Die NIS2-Richtlinie hat die Spielregeln für Tausende mittelständische Unternehmen in Europa grundlegend verändert. Nachvollziehbarkeit der Endpunkte, Zugriffskontrollen, Vorfallmanagement und vor allem: die Fähigkeit, all das mit Nachweisen zu belegen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro, und die Verantwortung liegt direkt bei der Geschäftsleitung. In Deutschland wurde die Richtlinie durch das NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) in nationales Recht überführt — die Umsetzungsfristen laufen bereits.
Android macht weltweit über 70 % des mobilen Marktes aus. In der Praxis bedeutet das: Die meisten Unternehmen haben Android-Smartphones und -Tablets im Einsatz — verteilt auf Außendienst, Servicetechniker*innen und Remote-Teams, die täglich auf Unternehmensdaten zugreifen. Diese Flotte mit Excel-Tabellen zu verwalten, ist keine Option mehr. Sie brauchen ein MDM — und zwar eines, das Android wirklich beherrscht.
In diesem Artikel analysieren wir die 6 besten MDM-Softwares für Android-Geräte im Jahr 2026 — mit Funktionen, echten Unterschieden und Einschränkungen.
Vergleichstabelle: die besten MDM-Softwares für Android
| Software | Ideal für | Android Enterprise | Kiosk-Modus | BYOD | HRIS | Daten | Richtpreis |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Factorial IT | Gemischte Flotten mit IT-HR-Lebenszyklus | ✅ Managed Google Play | ✅ Ja | ✅ Ja | ✅ Nativ | EU | ~5,5–7 €/Gerät/Monat |
| Hexnode | Vorkonfigurierte Vorlagen und Android-Kioske | ✅ Work Profile + Fully Managed + Dedicated | ✅ Erweitert | ✅ Ja | ⚠️ Eingeschränkt | EU-Region verfügbar | Ab 1 $/Gerät/Monat |
| Scalefusion | Kioske, POS und Außendienstteams | ✅ Fully Managed + Dedicated Device | ✅ Erweitert | ✅ Ja | ❌ Nein | Hauptsächlich US | Ab 2 $/Gerät/Monat |
| Microsoft Intune | Microsoft-365-Ökosystem | ✅ Work Profile + Fully Managed | ✅ Ja | ✅ Ja (App Protection) | ⚠️ Über Entra ID | EU-Region verfügbar | In M365 E3/E5 enthalten |
| Miradore | Sehr knappes Budget | ✅ Android Enterprise | ✅ Basis | ✅ Ja | ❌ Nein | EU-Region verfügbar | Kostenlos / Ab 2,75 $/Gerät/Monat |
| NinjaOne | IT-Teams mit bestehendem RMM | ✅ Work Profile + Fully Managed + Dedicated | ✅ Ja | ✅ Ja | ❌ Nein | EU-Region verfügbar | Auf Anfrage |
1. Factorial IT

Ideal für: europäische Unternehmen, die gemischte Flotten aus Android, macOS, Windows und Linux verwalten und den Geräte-Lebenszyklus an den HR-Rhythmus koppeln wollen — nicht an den der IT-Abteilung.
Factorial IT ist mehr als ein reines MDM. Es ist die Schicht, die Geräteverwaltung, SaaS-Zugriffe und Endpunkt-Bereitstellung mit dem verbindet, was im HRIS passiert. Ein Neueintritt konfiguriert das Android-Gerät der neuen Vertriebskraft. Ein Abteilungswechsel passt die Berechtigungen an. Ein Austritt entzieht Zugriffe und löst die Löschung des Geräts aus. All das, ohne dass die IT-Abteilung bei jedem Schritt manuell eingreifen oder zwischen drei Konsolen hin- und herspringen muss. Daten und Support — in Europa.
Zentrale Funktionen
- Android-App-Verteilung über Managed Google Play: Unternehmensanwendungen direkt über die Konsole auf Android-Geräte verteilen und zuweisen — segmentiert nach Team oder Rolle.
- Automatische Bereitstellung beim ersten Start: Geräte kommen einsatzbereit an — dank Integration mit Apple Business Manager (macOS/iOS), Windows Autopilot und Android Enterprise. Profile, Apps und Zugangsdaten werden ohne IT-Eingriff aufgespielt.
