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Transkript

00:10

Aha.Wenn man auf allen Positionen spielen will, muss man dann auch sein eigenes Team aufbauen?

00:18

Ja, das ist eine tolle Frage auf jeden Fall, weil das natürlich meinen Werdegang betrifft.

00:25

Und ich habe in verschiedenen führenden europäischen Agenturen gearbeitet.

00:31

Ich war bei The Brand Union, bei Jung von Matt, bei Fischer-Appelt und habe in allen diesen Unternehmen meine Position gesucht.

00:44

Also formal war ich im Account Management dort tätig, aber mein Horizont, meine Interessen, meine Neugier war deutlich größer als dieser Bereich Account Management in einer klassischen Agentur definiert ist.

00:59

Ich habe ursprünglich mal Journaille gemacht, habe auch getextet und habe unterschiedliche Sachen gemacht und habe in diesen Agenturen als Account Manager ein relativ kleines Spektrum gehabt, in dem ich mich bewegen durfte laut System.

01:14

Und ich bin von Haus aus auf jeden Fall jemand, der Systeme challengen möchte und versucht, auch die Grenzen dieser Systeme, sagen wir mal, zu erweitern, mitunter auch zu sprengen, wenn es das erfordert.

01:30

Und mich hat ein bisschen gestört, dass ich an dem Entstehungsprozess von Ideen nicht so richtig teilhaben konnte.

01:38

Und das ist halt die klassische Aufgabe eines Account-Managers und deswegen hat mich mein Weg dann zwangsläufig irgendwann zu der Gründung einer eigenen Agentur geführt, weil ich einfach, um jetzt bei diesem Fußballbild zu bleiben,ich möchte einfach gerne auf mehreren Positionen spielen und ein bisschen flexibleres System leben, in dem nicht nur ich persönlich Möglichkeiten habe,auf unterschiedlichen Positionen zu agieren, sondern unser Team eben auch.

02:07

Wir sind ein sehr interdisziplinäres Studio und wir haben ein sehr agiles Mindset und ein sehr spielfreudiges Spielsystem, was sich immer dem unterordnet, wofür wir stehen, nämlich das Kreieren von herausragenden Ideen von Design, Kampagnen und Branding.

02:30

Du hast im Hinblick auf dieses konservative Agenturmodell auch Hierarchien angesprochen.

02:38

Grundsätzlich ist es bei uns, bei Karl Anders, so, dass wir versuchen,relativ hierarchiefrei zu arbeiten.

02:44

Es gibt am Ende zwei Geschäftsführer:innen, meine Partnerin Claudia und mich, die ein bisschen mehr entscheiden können, müssen,dürfen, wollen als alle anderen.

02:54

Aber unser System ist sehr darauf ausgelegt, dass es sich eben dieser schöpferischen Tätigkeit auf der Suche nach der besten möglichen Idee unterordnet und dass wir einfach Talent vor Titel setzen wollen.

03:10

Oder nicht nur setzen wollen, sondern wir tun das.

03:13

Uns ist nicht ganz so wichtig, wer die Idee hat, sondern dass die Idee gut ist.

03:20

Du hast im Zusammenhang damit auch davon gesprochen, dass du etwas erschaffen willst, das Hand und Fuß hat beziehungsweise noch weiter.

03:30

Ja, für mich kommen immer... Die Magie, die entsteht, wenn Herz, Hand und Kopf zusammenkommen, das ist eigentlich immer das ganz Besondere.

03:42

Und das ist das, was wir versuchen bei uns zu kreieren, dass wir ein System schaffen oder ein System geschaffen haben bei uns, in dem es möglich ist, allen Menschen, die dort arbeiten, die größtmögliche Freiheit zu geben, sich zu verwirklichen, zu wachsen und sich mit Herz, Hand und Hirn, sage ich mal, arbeiten zu können.