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Was ist der Unterschied zwischen Homeoffice und mobilem Arbeiten?

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6 Minuten Lesezeit

Der Begriff „Homeoffice“ ist spätestens seit der Corona-Pandemie in aller Munde. In diesem Zusammenhang wird oft auch von mobilem Arbeiten gesprochen, doch diese Begriffe sind nicht dasselbe. Arbeitgebende sollten sich vor der Einführung eines Arbeitszeitmodells genau überlegen, welches Modell für ihre Mitarbeitenden in Frage kommt und worin die Unterschiede bestehen. Wir haben die wichtigsten Antworten auf diese Fragen und klären, was der Unterschied zwischen Homeoffice und mobilem Arbeiten ist.

Key Facts

  1. Mobiles Arbeiten bedeutet flexibles Arbeiten, ortsunabhängig von überall. 
  2. Beim Homeoffice handelt es sich jedoch um eine Arbeitsform (Telearbeit), für die es gesetzliche Regelungen gibt. Der Arbeitsplatz muss einem klassischen Büroarbeitsplatz entsprechen. 
  3. Insbesondere jedoch das hybride Arbeiten ist ideal, da hier die Vor- und Nachteile verschiedener Modelle (mobiles Arbeiten vs. Homeoffice) mit den Vorteilen des klassischen Büroarbeitsplatzes vereint werden können.

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Unterschied mobiles Arbeiten und Homeoffice

Vor allem während der Corona-Pandemie haben das mobile Arbeiten und das Arbeiten aus dem Homeoffice einen nie dagewesenen Aufschwung erlebt. Bereits 2023 arbeiteten laut Statistischem Bundesamt ein Drittel der Arbeitnehmenden in Deutschland im Homeoffice. Davon arbeiteten 10 Prozent täglich oder mehr als die Hälfte der Arbeitszeit von zu Hause aus.

Neben dem Homeoffice wird in diesem Zusammenhang auch von Telearbeit, Remote-Arbeiten und mobilem Arbeiten gesprochen. Obwohl die Begriffe Ähnlichkeiten haben, sind sie jedoch rechtlich und praktisch nicht deckungsgleich.

Im Folgenden wollen wir uns also konkret anschauen, worin sich vor allem Homeoffice und mobiles Arbeiten unterscheiden und welche Vor- und Nachteile sie haben bzw. für welche Unternehmen welche Form geeignet ist.

Abgrenzung: Worin unterscheiden sich Homeoffice und mobiles Arbeiten?

Was heißt mobiles Arbeiten?

Unter dem Begriff „mobiles Arbeiten“ versteht man die Möglichkeit, dass Beschäftigte flexibel außerhalb des traditionellen Büroarbeitsplatzes ihres Arbeitgebenden arbeiten können. Es betrifft meist Mitarbeitende, die hauptsächlich ein mobiles Endgerät, wie einen Laptop, für ihre Arbeit benötigen. Im Gegensatz zum Homeoffice sind sie dabei nicht auf einen festen Ort, wie ihr Zuhause, beschränkt, sondern können grundsätzlich von überall aus arbeiten.

Die konkrete Ausgestaltung des mobilen Arbeitens hängt stark von den jeweiligen Unternehmen und deren internen Regelungen ab. Es gibt bislang keine gesetzliche Grundlage, die mobiles Arbeiten einheitlich regelt.

Einige Unternehmen gewähren ihren Angestellten völlige Freiheit und erlauben ihnen, von jedem beliebigen Ort aus zu arbeiten – dies wird als „Remote Working“ (also Arbeiten aus der Ferne) bezeichnet. Andere Firmen erlauben mobiles Arbeiten nur für einen bestimmten Zeitraum im Jahr, beispielsweise für ein halbes Jahr (die sogenannte Workation). Wiederum andere Unternehmen beschränken es auf bestimmte Regionen, wie die eigene Stadt oder das eigene Land. In manchen Fällen wird mobiles Arbeiten nur für Dienstreisen oder nur gelegentlich gestattet.

Und was versteht man unter Homeoffice?

Der Begriff „Homeoffice“ hat sich insbesondere im Rahmen der Corona-Pandemie durchgesetzt. Zuvor wurde in diesem Zusammenhang meist von „Telearbeit“ gesprochen. Inhaltlich handelt es sich jedoch um dasselbe.

