblieben war bis zum 16, 17.

03:51

Lebensjahr.Das war immer der Antrieb, den anderen es zu beweisen.

03:54

Ich habe dann Selbstverteidigungskurse gemacht, wurde dort immer besser als Anfang, um mir Sicherheit zu geben.

03:59

Und später – das habe ich dann herausgefunden in späteren Jahren – sicherlich der Antrieb, es der Familie zu beweisen, was in mir steckt, dass ich mehr machen kann, mehr leisten kann.

04:11

Als ich dann eine eigene Familie hatte, war der Antrieb, der Familie Sicherheit zu geben.

04:17

Das war ein ganz großer Antrieb: Bring weiter Leistung, schau, dass du was erreichen kannst im Leben, um deiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen.

04:25

Das war wirklich ein großer Antrieb für mich und etwas, wo ich sage: Ja, das hat sich gelohnt, weil heute kann ich mit einem gewissen Stolz und mit einer Zufriedenheit vor allem und auch mit einer Dankbarkeit zurückblicken und sagen:Vieles von dem, was ich mir mal erträumt habe, konnte ich schaffen und erreichen und das ist erfreulich.