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Neue Ausbildungsberufe: Trends auf dem Ausbildungsmarkt

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Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Deutschland hat sich im Jahr 2026 deutlich verschärft und weist nun neue Dynamiken auf. Arbeitgebende stehen aufgrund des sinkenden Angebots und steigender Nachfrage vor neuen Herausforderungen. Dieser Artikel bietet einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen, beleuchtet die beliebtesten und modernsten Ausbildungsberufe des Jahres und gibt Hinweise, wie Unternehmen sich strategisch aufstellen können.

Wichtige Fakten

  • Nach Angaben des Bundesministeriums wurden im Jahr 2026 bundesweit 476.700 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, was einem Rückgang von 2,1 % entspricht.
  • Das Angebot sank laut Bundesministerium um 530.300 Ausbildungsstellen (–4,6 %), während 84.400 Bewerbende keinen Ausbildungsplatz fanden.
  • Trotz der hohen Zahl an Suchenden blieben 54.400 Stellen unbesetzt, was auf ein erhebliches Matching-Problem auf dem Markt hindeutet.
  • Als Reaktion wurde 2026 die Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB) gestartet, die sich auf Berufsorientierung und Teilqualifikationen konzentriert.

Ausbildungsmarkt 2026 – Wie ist die aktuelle Situation?

Der allgemeine Trend auf dem Arbeitsmarkt, der durch ein Überangebot an offenen Stellen und eine geringe Nachfrage gekennzeichnet ist, spiegelt sich auch auf dem Ausbildungsmarkt wider. Auch hier gibt es seit einigen Jahren mehr offene Lehrstellen als Bewerbende.

Nach Angaben von Bmbfsfj, gemäß dem Berufsbildungsbericht 2026 liegt das Verhältnis von Ausbildungsverträgen zu Bewerbenden bei circa 1,25:1. Das Angebot sinkt, die Nachfrage steigt leicht.

Laut einer Studie von bayme vbm lag im August 2026 die Zahl der Lehrstellen bei 502.356. Das bedeutet einen Rückgang von 4,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Bewerbenden ist im gleichen Zeitraum um 2,4 % auf 417.522 angestiegen. Daraus ergibt sich eine Relation der gemeldeten Ausbildungsstellen je bewerbende Person von 1,2.

Unternehmen konkurrieren also nicht mehr nur um Fachkräfte, sondern zunehmend auch um Auszubildende. Einige Branchen sind allerdings stärker betroffen. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung blieben im Jahr 2026 insbesondere in folgenden Branchen teilweise fast die Hälfte der Ausbildungsplätze unbesetzt:

  • Klempnerei (46,1 %)
  • Fachverkauf im Lebensmittelhandwerk (45,3 %)
  • Beton- und Stahlbetonbau (43,4 %)
  • Fleischerei (41,6 %)
  • Rohrleitungsbau (36,0 %)

Im Handwerk und in der Gastronomie gibt es besonders deutlich einen Mangel an Bewerbenden.

Es gibt aber weiterhin zahlreiche Ausbildungsberufe, die besonders beliebt sind. In manchen davon übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Auf dem Ausbildungsmarkt besteht ein Missverhältnis zwischen Ausbildungswunsch und tatsächlichem Angebot. Im Juni 2026 gab es laut Agentur für Arbeit etwa 250.000 noch unbesetzte Lehrstellen. Gleichzeitig suchten rund 150.000 Bewerbende noch eine Lehrstelle.

Was sind die beliebtesten Ausbildungsberufe?

Die Zahlen für die beliebtesten Ausbildungsberufe hängen davon ab, wie „beliebt“ definiert wird. Die Einordnung ist davon abhängig, ob ein Nachfrageüberhang oder die zahlenmäßig stärksten Ausbildungsberufe als Maßstab genommen werden.

Was sind die 5 beliebtesten Ausbildungsberufe in Deutschland?

Gemäß BIBB-Datenreport 2026 führen Pflegefachkräfte (ca. 53.000), Erziehende (ca. 39.000) und Kaufleute im Einzelhandel (ca. Nach Angaben von Bmbfsfj, 23.000) die Liste der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge an.

  1. Pflegefachkräfte (52.000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Jahr 2026)
  2. Erziehende (39.000)
  3. Kaufleute im Einzelhandel (23.000)
  4. Kaufleute für Büromanagement (23.000)
  5. Fachkräfte für Kfz-Mechatronik (21.000)

Was sind die Top 10 Ausbildungsberufe?

Im Anschluss folgen:

  1. Verkaufende (21.000)
  2. Sozialassistenzen (18.000)
  3. Fachkräfte für Informatik (18.000)
  4. Medizinische Fachangestellte (18.000)
  5. Industriekaufleute (15.000)

Welche Berufe sind gefragt – 2026?