- Zentrale Sicherheitsrichtlinien: Passwörter, Einschränkungen, Zertifikate, WLAN- und VPN-Konfiguration — verwaltet über ein einziges Dashboard, ausgerichtet an gängigen Compliance-Frameworks.
- Erzwungene Verschlüsselung mit zentraler Schlüsselwiederherstellung: FileVault unter macOS und BitLocker unter Windows werden standardmäßig aktiviert. Die Wiederherstellungsschlüssel sind in der Plattform hinterlegt, damit die IT-Abteilung bei Bedarf eingreifen kann, ohne Daten zu verlieren.
- Vollständige Flottenübersicht in Echtzeit: Welche Apps sind installiert, in welcher Version, welche Hardware hat jedes Gerät, und ist es richtlinienkonform? Ohne auf geplante Reports warten zu müssen.
- Automatische Schwachstellenerkennung (CVE): Die Plattform gleicht die installierte Software der Flotte mit öffentlichen CVE-Datenbanken ab und kennzeichnet gefährdete Endpunkte.
- Remote-Aktionen auf jedem Gerät: Sperren, Löschen, Orten, Neustarten und Skriptausführung über die Konsole — für macOS, Windows und Linux.
- Onboarding und Offboarding ohne Tickets: Wenn die Personalabteilung einen Eintritt, Wechsel oder Austritt erfasst, passen sich Gerät, SaaS-Lizenzen und Unternehmenszugriffe automatisch an.
- SaaS-Lizenzverwaltung auf derselben Plattform: Transparenz darüber, wer welches Tool nutzt und wie viele Lizenzen tatsächlich aktiv sind — ohne das Geräteverwaltungs-Dashboard zu verlassen.
- Infrastruktur und Daten in Europa, mit Support zu europäischen Geschäftszeiten.
Was Factorial IT auszeichnet
Bei den meisten MDMs leben Gerät und Mitarbeiter*in in getrennten Welten. Factorial IT führt sie zusammen: Der Endpunkt ist Teil des Mitarbeiterprofils — genauso wie der Arbeitsvertrag oder die E-Mail-Adresse. Wenn die Personalabteilung jemanden in eine andere Abteilung versetzt, übernimmt das Gerät automatisch die neuen Richtlinien, Apps und Zugriffe, ohne dass die IT ein Ticket anlegt oder eine Konsole öffnet. Für Teams, die bisher Eintritte und Austritte über vier verschiedene Tools koordiniert haben, ist das keine schrittweise Verbesserung — es ist eine grundlegend andere Arbeitsweise. Und da die Plattform vollständig aus der EU heraus betrieben wird (Daten und Support), ist der Weg zur NIS2- und DSGVO-Konformität von Anfang an geebnet.
Einschränkungen
- Kein ChromeOS-Support. Wer Chromebooks in der Flotte hat, braucht ein zusätzliches Tool, um diese abzudecken.
- Das Ökosystem an Konnektoren zu SIEM, Ticketing und anderen Drittanbieter-Tools wächst, erreicht aber noch nicht den Umfang von Intune oder Hexnode. Bei einem sehr speziellen IT-Stack lohnt sich ein Blick auf die verfügbaren Integrationen, bevor man sich entscheidet.
- Factorial IT entfaltet seinen vollen Mehrwert in Kombination mit dem HRIS von Factorial. Als Standalone-MDM funktioniert es, aber dann fehlt genau das, was es von den anderen abhebt: die HR-gesteuerte Lebenszyklus-Automatisierung.
2. Hexnode

Ideal für: IT-Teams, die Android-Flotten mit Bedarf an Kiosken, dedizierten Geräten und schnellen Rollouts auf Basis vorkonfigurierter Richtlinienvorlagen verwalten.
Hexnode unterstützt Windows, macOS, iOS, Android, tvOS, Fire OS und ChromeOS — aber in der Verwaltung von Android-Geräten spielt es seine wahre Stärke aus. Es ist kein Zufall, dass Hexnode in technischen Foren und Communities systematisch als Referenz auftaucht, sobald jemand einen spezifischen Android-Enterprise-Anwendungsfall lösen möchte. Die Bibliothek vorkonfigurierter Richtlinienvorlagen ermöglicht es einem IT-Team mit begrenzten Ressourcen, eine „BYOD Android“- oder „Kiosk Android“-Konfiguration in Minuten statt in Stunden auszurollen.
