Zum Inhalt gehen

Transkript

00:11

Warum ist es wichtiger, seine Stärken zu fördern, anstatt sich auf die Schwächen zu fokussieren?

00:19

Ja, aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher Unterschied, wenn man sich auf Stärken fokussiert, weil es so unkonventionell ist und aufrüttelt.

00:29

Wir haben leider die Situation, beginnend in der Schule, dass man sich fokussiert auf seine Schwächen, auf die Defizite, was man ausgleichen sollte, und meiner Meinung nach ist das der falsche Approach.

00:43

Das sieht man ja auch, wenn Kinder nicht wollen, dann wollen sie nicht und man kann sie nicht dazu bewegen.

00:48

Und man erreicht viel mehr, wenn man es schafft, sie für Dinge zu begeistern, die sie gern machen.

00:54

Und das Gleiche, die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht im Berufsalltag.

00:59

Aus meiner Perspektive ist es ganz, ganz wesentlich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und grundsätzlich die Gesellschaft viel, viel stärker fokussiert ist auf Stärken, auf Talente, weil so gelingt es einfach, dass man Leidenschaft in den Job mitbringt, dass man Spaß hat,dass diese netzwerkorientierte Zusammenarbeit besser gelingt, dass man voneinander profitiert, weil die Teams sich einfach anders und besser kennen und sich gegenseitig natürlich auch unterstützen können, weil des einen Stärken sind vielleicht des anderen Entwicklungspotenziale.

01:39

Und wenn man das Ganze kombiniert, gelingt Größeres.

01:43

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieser Fokus das Team stärker und besser motiviert, als man geht immer nur auf die Entwicklungspotenziale.

01:55

Du hast in der Vorbereitung auch über diesen Gallup-Strengths-Finder gesprochen.

02:00

Magst du darauf vielleicht kurz noch eingehen in dem Kontext?

02:04

Genau.Also ich glaube, ganz wesentlich ist die Vorbereitung und die Analyse und dass man das Team sehr gut mitnimmt. Was so stärkenorientierte Tests machen, ist,anhand von Fragen aus dem Leben gegriffen,die Stärken und Talente sichtbar machen.

02:21

Und dann bekommt man ein analysiertes Persönlichkeitsprofil und da ist es ganz,ganz wichtig, dass dann jeder individualisiert ein Feedback bekommt, wo man das Ganze inhaltlich bespricht mit einem Coach, mit einem Trainer, der darauf fokussiert ist, weil da schwingt auch sehr viel Angst mit bei all diesen Themen, weil natürlich, was heißt das jetzt, wenn meine Stärken sichtbar werden?

02:48

Und es sind vielleicht nicht die richtigen, die ich brauche für mein Anforderungsprofil. Wie gehe ich damit um?

02:55

Und da ist es ganz wichtig, dass es gute Coaches gibt, die sich darauf fokussieren und einfach dem Team sagen: Es gibt kein richtig oder falsch.

03:06

Es gibt bei stärkenorientierter Führung tatsächlich nur ein Lernen,ein Sich-Austauschen.

03:14

Und das heißt ja nicht, wenn ich in einem Bereich keine Stärke habe, dass ich die Dinge dann nicht gut kann oder nicht in der Lage bin, sie zu machen.

03:23

Es heißt lediglich, dass sie mir vielleicht ein bisschen mehr Energie kosten, als die Dinge, wo meine Talente und meine Stärken liegen.

03:31

Und da muss man das Team einfach sehr gut mitnehmen, sehr gut im Vorfeld darauf vorbereiten, damit man da auch ein bisschen die Angst nimmt, weil das ist etwas, was noch nicht so traditionell ist und noch nicht so viel eingesetzt wird.

03:45

Und ich glaube aber, es ist der Gamechanger.Du hast auch über Equal Participation gesprochen in der Vorbereitung.

03:52

Magst du darauf vielleicht auch in dem Kontext noch kurz eingehen?

03:55

Ich denke, dass es ganz, ganz wesentlich ist, auch auf Diversität zu achten.

04:02

Diversität in den Teams, Diversität in der Gesellschaft.

04:06

Und da geht es nicht nur um Geschlechterdiversität, sondern es geht um sehr, sehr, sehr viel mehr.

04:12

Da steht ja viel mehr dahinter, von kulturellem Background über Alter,über Herkunft, Religion etc.

04:19

Und meine Erfahrung ist, je diverser ein Team ist, desto breiter ist es einsetzbar und desto breiter sind die Talente und die Inputs, die man bekommt.

04:32

Und wenn man tatsächlich darauf achtet, divers zu besetzen und das bewusst macht,da gibt es unzählige Studien, die braucht man jetzt hier nicht auflisten.

04:43

Das ist wissenschaftlich bewiesen, dass diverse Teams einfach lösungsorientierter sind, kreativer sind, zu besseren Erfolgen kommen, sich gegenseitig besser halten und stützen.

04:56

Und die Erfahrung habe ich selber auch gemacht.