Ausbildungsberufe, in denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, sind laut BIBB-Datenreport 2026:

  • Mediengestaltende für Bild und Ton (mit einem Anteil von 43,3 % Suchende an der Nachfrage)
  • Tierpflegende (39,4 %)
  • Gestaltende für visuelles Marketing (37,6 %)
  • Sport- und Fitnesskaufleute (35,3 %)
  • Mediengestaltende für Digital und Print (32,4 %)

Die Zahlen sind stets mit Vorsicht zu interpretieren. In der Pflege stehen einfach mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung. Ein Nachfrageüberhang tritt hier erst deutlich später auf als im Beruf für Mediengestaltende, für den es weniger Ausbildungsplätze gibt.

Bemerkenswert an den Daten ist, dass digitale Berufe besonders begehrt sind. Unter den 20 Ausbildungsberufen, bei denen die Nachfrage das Angebot übersteigt, finden sich laut Datenreport weitere Berufe aus dem IT-Bereich.

In der digitalen Wirtschaft steckt großes Potenzial. Neue Berufe und damit auch Ausbildungsberufe entstehen, und diese erfreuen sich steigender Beliebtheit. Jugendliche, die ohnehin technikaffin sind, orientieren sich verstärkt an diesen (neuen) Berufen.

Welche aktuellen Entwicklungen sind hier zu beobachten?

Welche neuen Ausbildungsberufe wurden 2026 eingeführt?

Neue Ausbildungsberufe 2026

Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung ist der Beruf „Gestaltende für immersive Medien“ seit 2024 offiziell. Wie Bmbfsfj, im Jahr 2026 wurden keine weiteren völlig neuen dualen Ausbildungsberufe eingeführt, jedoch mehrere modernisierte Berufsbilder.

Neue und modernisierte Ausbildungsberufe

Jedes Jahr werden Ausbildungsberufe von der Agentur für Arbeit an aktuelle Anforderungen und Entwicklungen in der Arbeitswelt angepasst. Dies umfasst die Aktualisierung und Neuordnung der Ausbildungsinhalte und -strukturen, um den Auszubildenden zeitgemäße Fähigkeiten und Qualifikationen zu vermitteln.

Beispiel: Neue Ausbildung in der Pflege

So wurde 2026 die Pflegeausbildung grundlegend verändert, um dem gestiegenen und veränderten Bedarf in diesem Bereich gerecht zu werden. Verschiedene Pflegeberufe wie Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege wurden zu einem Berufsbild zusammengeführt, und die Ausbildungsordnungen wurden überarbeitet. Hinzu kommen Profile in der Gesundheitsbranche, die früher nicht existierten, etwa Stellen als Assistenz in der Funktionsdiagnostik im medizinischen Bereich.

Aktuell modernisierte Berufe sind einsehbar unter: https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/geaenderte-berufe

Welche neuen Berufe gibt es?

Neue Berufe durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Die weltweite Digitalisierung führt zur Schaffung neuer Berufe, die häufig online verwurzelt sind, aber dennoch reale Anwendungen haben. Beispielsweise können Sekretariatskräfte nach entsprechender Weiterbildung als virtuelle Assistenzen für Unternehmen tätig werden.

Das Entstehen von Berufen wie Content-Verantwortliche, SEO-Fachkräfte und Social-Media-Verantwortliche ist auf die Digitalisierung zurückzuführen und wird mit Begriffen wie „Arbeit 4.0“ oder „New Work“ beschrieben.

(Noch) fehlende Ausbildungsstruktur

Eine systematische Erfassung moderner digital- und nachhaltigkeitsbezogener Ausbildungsprofile steht bislang noch aus. Viele Inhalte werden aktuell nur privat oder an Universitäten vermittelt, nicht jedoch in klassischen dualen Ausbildungsberufen.

Einige dieser Berufe erfordern ein Studium, während andere auf einer ähnlichen betrieblichen oder schulischen Ausbildung, Weiterbildung oder einschlägiger Erfahrung basieren können. Für viele Berufe gibt es allerdings noch keine organisierten Ausbildungsberufe oder Studiengänge.

Auch im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaneutralität haben sich bereits zahlreiche neue Berufe entwickelt, weitere befinden sich im Entstehen.

