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Jobsharing: Vorteile und Best Practices (+ Leitfaden)

Jobsharing

Ob Unilever, Daimler oder die Deutsche Bahn – Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf das New Work Erfolgskonzept Jobsharing.

Aber wie funktioniert das Modell in der Praxis? Und was passiert, wenn ein Tandempartner aus dem Betrieb ausscheidet?

In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen die unterschiedlichen Arbeitsmodelle, welche Vorteile diese bieten und wie besonders weibliche Führungskräfte Jobsharing für sich nutzen können.

Einführung von Jobsharing im Unternehmen

Jobsharing Definition

Was ist Jobsharing? Jobsharing beruht auf § 13 Abs. 1 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz). Bei diesem Arbeitszeitmodell teilen sich mehrere Personen (meistens zwei) eine Vollzeitstelle.

Die Jobsharing-Partner bearbeiten gemeinsam Aufgaben und tragen Verantwortungsbereiche zusammen. Zudem wird bei dieser Form des Arbeitsmodells eine Aufteilung der Arbeitszeit zwischen den Jobsharern eingeführt.

Die Arbeitnehmer entscheiden meist selbst, an welchen Tagen sie wie viele Stunden arbeiten. Damit die Partner gut zusammenarbeiten können, sind offene Kommunikation, Absprachen und das Lernen voneinander wichtig.

Voraussetzungen für das New Work Arbeitsmodell

Fragen Sie sich auch, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit das Modells erfolgreich umgesetzt werden kann?

Damit die Arbeitsplatzteilung im Unternehmen etabliert werden kann, müssen für jede Arbeitskraft individuelle Arbeitsverträge aufgesetzt werden. In diesen wird auch festgehalten, ob oder wann es eine Vertretungsregel geben soll.

Auch Regelungen im Fall der Kündigung eines Jobsharers müssen inbegriffen sein. In einem gemeinsamen Arbeitsplan halten die Arbeitnehmer zudem weitere wichtige Punkte fest, dieser gilt dann auch als rechtsverbindlich.

Gibt es weitere Faktoren, die Jobsharing begünstigen?

Die Partner sollten verschiedene Eigenschaften mitbringen, um gut auf der Stelle zusammenarbeiten zu können.

So sollten sie Kompromisse eingehen, flexibel auf Situationen und Aufgaben reagieren und gut miteinander kooperieren können. Regelmäßige Kommunikation ist zudem wichtig für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Achtung: Da gemeinsam Verantwortung getragen wird, sollten sich die Jobsharer gegenseitig vertrauen. Wichtige Beschlüsse sollten in Absprache miteinander getroffen werden.

Jobsharing Definition

Jobsharing Modelle

Es gibt verschiedene Arten und Formen des Arbeitsmodells:

  • Job Splitting: Hier kommt es zur Aufteilung einer Vollzeitarbeitsstelle. Meist arbeiten zwei oder mehrere Arbeitnehmer auf der Stelle. Die Jobsharer arbeiten zu unterschiedlichen Zeiten unabhängig voneinander. Ein weiteres Merkmal ist, dass jede*r Beschäftigte*r einen individuellen einzelnen Arbeitsvertrag erhält.
  • Job Pairing: Im Gegensatz zum Job Splitting arbeiten die Beschäftigten in diesem Arbeitsmodell zusammen. So werden Entschlüsse bzgl. Projekten gemeinsam getroffen und die Verantwortung wird gemeinsam getragen. Für dieses Jobmodell ist die Voraussetzung, dass sich die Jobsharer sehr gut verstehen. Der Job Pairing Vertrag kann nur für beide Arbeitnehmer*innen gekündigt werden.
  • Top Sharing: Bei diesem Arbeitsmodell geht es um die Aufteilung von Führungspositionen. Zuerst sollte überlegt werden, ob es eine inhaltliche Aufteilung der Projekte und Führungsaufgaben gibt. Die Arbeitnehmer in Führungspositionen tragen gemeinsam Verantwortung und treffen die wichtigsten Entscheidungen zusammen. Die Arbeitszeit wird untereinander abgestimmt.

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Jobsharing: Vor – und Nachteile

Welche Vorteile bringt Jobsharing für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Die Vorteile von Job Sharing für Mitarbeiter*innen sind vielseitig: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Möglichkeit zur Weiterbildung oder gesteigerte Produktivität.

  • Familie und Beruf: Durch das Modell können auch Führungskräfte mit Kindern ihre Karrieren vorantreiben.
  • Weiterbildung: Im Rahmen des Jobsharing Modells haben Arbeitnehmer*innen Zeit, ein Studium neben der Berufstätigkeit anzufangen oder Weiterbildungen zu besuchen.
  • Produktivität: Mitarbeiter*innen zeigen ein höheres Engagement und sind produktiver, wenn die Aufgaben nach Interessen aufgeteilt werden.

Die folgenden Nachteile für Arbeitnehmer bestehen:

  • Partner: Es kann schwierig sein, einen Arbeitspartner zu finden, mit dem sich Jobsharing durchführen lässt. Nicht nur müssen die Jobsharer ein hohes Vertrauen zueinander haben, auch die Arbeitsweise und der Führungsstil sollten ähnlich sein.
  • Konflike: Wenn ein Jobsharing Partner gefunden wurde, aber nach einiger Zeit bemerkbar wird, dass die Arbeitspartner unterschiedliche Vorstellungen haben, kann das Konfliktpotenzial steigen.

Vorteile & Nachteile für Arbeitgeber

Nicht nur Arbeitnehmer sehen Vor-und Nachteile beim Jobsharing.

