Die OKR-Methode ist eine erfolgreiche Methode zur Strategieumsetzung und Zielerreichung, die in Start-ups, großen Unternehmen und NGOs, aber auch in Behörden Anwendung findet. Sie ermöglicht es Organisationen, ambitionierte Ziele klar zu definieren, messbare Ergebnisse zu formulieren und den Fortschritt systematisch zu verfolgen. Dadurch werden die Effizienz, Transparenz und der Erfolg des Unternehmens gesteigert. Wie genau diese Methode funktioniert, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die OKR-Methode ist eine Managementmethode zur Umsetzung von Strategien und zur Zielerreichung in Organisationen.
- Ambitionierte und einprägsame Ziele (Objectives) werden jeweils durch zwei bis vier messbare Schlüsselergebnisse (Key Results) quantifiziert, um den Fortschritt objektiv zu messen.
- Factorial bietet eine intuitive OKR-Software, mit der Sie Ziele systematisch anlegen, tracken, teilen und gewichten können.
Definition: OKR-Methode einfach erklärt
OKR – Bedeutung
Bei der OKR-Methode handelt es sich um ein Rahmenwerk der Zielsetzung und ein Führungsinstrument. Es dient dazu, Strategien in konkrete Ziele zu übersetzen und hilft Unternehmen dabei, diese Ziele erfolgreich umzusetzen.
OKR steht dabei für „Objectives and Key Results“ (zu Deutsch Ziele und Schlüsselergebnisse). Es geht darum, sich mit OKR ehrgeizige Ziele zu setzen und deren Erreichung präzise zu messen. Dabei ist OKR nicht nur eine Methode, sondern ein Denkansatz, der die Unternehmenskultur bestimmt, und als agiles Managementsystem für mehr Fokus, Transparenz und die schnelle Anpassung an veränderte Marktbedingungen sorgt.
„Objectives“ und „Key Results“: Woher kommt das OKR-Framework?
Die Methode wurde 1971 von Andy Grove, damals CEO beim Unternehmen Intel, entwickelt. Er baute dabei auf Peter Druckers Konzept des „Management by Objectives“ auf und legte besonderen Wert auf:
- Kurze Zyklen zur Überprüfung der Zielerreichung,
- Fokus auf konkrete und messbare Ziele, und
- Einbeziehung der Mitarbeitenden.
Später lernte John Doerr die Methode kennen und brachte sie 1999 zu den Gründern von Google, die OKR erfolgreich zur Steuerung ihres Unternehmens einsetzten. Heute wird die Methode weltweit in Start-Ups, Konzernen, NGOs und Behörden angewendet.

Wie funktioniert die OKR-Methode?
Was versteht man unter OKRs?
Die OKR-Methode besteht aus zwei Hauptbestandteilen:
- Objectives: Zunächst geht es darum, qualitative, motivierende Ziele (Objectives) zu definieren. Diese geben die Richtung vor und zeigen auf, was erreicht werden soll. Objectives beantworten die Frage: „Was gilt es zu erreichen?“ Sie sind eher abstrakt und nicht direkt messbar, können Teams und Mitarbeitende jedoch vor allem emotional ansprechen – ähnlich wie kleine Leitbilder oder Visionen. Objectives sind terminiert, sodass jeder weiß, bis wann diese Ziele umgesetzt werden sollen. Sie sollten zudem inspirierend sowie einprägsam sein.
- Key Results: Aufbauend auf den Objectives werden messbare Schlüsselergebnisse (Key Results) festgelegt, die den Fortschritt bei der Erreichung der Objectives quantifizieren. Key Results beantworten die Frage: „Wie will ich meine Objectives erreichen?“ Essenziell ist hier, dass Zielmetriken hinterlegt werden, um die Key Results messbar zu machen. Das können spezifische Kennzahlen, Meilensteine oder Ergebnisse sein. Wie die Objectives müssen auch die Key Results terminiert sein und sind immer einem Objective untergeordnet.
Ein OKR-Set besteht aus einem Objective und den dazugehörigen Key Results.
Grundsätzlich ist die OKR-Methode zyklisch ausgelegt. Das bedeutet, dass Ziele und Key Results in einem Unternehmen oder einer Organisation in regelmäßigen Abständen (meist 3–6 Monate) überprüft, angepasst und neu definiert werden.
Welche sind die vier Säulen der OKR-Methode?
Die OKR-Methode basiert auf klaren Prinzipien, die den Prozess der Zielsetzung und Zielverfolgung strukturieren und effektiver machen.
- Priorität und Fokus
Zu viele Objectives überladen die Teams und bringen wenig Nutzen bei der Zielerreichung. Es wird empfohlen, pro Organisationseinheit oder Team pro Zyklus etwa 2–4 Objectives zu definieren, um die Konzentration auf das Wesentliche zu gewährleisten. - Transparenz
Ziele sollten für alle Beteiligten sichtbar und nachvollziehbar sein. Nur wenn alle Mitarbeitenden die übergeordneten Ziele kennen, können sie ihre Arbeit darauf ausrichten und gemeinsam auf die Zielerreichung hinarbeiten. - Verfolgen der Verantwortlichkeit
Ein oder zwei OKR-Zuständige sorgen dafür, dass der OKR-Prozess effektiv funktioniert. Sie begleiten das Aufsetzen der OKRs, überwachen den Fortschritt während des Zyklus und führen die abschließende Reflexion durch. - Ambitionierte Ziele
Objectives sollten eher hoch gesteckt sein als zu niedrig. Ambitionierte Ziele motivieren Teams, über sich hinauszuwachsen und Innovationen zu fördern, ohne den Rahmen realistischer Umsetzbarkeit zu verlassen.