Bei einem Homeoffice-Arbeitsplatz sind Arbeitgebende verpflichtet, die gleichen arbeitsrechtlichen Standards einzuhalten wie am regulären Büroarbeitsplatz – insbesondere in Bezug auf Arbeitsschutz und gesundheitliche Vorkehrungen. Hierbei sind vor allem die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung zu berücksichtigen.

Grundsätzlich bedeutet das, dass ein Homeoffice-Arbeitsplatz vom Arbeitgebenden so eingerichtet werden muss, dass er den gleichen Anforderungen entspricht wie ein regulärer Arbeitsplatz im Büro.

Telearbeit bzw. Homeoffice ist dabei an einen festen Ort außerhalb des Unternehmensbüros gebunden – in der Regel also das Zuhause der jeweiligen Beschäftigten.

Stärken und Schwächen beider Arbeitsformen

Vor- und Nachteile von mobilem Arbeiten

Stärken des mobilen Arbeitens

  • Große Flexibilität für Arbeitnehmende: Beschäftigte haben maximale Freiheit bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes.
  • Förderung der Work-Life-Balance: Durch die Ortsunabhängigkeit können Beschäftigte ihr Privatleben besser mit der Arbeit vereinbaren und Care-Arbeit leichter integrieren.
  • Kosteneinsparungen: Sowohl für Beschäftigte als auch für Unternehmen bietet mobiles Arbeiten finanzielle Vorteile. Mitarbeitende sparen Zeit und Geld für das Pendeln, während Unternehmen geringere Ausgaben für Büroräume, Heizung und Infrastruktur haben.
  • Größerer Talentpool: Mobiles Arbeiten ermöglicht Unternehmen, mit Top-Talenten weltweit zusammenzuarbeiten. Auch Beschäftigte aus anderen Ländern können grenzüberschreitend tätig sein.

Tipp: Eine HR-Software erleichtert die Verwaltung und Umsetzung von Telearbeit erheblich. Insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Zeiterfassung und Dokumentenmanagement ist eine solche Software ein echter Gamechanger. Mitarbeitende können ihre Arbeitszeiten digital erfassen, Dokumente elektronisch verwalten und effizient mit dem Team kommunizieren. Zusätzlich ermöglichen Performance-Überwachung, Remote-Onboarding und Recruiting-Tools eine nahtlose Integration neuer Mitarbeitender und optimierte Arbeitsabläufe.

Herausforderungen beim mobilen Arbeiten

  • Datenschutz gewährleisten: Unternehmen können nicht vollständig kontrollieren, wer Zugriff auf Unternehmensdaten hat, vor allem wenn Mitarbeitende an öffentlichen Orten wie Co-Working-Spaces, in Zügen oder Cafés arbeiten. Um Sicherheitsrisiken zu minimieren, sollten Mitarbeitende und Unternehmen auf verschlüsselte Verbindungen, VPNs und sichere Passwörter setzen. Zudem kann eine HR-Software sicherstellen, dass nur autorisierte Mitarbeitende Zugriff auf vertrauliche Unternehmensinformationen haben.
  • Geringere Kontrolle: Unternehmen haben weniger direkte Aufsicht über ihre Mitarbeitenden. Arbeitszeiten und Produktivität lassen sich nicht so leicht überprüfen wie im Büro. Klare Zielvorgaben, regelmäßige Meetings und digitale Zeiterfassungssysteme können hier helfen, Transparenz zu schaffen und Vertrauen zu fördern.
  • Weniger sozialer Kontakt: Der spontane Austausch mit Kolleg*innen fällt weg, was sich auf die Teamdynamik und das Wohlbefinden auswirken kann. Besonders für Beschäftigte, die viel Wert auf soziale Interaktion legen, kann mobiles Arbeiten zur Isolation führen. Unternehmen sollten daher regelmäßige virtuelle Meetings, Team-Events oder hybride Arbeitsmodelle fördern, um den Teamgeist zu erhalten.