Zentrale Funktionen
- Vollständiges Android Enterprise: Alle drei Verwaltungsmodi abgedeckt (Work Profile, Fully Managed und Dedicated Device) — vom persönlichen Smartphone einer Mitarbeiterin bis zum Kiosk im Ladengeschäft, alles über eine Konsole verwaltbar.
- Zero-Touch-Enrollment für Android: Integration mit Android Zero-Touch und Samsung Knox — das Gerät wird ausgepackt, eingeschaltet und konfiguriert sich selbstständig, ohne IT-Eingriff.
- Sofort einsetzbare Richtlinienvorlagen: Statt jede Richtlinie von Grund auf aufzubauen, bietet Hexnode vorkonfigurierte Setups für die gängigsten Szenarien (Kiosk, BYOD, geteiltes Gerät, COPE). Auswählen, minimal anpassen und ausrollen.
- Erweiterter Kiosk-Lockdown: Single-App- oder Multi-App-Sperre mit gefiltertem Browser und Kontrolle über physische Hardware (Kamera, USB, Tasten). Der Kiosk-Modus von Hexnode gehört zu den umfassendsten auf dem Markt für Android.
- APK-Verteilung und Managed Google Play: Verteilung von Unternehmens-Apps über Managed Google Play plus Sideloading von APK/XAPK für interne Anwendungen, die nicht über den Store laufen.
- Geofencing und standortbasierte Richtlinien: Das Gerät wechselt seine Konfiguration automatisch je nach Standort. Praktisch für Außendienstteams oder Geräte, die zwischen Standorten mit unterschiedlichen Richtlinien unterwegs sind.
- Integrierte Fernwartung: Remote View und Remote Control direkt aus der Konsole, um Probleme auf dem Gerät der Nutzer*innen ohne zusätzliche Software zu beheben.
- ChromeOS-Support: Eines der wenigen MDMs auf dieser Liste, das Chromebooks verwalten kann — eine echte Option für gemischte Flotten mit Google-Geräten.
Was Hexnode auszeichnet
Die Tiefe der Android-Verwaltung liegt über dem Durchschnitt. Während andere MDMs Android Enterprise als bloßes Häkchen auf der Kompatibilitätsliste behandeln, geht Hexnode damit als Kernfunktion um. Die Konfigurationsmöglichkeiten für Android sind granular, gut dokumentiert und — was im Alltag zählt — funktionieren ohne Überraschungen. Wer eine überwiegend Android-basierte Flotte hat und feine Kontrolle über dedizierte Geräte braucht, findet in Hexnode eine der solidesten Optionen.
Einschränkungen
- Für Zertifikatsverwaltung, Per-App-VPN oder granulare App-Kontrolle muss man auf die Enterprise- oder Ultra-Pläne wechseln. In den Einstiegsplänen bleibt die Sicherheit auf das Wesentliche beschränkt.
- Die Anbindung an HR-Systeme und ITSM-Tools ist so gut wie nicht vorhanden. Es gibt keine Brücke zwischen dem, was im HRIS passiert, und dem, was auf dem Gerät geschieht — Onboarding und Offboarding bleiben manuell.
- In den Einstiegsplänen verlängern sich die Support-Reaktionszeiten, besonders während europäischer Geschäftszeiten. Zudem rechnet Hexnode ausschließlich in US-Dollar ab, was für Unternehmen in der Eurozone zusätzlichen Verwaltungsaufwand bedeutet.
3. Scalefusion

Ideal für: Unternehmen, die dedizierte Android-Geräte verwalten — Tablets am Point of Sale, Lagerterminals, Smartphones von Zusteller*innen oder Kioske im Empfangsbereich.
Scalefusion stammt aus der reinen Android-Welt (früher hieß es MobiLock Pro, und der einzige Zweck war das Sperren von Android-Geräten). Heute unterstützt es auch iOS, Windows, macOS und Linux, aber die DNA bleibt die Verwaltung von Hardware, die nach dem Rollout niemand aus der IT-Abteilung mehr physisch anfassen wird. Der große Trumpf: Fernsteuerung in Echtzeit mit Session-Aufzeichnung und Dateitransfer — entwickelt für Support-Teams, die aus der Ferne eingreifen und jede Intervention dokumentieren müssen.