Zyklischer Ablauf eines OKR-Prozesses
- Planning: Festlegung der Objectives und Key Results für den Zyklus.
- OKR-Weekly: Regelmäßige Statusüberprüfung und Anpassung der Maßnahmen.
- OKR-Review: Bewertung der Zielerreichung am Ende des Zyklus.
- OKR-Retrospektive: Reflexion über den gesamten Prozess und Optimierung für den nächsten Zyklus.
Weiterführende Hinweise zur Funktionsweise der Methode finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums des Innern sowie ein ausführliches Methodenblatt zur OKR-Methode auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes.
OKR-Methode Beispiel
Ein Café erhält verstärkt Nachfragen nach vegetarischem Angebot und stellt fest, dass der Umsatz stagniert. Daher beschließt das Management, das vegetarische Angebot auszubauen, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Objective:
Wir wollen das vegetarische Angebot unseres Cafés innerhalb der nächsten drei Monate erweitern, um die Kundenzufriedenheit zu steigern.
Key Results:
- Wir nehmen mindestens fünf neue vegetarische Gerichte in unsere Speisekarte auf.
- Wir erreichen, dass mindestens 50 Kund*innen die neuen vegetarischen Gerichte innerhalb der ersten drei Monate probieren.
- Wir steigern den Umsatzanteil vegetarischer Gerichte innerhalb von drei Monaten um 20 %.
Nach der Definition (OKR-Planning) verfolgt das Management den OKR-Prozess. Wöchentlich wird der Fortschritt überprüft. Nach drei Monaten, dem festgelegten Zyklus, findet ein Review statt. Dabei wird reflektiert: Wurde das Ziel erreicht? Welche Maßnahmen waren erfolgreich, und was kann verbessert werden? Anschließend startet ein neuer OKR-Zyklus, der zum Beispiel auf Basis der Erkenntnisse aus dem vorherigen Zyklus angepasst werden kann.
Vorteile und Stolperfallen der Methode
Vorteile:
- Die Methode ist agil: Sobald Objectives und Key Results festgelegt sind, haben Teams viel Freiheit in der Umsetzung, solange die Ziele fristgerecht erreicht werden.
- Transparenz und Motivation: Teilerfolge und Fortschritte werden schnell sichtbar, was motivierend wirkt und die Zusammenarbeit fördert.
- Fokus auf das Wesentliche: Durch die klare Priorisierung der Ziele wissen Teams genau, worauf sie sich konzentrieren müssen.
- Messbare Ergebnisse: Key Results machen Fortschritte objektiv überprüfbar und ermöglichen eine datenbasierte Steuerung.
Nachteile/Stolperfallen:
- OKRs ersetzen keine Vision, Mission oder strategische Ausrichtung. Die übergeordnete Strategie und das Leitbild der Organisation müssen vorher klar definiert sein.
- Zu viele Objectives oder unklare Key Results können überfordern.
- Fehlende Disziplin in der Umsetzung: Ohne regelmäßige Überprüfung und Anpassung können OKRs ihren Zweck verfehlen.
- Übermäßiger Leistungsdruck: Wenn Ziele zu ambitioniert oder unrealistisch gesetzt werden, kann dies demotivierend auf die Beschäftigten wirken.
Was ist der Unterschied zwischen OKR und KPI?
Auch wenn beide Methoden Gemeinsamkeiten aufweisen, unterscheiden sie sich deutlich, können sich jedoch in der Strategieumsetzung und Erfolgsmessung im Unternehmen ergänzen. OKRs sind vor allem zukunftsorientiert: Sie definieren ambitionierte Ziele (Objectives) und messbare Ergebnisse (Key Results) für die Zukunft. KPIs messen primär den aktuellen und vergangenen Leistungsstand und dienen der kontinuierlichen Erfolgskontrolle.
Das Zusammenspiel von OKRs und KPIs ermöglicht es Unternehmen, sowohl aus vergangenen Leistungen zu lernen als auch die zukünftige Zielerreichung aktiv zu steuern.
Objectives & Key Results: Mit Factorial die OKR-Methode erfolgreich umsetzen
Die OKR-Software von Factorial ist ein direktes Tool zur Umsetzung der OKR-Methode. Hier können Sie Ihre Ziele und Schlüsselergebnisse definieren, verfolgen und auswerten. Sie können einzelnen Beschäftigten oder Teams konkrete Ziele zuweisen, und Fortschritte werden automatisch überwacht. Zudem sind Gewichtung und Priorisierung der Ziele möglich.
Die OKRs lassen sich außerdem in weitere HR-Funktionen von Factorial integrieren. So können konkrete OKRs direkt aus Leistungsbeurteilungen oder Feedback-Prozessen abgeleitet werden.
Testen Sie Factorial noch heute und starten Sie direkt mit der OKR-Einführung.
Tipp: Mit Factorial können Sie auch KPIs direkt in Ihre OKRs einbinden, um Fortschritte messbar zu machen und die Zielerreichung objektiv zu überwachen.