Ein Überblick über neue Berufe, die unter anderem in diesem Bereich entstanden sind:

  • SEO-Verantwortliche
  • Social-Media-Verantwortliche oder Redigierende
  • Umweltverantwortliche
  • IT-Sicherheitsverantwortliche
  • Fachkräfte für Robotik
  • Fachkräfte für 3D-Druck
  • Gebäudemanagement bzw. Facility-Management
  • Content-Verantwortliche
  • E-Commerce-Verantwortliche
  • Energieberatung
  • Facility-Management
  • SEA-Verantwortliche
  • IT-Systemadministration
  • EDV-Beratung

Zwei Auszubildende arbeiten am Laptop.

Lehrberufe mit Zukunft – Welche Ausbildungsberufe haben 2026 Zukunft?

Auch hier hängt die Antwort davon ab, wie „beste“ verstanden wird.

Bezieht man sich auf die Bezahlung, dann sind vor allem folgende Ausbildungsberufe besonders lukrativ:

Die am besten bezahlten Ausbildungsberufe 2026 sind unter anderem:

Bezieht man sich jedoch darauf, welche Ausbildungsberufe eine Perspektive bieten, ergeben sich daraus andere Kategorien. Hier stehen vor allem Berufe im Vordergrund, die auch in Zukunft beständig gefragt sein werden. Dazu zählen Tätigkeiten, die als besonders krisensicher gelten.

Dazu gehören beispielsweise:

Neue Berufe in der Zukunft

Die Berufe der Zukunft entstehen infolge globaler Megatrends wie demografischem Wandel, Digitalisierung, Globalisierung und Nachhaltigkeit. Diese Berufe orientieren sich an veränderten gesellschaftlichen Bedarfen in Bereichen wie Technologie, Gesundheit, Umwelt und Kommunikation.

Sie sind wesentlich für die Bewältigung von Herausforderungen und die Nutzung von Chancen, die in einer sich wandelnden Weltwirtschaft und sozialen Umwelt auftreten.

Das Profiling Institut nennt als potenzielle neue Berufe der Zukunft unter anderem:

  • Im Bereich Digital Health könnten Berufe wie Pflegemechatronik-Fachkräfte entstehen, die Pflegeroboter und andere assistierende Systeme koordinieren und warten.
  • Eine Fachkraft für Foodprint-Beratung könnte Unternehmen zu wichtigen Nachhaltigkeitsfaktoren wie CO2- und Wasserverbrauch beraten.
  • Die Globalisierung kann neue Berufe wie Cultural Translator schaffen, die Unternehmen in interkulturellen Angelegenheiten unterstützen, oder auch Global Export Scouts, die Unternehmen bei internationalen Marktstrategien beraten.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Unternehmen können mittels digitaler HR-Analysesysteme Bedarfe gezielt analysieren und Ausbildungsplätze strategisch positionieren.

Für Unternehmen sind die veränderten Bedingungen und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt von großer Bedeutung. Sie sind auf junge Fachkräfte angewiesen, die insbesondere aus den Bereichen Digitalisierung und Nachhaltigkeit aktuelles Wissen in den Betrieb einbringen.

Arbeitgebende sollten regelmäßig prüfen, ob ein Ausbildungsberuf im eigenen Unternehmen angepasst oder neu eingeführt werden sollte. Daraus ergeben sich Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen zu neuen Ausbildungsberufen

Welche neuen Ausbildungsberufe gibt es?

Ein neuer Ausbildungsberuf für 2024 ist „Gestalter*in für immersive Medien“. Generell entstehen durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit viele neue Berufsfelder, wie im E-Commerce oder in der IT. Bestehende Ausbildungen, beispielsweise in der Pflege, werden ebenfalls kontinuierlich an moderne Anforderungen angepasst.

Was sind die Top 10 Ausbildungsberufe?

Nach Anzahl der Neuverträge 2023 gehören zu den Top 10: Pflegefachmann/-frau, Erzieher/-in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker*in, Verkäufer*in, Sozialassistent*in, Fachinformatiker*in, Medizinische/-r Fachangestellte/-r und Industriekaufmann/-frau.

Welche 10 Berufe haben Zukunft?

Zukunftssichere Berufe finden sich vor allem in krisenfesten Branchen. Dazu gehören Ausbildungen in der Pflege (Pflegefachmann/-frau) und im Erziehungswesen (Erzieher*in) sowie im Handwerk. Ebenso zukunftsträchtig sind digitale Berufe wie Fachinformatiker*in oder Kaufleute im E-Commerce und für Digitalisierungsmanagement.

Als Content Managerin bei Factorial bringt Maria Macher umfassende Erfahrung in der internen und externen HR-Kommunikation mit. Geprägt durch ihre akademische Laufbahn in Wien und Barcelona sowie durch berufliche Stationen in diversen Unternehmensstrukturen bereitet sie gezielt Wissen rund ums Personalmanagement auf und behält dabei den Fokus auf der wichtigsten Ressource für Unternehmen: den Menschen.