Zentrale Funktionen
- Alle Android-Enterprise-Modi: Fully Managed, Work Profile und Dedicated Device, plus Android Zero-Touch-Enrollment für die Konfiguration ganzer Flotten, ohne ein einziges Gerät anfassen zu müssen.
- Fernsteuerung mit integrierter Aufzeichnung: Echtzeit-Verbindung zum Gerät mit Remote-Terminal, Bildschirmstreaming, Dateitransfer und vollständiger Session-Aufzeichnung für Auditzwecke.
- Kiosk mit vollständiger Oberflächenkontrolle: Single-App- und Multi-App-Sperre unter Android mit Einschränkungen für Navigation, physische Tasten und Bildschirmelemente. Der Grad der Kiosk-Anpassung geht über das hinaus, was die meisten Wettbewerber bieten.
- DeepDive für Android-Diagnose: Eigenes Tool zur Ferninspektion von Hardware-, Netzwerk- und Leistungsstatus jedes Android-Geräts direkt aus der Konsole.
- Privater App Store (Enterprise Store): Internes Repository für die Verteilung eigener Android-Apps ohne Abhängigkeit von Google Play — mit lautlosen Updates.
- GPS-Tracking und Geofencing: Standortverfolgung von Außendienstgeräten mit automatischen Benachrichtigungen, wenn ein Gerät seine zugewiesene Zone verlässt oder eine nicht autorisierte Zone betritt.
- ProSurf (verwalteter Browser): Browser mit URL-Whitelist für öffentlich zugängliche Geräte oder Kioske, die nur bestimmte Seiten laden sollen.
- Android-SDK für Entwickler*innen: Ermöglicht die Integration von MDM-Funktionen direkt in eigene Android-Unternehmensanwendungen — nützlich für Außendienst- oder Logistik-Apps.
- Verwaltung geteilter Geräte: Benutzer*innenwechsel auf Android-Tablets mit Richtlinien, die sich automatisch an die eingeloggte Person anpassen.
Was Scalefusion auszeichnet
Die Aufzeichnung von Remote-Support-Sitzungen hebt Scalefusion in dieser Nische von den anderen ab. Wenn ein*e Techniker*in sich mit einem POS-Terminal in einer Filiale hunderte Kilometer entfernt verbindet, das Problem löst und die Session automatisch aufgezeichnet wird, muss im Nachhinein niemand erklären, was getan wurde oder wie — das Audit-Protokoll steht sofort bereit. In Kombination mit dem Android-SDK, das MDM-Funktionen in eigene Business-Apps einbetten lässt, ist es die spezialisierteste Option für dedizierte Android-Flotten.
Einschränkungen
- Kein Self-Service-Portal für Endnutzer*innen. Jede Aktion läuft über die IT-Abteilung — was bei größeren Flotten zum Engpass werden kann.
- Die Admin-Konsole zeigt zu viele Optionen auf einmal. Für ein kleines Team, das eine schnelle Einrichtung sucht, kann die Menge an Menüs und Einstellungen abschreckend wirken.
- Praktisch keine Anbindung an HR-Systeme. Ein Eintritt oder Austritt von Mitarbeitenden löst keine automatische Aktion auf dem Gerät aus.
- Infrastruktur hauptsächlich in den USA gehostet. Für europäische Unternehmen, die der NIS2 oder strengen Anforderungen an den Datenstandort unterliegen, ist das ein Punkt, der zusätzliche Prüfung erfordert.
4. Microsoft Intune

Ideal für: Unternehmen, die bereits Microsoft-365-Lizenzen haben und ihre Android-Geräte verwalten möchten, ohne einen weiteren Anbieter auf die Rechnung zu setzen.