Arbeitgeber sehen beispielsweise die folgenden Vorteile in dem Arbeitsmodell:

  • Krankheitsfall: Wenn einer der Mitarbeitenden durch eine Krankheit für einige Zeit ausfällt, stellen Arbeitgeber durch die Vertretung sicher, dass nichts liegen bleibt.
  • Employer Branding: Durch das Angebot von Jobsharing verbessert sich das Arbeitgeberimage und das attraktive Arbeitsmodell kann öffentlichkeitswirksam genutzt werden.
  • Zufriedenheit: Mitarbeitende haben mehr Freizeit und dadurch sinkt auch das Risiko für Burnout und Stress. Insgesamt sind die Mitarbeitenden zufriedener.
  • Know How: Unter Umständen bringen die Mitarbeitenden unterschiedliches Wissen mit und entwickeln sich so weiter.

Nachteile, die aus Arbeitgebersicht bestehen, sind u.a.:

  • Organisationsaufwand: Wenn Arbeitnehmer mit einem Jobsharing– Wunsch an die HR Abteilung herantreten, bedeutet dies einen erhöhten Verwaltungsaufwand für den Personalbereich. U.a. müssen Verträge neu aufgesetzt werden oder auch Arbeitspläne erstellt werden.
  • Lohn: Jobsharing zieht auch höhere Lohn- und Nebenkosten nach sich.

Zukunftsmodell für Führungskräfte: Best Practices

14,7 Prozent: Das war der Anteil der weiblichen Führungskräfte, die laut Statista im Jahr 2021 in den Vorständen der 200 größten deutschen Betriebe beschäftigt waren.

Leider sind es meistens immer noch Frauen, die die Rolle übernehmen, sich um Kinder oder kranke Familienangehörige zu kümmern. So arbeiteten 2020 56,9 Prozent der Frauen zwischen 35-45 Jahren in Deutschland in Teilzeit. Der Anteil der Teilzeitarbeit ist viel höher als der der Männer: Dieser liegt bei der gleichen Altersgruppe nur bei 7,5 Prozent.

Durch Jobsharing profitieren daher besonders Frauen. Woran wird dies ersichtlich?

Bei Zurich wurde 2019 ein Experiment durchgeführt. Und zwar wurde ein Jahr lang bei den ausgeschriebenen Stellen des Unternehmens eine Phrase eingebaut “offen für Teilzeit, Vollzeit oder Jobsharing”.

Letztendlich hatte das Experiment Erfolg, 19 Prozent mehr Frauen bewarben sich auf Managementpositionen bei Zurich. Jobsharing und andere Teilzeitmodelle scheinen also einen positiven Eindruck bei Bewerber*innen zu hinterlassen.

Weitere Beispiele

Auch andere Arbeitgeber unterstützen die Arbeitsplatzteilung im Unternehmen.

Die folgenden Organisationen gehen mit guten Beispiel voran:

  • Unilever: Als Duo wurden Christiane Haasis und Angela Nelissen bei Unilever in die Geschäftsleitung befördert und sind damit der erste “TOP SHARE” in Europa.
  • Deutsche Bahn: Bei der Deutschen Bahn teilen sich zwei Führungskräfte ein Team im Bereich Training, Learning und Consulting. Das Besondere an der Konstellation ist, dass beide fachlich aufgeteilt sind und diejenige, die am jeweiligen Tag anwesend ist, Entscheidungen trifft. Der Partner unterstützt diese, so dass Beschlüsse nicht im Nachhinein zurückgenommen werden.
  • Edding: Bei Edding teilen sich seit 2022 Fränzi Kühne und Boontham Temaismithi den Arbeitsplatz des Chief Digital Officers. Die Arbeitnehmer*innen können auswählen, welchen von beiden Führungskräften sie kontaktieren möchten.
  • BMW: Auch bei BMW hat sich das Jobsharing seit Oktober 2020 im Rahmen einer Betriebsvereinbarung etabliert. Bis 2025 sollen 50 Top-Sharing Stellen gegründet werden.
  • Daimler: Auch Daimler hat die Vorteile von Job Sharing erkannt. Die Teilung des Arbeitsplatzes Produkt- und Produktionscontrolling der C- und E-Klasse liegt derzeit in der Hand zweier Führungskräfte. Beide arbeiten 30 Stunden bei Daimler und wechseln sich an den Tagen ab. Hinsichtlich der Aufgaben besteht keine Aufteilung, aber die Themenschwerpunkte sind aufgeteilt.
  • BASF: Das Unternehmen möchte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen und bietet eine Jobsharing– App, in der sich Interessierte austauschen und zu Arbeitspartnern werden können.

Tipp: Regelmäßiger Austausch der Jobsharing Partner ist genauso wichtig wie die Unterstützung des Vorgesetzten.

Kostenloser Download: Jobsharing Leitfaden

Sie möchten Arbeitsplatzteilung in Ihrem Betrieb etablieren und sind sich unsicher, ob Sie an alle wichtigen Schritte zur Implementierung des Modells gedacht haben? Laden Sie sich unsere kostenlose Checkliste zur Unterstützung herunter:

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Sprachgewandt, neugierig und kreativ: So verfolgt unsere Autorin Marie-Louise Messerschmidt die neuesten HR-Trends. Als Teil des Content Marketing Teams bei Factorial ist es ihr ein Anliegen, anderen die spannende Welt der Personalthemen näherzubringen. Ihr Fokus liegt dabei besonders darauf, rechtliche und strategische Themen knackig zu verpacken.

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