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Transkript

00:13

Wie schafft man es, als Führungskraft sich nicht einsam zu fühlen?

00:19

Das ist eine sehr interessante Frage und die Antwort ist eine schwierige.

00:26

Und auch ich musste erst mal erst lernen, was hier die Wege sind.

00:30

Ich hatte anfänglich auch damit zu kämpfen, von einer Position aus einem Team heraus in eine Führungsposition zu wechseln, in eine Geschäftsführungsposition, wo ich als alleinige Geschäftsführung keinen Partner an der Seite oder Partnerin an der Seite hatte, wo jetzt direkter Austausch und so weiter stattfinden kann.

00:53

Meine Erfahrung hat gezeigt, es gibt mehrere Wege.

00:56

Ein Weg für mich, ein guter Weg für mich war, Seilschaften und Netzwerke aufzubauen, sich Sparrings zu suchen auf gleicher Ebene, wo man sich austauschen kann und Themen oder Schwierigkeiten, Herausforderungen besprechen und gemeinsam so ein bisschen an Lösungen arbeiten.

01:18

Dann ein zweiter Ansatz, der mir immer hilft, ist immer der Rückzug zur Familie.

01:25

Mir ist Familie und Partnerschaft sehr wichtig und da bekomme ich einfach viel Feedback und Halt und auch die nötige Energie, wieder loszugehen und sich wieder hinzustellen und alleine Entscheidungen zu treffen oder eben einfach das Team und die Organisation zu managen.

01:52

Was ich auch empfehlen kann, ist einfach einen Coach oder einen Trainer zu haben.

01:59

Das finde ich ganz, ganz wesentlich, weil man einfach Dinge, Erlebnisse, Erfahrungen mit jemandem teilen und besprechen muss.

02:09

Und teilen ist immer besser und ansprechen ist immer besser, als das mit sich selber auszumachen.

02:16

Und für mich war das tatsächlich der Gamechanger.

02:18

Ich habe in etwa vor fünf Jahren begonnen, mit einem Business-Coach zu arbeiten und einfach dann auch die Situationen zu besprechen, mich auf die Situationen vorzubereiten und da auch ein bisschen so einen emotionalen Polster zu bauen.

02:35

Und der letzte Punkt, den ich auch wichtig finde, der für mich wichtig ist, ist das Thema Persönlichkeitsentwicklung.

02:43

Es ist immer die Frage von: Wie schaue ich auf die Dinge?

02:48

Wenn ich mit dem Mindset hineingehe: „Ich bin lonesome at the top“, dann fühlt es sich auch so an und dann bin ich auch alleine da oben.

02:56

Wenn ich den Mindset habe, ich bin natürlich Führungskraft und stehe vielleicht an der Spitze, aber nichtsdestotrotz Teil des Teams agiere über das Team und habe sehr,sehr viele Ansprechpartner, dann macht das einen Unterschied.

03:11

Und meine Erfahrung ist, die Perspektiven, mit der man auf die Dinge blickt, sind der Gamechanger.

03:18

Du hast auch einen Vergleich angestellt mit Elternsein und wie die Konflikte zu Hause in Relation stehen zu den Konflikten, zum Beispiel am Arbeitsplatz.

03:30

Ja, genau.Was auch immer hilft, wenn man so vor Konfliktsituationen steht, weil dann ist es ja insbesondere schwierig, wenn man das Gefühl hat, okay, man muss jetzt da alleine durch und man trägt das alleine aus.

03:43

Ich relativiere das dann immer und denke dann an mein Zuhause und an die Themen,die in der Familie und durch die Kinder ins Leben kommen und in den Alltag kommen und die ja mal größer, mal kleiner, aber immer bedeutend sind.

04:02

Und für mich ist dann immer das so ein Tool, um ein bisschen umzugewichten und zu relativieren und einfach das Leben nicht immer so ernst zu nehmen,auch das Businessleben nicht immer so ernst zu nehmen.

04:15

Die Erfahrung ist, man kann es nicht allen recht machen.

04:18

Das darf auch nicht der Anspruch sein und da darf man auch ein bisschen entspannter werden.

04:24

Und das bringt aber schon die Erfahrung.