Intune ist das MDM von Microsoft — und für alle, die bereits E3- oder E5-Lizenzen haben, der Weg des geringsten Widerstands, weil es schlicht schon da ist. Die Stärke bei Android liegt nicht in der Tiefe der Gerätekontrolle (da sind Hexnode oder Scalefusion besser), sondern in der Datenschutzschicht für BYOD-Umgebungen. App Protection Policies ermöglichen es, Unternehmensdaten in Outlook, Teams oder SharePoint auf einem privaten Android zu schützen, ohne das gesamte Gerät verwalten zu müssen. Für Unternehmen, in denen Mitarbeitende ihre eigenen Smartphones nutzen und nicht akzeptieren, dass die IT die volle Kontrolle übernimmt, ist das der Ansatz mit dem geringsten Widerstand.
Zentrale Funktionen
- Android Enterprise mit Work Profile und Fully Managed: Deckt die wichtigsten Android-Verwaltungsszenarien ab — sowohl für Unternehmensgeräte als auch für private Smartphones der Mitarbeitenden.
- App Protection Policies ohne Enrollment: Schutz von Unternehmensdaten in Microsoft-Apps auf privaten Android-Geräten. Kontrolliert das Kopieren und Einfügen zwischen beruflichen und privaten Apps, erzwingt eine PIN für Arbeits-Apps und ermöglicht das Löschen ausschließlich geschäftlicher Daten — ohne Fotos oder WhatsApp anzutasten.
- Bedingter Zugriff mit Entra ID: Regeln, die den Zustand des Android-Geräts (Verschlüsselung, OS-Version, SafetyNet-Integrität) mit der Benutzeridentität abgleichen, um über den Zugriff auf Unternehmensressourcen zu entscheiden.
- App-Verteilung über Managed Google Play: Veröffentlichung und Zuweisung von Android-Anwendungen direkt über das Intune-Administrations-Portal.
- Konformitätsregeln für Android: Richtlinien, die automatisch prüfen, ob das Gerät die Sicherheitsanforderungen erfüllt, bevor Zugriff gewährt wird. Entspricht es nicht, wird es gesperrt, bis das Problem behoben ist.
- Remote-Konfiguration von Android-Geräten: WLAN-, VPN-, E-Mail-Profile und Nutzungseinschränkungen zentral verwaltet.
- Microsoft Defender for Endpoint als Add-on: Bedrohungsschutz auf Android als zusätzliches Modul für alle, die bereits im Microsoft-Sicherheitsökosystem arbeiten.
- In Microsoft 365 E3 und E5 enthalten: Das Basis-MDM (Plan 1) ist in der Lizenz inbegriffen — ohne Zusatzkosten für Unternehmen, die diese bereits haben.
Was Intune auszeichnet
Datenschutz bei BYOD, ohne die volle Kontrolle über das Gerät zu übernehmen. In der Praxis: Ein*e Mitarbeitende installiert Outlook auf dem privaten Android, die IT wendet eine App Protection Policy an, und ab diesem Moment bleiben Unternehmensdaten in einer geschützten Blase — sie lassen sich nicht in private Apps kopieren, nicht außerhalb der Arbeitsumgebung teilen und können bei Austritt remote gelöscht werden. Alles, ohne dass die IT die Wochenendfotos sieht oder das Gerät verwaltet. In Kombination mit dem bedingten Zugriff von Entra ID ist es die Lösung, die Sicherheit und Privatsphäre der Mitarbeitenden in BYOD-Umgebungen am besten in Einklang bringt.
Einschränkungen
- Die Admin-Konsole ist alles andere als intuitiv. Android Enterprise in Intune einzurichten, erfordert Erfahrung und Geduld. Für IT-Teams ohne dedizierte Person ist die Lernkurve steil.
- Bei dedizierten Android-Geräten (Kioske, Außendienst-Terminals) bleibt Intune hinter Hexnode oder Scalefusion zurück — sowohl bei den Konfigurationsmöglichkeiten als auch bei der Bedienfreundlichkeit.
- Das Basis-MDM ist enthalten, aber die Funktionen, die wirklich den Unterschied machen (Remote Help, erweiterte Analysen, Defender for Endpoint), erfordern Add-ons, die die Rechnung deutlich in die Höhe treiben.
- Keine native HR-gesteuerte Automatisierung. Den Mitarbeiterlebenszyklus mit dem Android-Gerät zu verknüpfen, erfordert Integrationen mit Entra ID und Drittanbieter-Tools — das kostet Zeit und erhöht die Komplexität.