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Vor- und Nachteile vom Homeoffice

Stärken des Homeoffice

  • Optimale Kombination im hybriden Arbeiten: Homeoffice kann – vor allem in hybriden Arbeitsmodellen – die Vorteile von Büroarbeit und mobilem Arbeiten bzw. Homeoffice vereinen. Unternehmen und Mitarbeitende profitieren von der strukturierten Umgebung des Homeoffice sowie der Möglichkeit, je nach Bedarf ins Büro zu kommen. Dies lässt sich auch für mobiles Arbeiten umsetzen.
  • Einhaltung des Arbeitsschutzes: Im Gegensatz zum mobilen Arbeiten unterliegt das Homeoffice den gesetzlichen Regelungen der Arbeitsstättenverordnung. Arbeitgebende müssen dafür sorgen, dass ergonomische Arbeitsplätze bereitgestellt und gesundheitliche Standards eingehalten werden, was langfristig das Wohlbefinden der Mitarbeitenden fördert.
  • Höhere Konzentration und Produktivität: Viele Beschäftigte arbeiten bei anspruchsvollen oder kreativen Aufgaben zu Hause effizienter. Sie können sich dort besser konzentrieren als im Büro, wo Umgebungsgeräusche, spontane Gespräche und Ablenkungen häufig die Produktivität beeinträchtigen.
  • Strukturierteres Zeitmanagement: Im Vergleich zum mobilen Arbeiten ist das Zeitmanagement im Homeoffice oft einfacher. Da die Arbeitsumgebung festgelegt ist, gibt es weniger spontane Standortwechsel oder unvorhersehbare äußere Faktoren, die den Arbeitsfluss stören könnten. Zudem ermöglichen feste Routinen eine bessere Organisation des Tagesablaufs.

Herausforderungen beim Homeoffice

  • Gefahr der sozialen Isolation: Auch im Homeoffice besteht die Gefahr der sozialen Isolation, da Mitarbeitende unabhängig vom Ort arbeiten. Besonders bei längeren Phasen des Homeoffice kann der fehlende persönliche Austausch zu einem Gefühl der Entfremdung führen. Um dem entgegenzuwirken, bietet sich ein hybrides Arbeitsmodell an, das sowohl sozialen Kontakt als auch die positiven Effekte von Homeoffice wie Flexibilität und Kosteneinsparungen ermöglicht.
  • Verschwimmen von beruflichem und privatem Leben: Im Homeoffice fällt es vielen Mitarbeitenden schwer, klare Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Ohne den physischen Abstand zu einem Büro oder einem festen Arbeitsplatz können die Arbeitszeiten unklar werden, und die Arbeit überschneidet sich mit der Freizeit. Unternehmen sollten darauf achten, dass Mitarbeitende nach Feierabend nicht mehr kontaktiert werden.

Für wen eignet sich mobiles Arbeiten? Wer profitiert vom Homeoffice?

Mobiles Arbeiten eignet sich für Unternehmen, bei denen Mitarbeitende keinen festen Arbeitsplatz benötigen und deren Tätigkeit von überall aus erledigt werden kann, solange ein digitales Endgerät zur Verfügung gestellt wird. Das ist bei vielen Bürojobs der Fall, wie z. B. in der IT, beim Content Writing oder in anderen digitalen Bereichen. Auch international agierende Unternehmen profitieren vom mobilen Arbeiten, da sie die besten Talente ortsunabhängig anziehen können. Besonders attraktiv ist dies für Mitarbeitende, die viel reisen möchten, oder für solche, die auf dem Land leben wollen. Auch Unternehmen, die sich für eine umweltfreundliche Verantwortung engagieren möchten, können von mobilen Arbeitsmodellen profitieren.

Homeoffice hingegen eignet sich mehr für Unternehmen, bei denen eine regelmäßige Anwesenheit der Mitarbeitenden im Büro noch notwendig ist, oder für Unternehmen, die sehr strukturiert und klassisch arbeiten, aber ihren Mitarbeitenden teilweise die Möglichkeit bieten möchten, von zu Hause aus zu arbeiten. Auch in Branchen, in denen bestimmte Tätigkeiten viel Ruhe erfordern, wie z. B. Buchhaltung oder kreative Aufgaben, kann Homeoffice besonders vorteilhaft sein.

Julia Lehmann ist Schriftstellerin, Philosophin, Künstlerin und Übersetzerin und schreibt seit 3 Jahren über HR- und arbeitsbezogene Themen und Nachrichten.

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