5. Miradore

Ideal für: Unternehmen ohne MDM-Budget, die ihre Android-Flotte nicht mehr manuell verwalten wollen und sofort loslegen möchten — nicht erst, wenn das Budget genehmigt ist.
Miradore, Teil von LogMeIn, bietet einen kostenlosen Plan, der kein Lockangebot ist: Er deckt bis zu 50 Geräte ab — mit Enrollment, Inventar, Standortbestimmung und grundlegenden Fernbefehlen. Das Tool kann in der Tiefe nicht mit Hexnode und in der Spezialisierung nicht mit Scalefusion mithalten. Aber für Unternehmen, die heute über keinerlei MDM verfügen, ist die Einstiegshürde nirgendwo niedriger. Wenn die Anforderungen wachsen, startet der Premium-Plan bei 2,75 $/Gerät/Monat.
Zentrale Funktionen
- Android-Enterprise-Enrollment: Geräteregistrierung über Android Enterprise — mit manuellen oder automatisierten Abläufen, kompatibel mit Unternehmensgeräten und BYOD.
- Basiskonfiguration, die funktioniert: Passwort-, WLAN-, VPN-, E-Mail- und Geräteeinschränkungs-Richtlinien, die das Wesentliche abdecken, ohne mit Optionen zu überfordern.
- Grundlegende Remote-Aktionen: Sperren, vollständiges Löschen, selektives Löschen (nur Unternehmensdaten) und GPS-Ortung für jedes in der Plattform registrierte Android-Gerät.
- Automatisches Flotteninventar: Aktuelle Liste der Hardware, installierten Software und des Zustands jedes Android-Geräts — mit Dashboards und planbaren Reports.
- Apps über Managed Google Play: App-Verteilung nach Gerätegruppen, ohne jedes Gerät einzeln anfassen zu müssen.
- Schnelle Konfigurationsvorlagen: Vorgefertigte Business Policies, mit denen sich ein Regelwerk in wenigen Klicks auf eine Gerätegruppe anwenden lässt — ohne alles von Grund auf aufzusetzen.
- 50 Geräte kostenlos, ohne Haken: Der kostenlose Plan umfasst die wesentlichen MDM-Funktionen und läuft nicht ab. Für kleine Flotten kann er dauerhaft ausreichen.
- 14-tägiger Premium+-Test: Voller Zugriff auf alle erweiterten Funktionen, um zu bewerten, ob sich das Upgrade lohnt.
- Remote-Support über GoTo Resolve (Premium+): Direkte Fernwartung von Android-Geräten in der Konsole integriert — nur im Top-Plan verfügbar.
Was Miradore auszeichnet
Der kostenlose Plan funktioniert tatsächlich im Tagesgeschäft — er ist keine Demo mit Countdown. Ein Unternehmen mit 25 Android-Tablets im Außendienst kann sie registrieren, orten, Basisrichtlinien anwenden und bei Verlust eine Löschung auslösen — ohne einen Cent auszugeben. Das beseitigt die Ausrede „Wir haben kein Budget für ein MDM“ und ermöglicht es, die Flotte sofort zu verwalten, nicht erst, wenn die Budgetfreigabe im nächsten Quartal kommt.
Einschränkungen
- Alles, was über die Basisfunktionen hinausgeht (erzwungene Verschlüsselung mit Schlüssel-Escrow, nativer Remote-Support, Drittanbieter-Integrationen), ist nur im Premium+-Plan verfügbar, der nicht mehr kostenlos ist.
- Null Lebenszyklus-Automatisierung. Kein SaaS-Management, keine Zugriffsbereitstellung, keine HR-Anbindung. Wenn jemand das Unternehmen verlässt, muss manuell auf dem Gerät gehandelt werden.
- Das Kontrollniveau bei Android bleibt oberflächlich im Vergleich zu Hexnode oder Scalefusion. Der Kiosk-Modus ist rudimentär, und die granularen Konfigurationsmöglichkeiten sind begrenzt.
- Oberfläche nur auf Englisch verfügbar. Für nicht-technische Teams in deutschsprachigen Unternehmen kann das die Einführung erschweren.
- Mehrere Nutzer*innen berichten, dass jede Einschränkung ein eigenes Profil erfordert (eines für Netzwerk, eines für Hintergrund, eines für Apps). Bei vielen aktiven Richtlinien wird die Verwaltung unübersichtlich, und einzelne Profile geraten leicht in Vergessenheit.
6. NinjaOne

Ideal für: IT-Teams, die NinjaOne bereits nutzen und ihre Android-Geräte über dieselbe Konsole verwalten wollen — ohne einen zusätzlichen Anbieter ins Boot zu holen.
NinjaOne kommt aus der RMM-Welt und hat seine MDM-Fähigkeiten schrittweise auf mobile Geräte ausgeweitet. Das Tool beansprucht nicht, das umfassendste Android-MDM auf dem Markt zu sein — sondern das, das am besten passt, wenn man NinjaOne bereits für alles andere nutzt. Wer mit dem Team schon Server patcht und Laptops über diese Konsole überwacht, für den bedeutet Android hinzufügen: einen weiteren Tab aktivieren, nicht einen neuen Anbieter evaluieren.
Zentrale Funktionen
- Android Enterprise aus derselben Konsole: Work Profile für BYOD, Unternehmensgeräte (COPE) und dedizierte Geräte — verwaltet im selben Dashboard, in dem man den Rest des Tages mit Servern und Laptops verbringt.
- Konfigurierbare Android-Richtlinien: Passwörter, Einschränkungen, Netzwerkparameter, erzwungene Verschlüsselung und OS-Update-Management mit der Option auf sofortige oder geplante Updates in Wartungsfenstern.
- Apps über Managed Google Play: Remote-Installation, -Sperrung und -Entfernung von Anwendungen, mit der Möglichkeit, das Gerät in den Single-App-Kiosk-Modus zu versetzen.
- Echtzeit-Bildschirmansicht: Die Technikerin oder der Techniker sieht genau, was das Android-Gerät des Nutzers anzeigt — ohne erst fragen zu müssen „Was siehst du auf dem Bildschirm?“.
- Massen-Enrollment per QR-Code: QR-Codes und Enrollment-Tokens, mit denen sich Dutzende Android-Geräte registrieren lassen, ohne sie einzeln zu konfigurieren.
- Ein Dashboard für die gesamte Flotte: Das Android des Vertriebsmitarbeiters erscheint direkt neben dem Produktionsserver und dem Laptop der Designerin. Ohne Tab-Wechsel, ohne Tool-Wechsel.
- Integrierte Schwachstellenerkennung: Identifikation von CVEs und Risiko-Software in der gesamten Flotte — Android-Geräte eingeschlossen.
- Remote-Support mit NinjaOne Remote: Gerätezugriff zur Problembehebung direkt aus der Konsole — ohne zusätzliche Installation auf dem Endpunkt.
Was NinjaOne auszeichnet
Alles auf einem Bildschirm. Wer morgens um 10 Uhr einen Windows-Server patcht, kann — ohne etwas zu schließen — feststellen, dass ein Android im Vertrieb zwei OS-Versionen im Rückstand ist, und das Update direkt anstoßen. Diese operative Durchgängigkeit wirkt wie ein Detail, bis man sie in einem Drei-Personen-IT-Team erlebt, das 200 Endpunkte über fünf verschiedene Gerätetypen verwaltet. Wer NinjaOne bereits nutzt, für den bedeutet Android hinzuzufügen nicht, ein neues MDM einzuführen — sondern einen weiteren Tab zu aktivieren.
Einschränkungen
- Das MDM-Modul für Android ist vergleichsweise jung gegenüber dem RMM-Kernprodukt. Die Tiefe der Android-Verwaltung erreicht nicht das Niveau von Hexnode oder Scalefusion — vor allem bei Kiosken und dedizierten Geräten.
- Es ist ein reines Geräteverwaltungs-Tool. Keine SaaS-Management-Ebene, keine Zugriffskontrolle, keine Automatisierung des Mitarbeiterlebenszyklus.
- Preise nur auf Anfrage. Das Fehlen öffentlicher Preise zwingt dazu, den Vertriebsprozess zu durchlaufen, bevor man überhaupt vergleichen kann.
- Keine HR-Anbindung. Eintritte und Austritte von Mitarbeitenden lösen keine Aktion auf den Android-Geräten aus. Alles, was Person und Endpunkt verbindet, geschieht manuell.

