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Nachhaltiges Personalmanagement – Tipps und Best Practices 

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7 Minuten Lesezeit
Nachhaltiges Personalmanagement

Nachhaltiges Personalmanagement oder auch Green Human Resource Management bringt einige Vorteile für Sie und Ihre Mitarbeitenden mit sich. Erfahren Sie in diesem Blogartikel, was nachhaltiges Personalmanagement ausmacht und wie Sie es erfolgreich in Ihr Unternehmen integrieren.

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Nachhaltiges Personalmanagement: Definition

Nachhaltiges Personalmanagement (auf englisch: Green HRM) ist ein Ansatz im Bereich des Human Resource Management (HRM), der darauf abzielt, die langfristige Nachhaltigkeit von Organisationen durch die Gestaltung von Personalpraktiken und -strategien zu fördern. Das bedeutet, dass Personalmanagement nicht nur kurzfristige Ziele und Gewinne im Blick hat, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf die Mitarbeitenden, die Organisation und die Gesellschaft insgesamt berücksichtigt. 

Die nachhaltige Personalentwicklung beinhaltet eine ganzheitliche Betrachtung und Integration von sozialer Verantwortung, Umweltfreundlichkeit, ethischen Grundsätzen und Mitarbeitergesundheit und -wohlbefinden in die Arbeitswelt. Dieser Ansatz fördert eine langfristige Bindung der Mitarbeitenden an die Organisation, berücksichtigt soziale und ökologische Auswirkungen und trägt zur Schaffung eines ethischen und wertebasierten Arbeitsumfeldes bei. Das Konzept kann als Teil von New Work angesehen werden.

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Ziele des nachhaltigen Personalmanagements

Die Ziele des nachhaltigen Personalmanagements sind vielfältig und zielen darauf ab, die langfristige Nachhaltigkeit von Organisationen in verschiedenen Aspekten zu fördern. Hier sind einige der Hauptziele der green HRM Personalarbeit:

1. Mitarbeiterbindung:

Ein Hauptziel des nachhaltigen Personalmanagements ist die langfristige Bindung und Motivation des Personal. Dies kann erreicht werden, indem die berufliche und persönliche Entwicklung der Beschäftigten gefördert wird, um ihre Loyalität zur Organisation zu stärken.

2. Soziale Verantwortung:

Das Ziel besteht darin, die soziale Verantwortung der Organisation gegenüber ihren Mitarbeitenden zu gewährleisten. Dies beinhaltet die Schaffung sicherer und gesunder Arbeitsbedingungen, die Förderung von Vielfalt und Inklusion sowie die Achtung von Arbeitsrechten.

3. Umweltfreundlichkeit:

Nachhaltiges Personalmanagement strebt an, umweltfreundliche Praktiken zu fördern, die die Umweltauswirkungen der Organisation minimieren. Dies kann den Einsatz erneuerbarer Energiequellen, die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs oder CO2 Ausstoß und die Förderung umweltfreundlicher Arbeitsweisen im Zusammenhang mit dem Klimawandel umfassen. Im Zuge dessen nehmen Unternehmen also das Thema Umwelt in den Blick.

4. Ethik und Werte:

Die Förderung von Ethik und Werten im Unternehmen ist ein wichtiges Ziel. Dies umfasst die Schaffung einer Unternehmenskultur, die auf Integrität, Ethik und Fairness basiert.

5. Mitarbeitergesundheit und Wohlbefinden:

Ein Ziel ist es auch, die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern. Dies kann durch betriebliche Gesundheitsförderung, Stressbewältigung und die Schaffung eines gesunden Arbeitsumfelds erreicht werden.

6. Partizipation der Mitarbeitenden:

Nachhaltiges Personalmanagement strebt die Einbindung der Beschäftigten in Entscheidungsprozesse und die Integration ihrer Meinungen und Ideen in die Gestaltung von Personalstrategien an.

7. Corporate Social Responsibility (CSR):

Das Ziel ist die Umsetzung von Unternehmensverantwortung (CSR) in der Personalpraxis, um soziale und ökologische Verantwortung zu übernehmen.

Zusammengefasst zielt nachhaltiges Personalmanagement darauf ab, die langfristige Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Organisation zu stärken, während gleichzeitig soziale und ökologische Verantwortung wahrgenommen und ein ethisches, wertebasiertes Arbeitsumfeld geschaffen wird.
Eine Mitarbeiterin arbeitet auf einer Dachterrasse mit Solarpanels.

Nachhaltiges Personalmanagement Beispiele

Um besser zu verstehen, wie nachhaltiges Personalmanagement in der Praxis funktioniert, haben wir Ihnen im Folgenden einige Beispiele aufgelistet. 

Mitarbeiterentwicklung:

Es werden kostenlose Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme angeboten, um berufliche Fähigkeiten und Karrierechancen zu fördern. Dies unterstützt die langfristige Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen.

Flexible Arbeitsmodelle:

Nachhaltige Organisationen ermöglichen den Beschäftigten, flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeitarbeit, Remote-Arbeit oder Jobsharing zu nutzen, um eine bessere Work-Life-Balance zu schaffen und ihre Gesundheit und Wohlbefinden zu unterstützen.

Gesundheitsförderung:

Unternehmen bieten betriebliche Gesundheitsprogramme an, die die körperliche und mentale Gesundheit der Teams fördern, z. B. durch Fitnesskurse, Stressbewältigungstrainings und den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen.

Vielfalt und Inklusion:

Organisationen fördern eine vielfältige Belegschaft und eine inklusive Unternehmenskultur, in der alle Mitarbeitende unabhängig von Geschlecht, ethnischem Hintergrund, sexueller Orientierung oder anderen Merkmalen gleiche Chancen und Anerkennung erhalten.

Umweltbewusstsein:

Unternehmen setzen Maßnahmen zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks um, wie beispielsweise den Einsatz erneuerbarer Energiequellen, die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und die Förderung umweltfreundlicher Arbeitspraktiken.

Mitarbeiterbeteiligung:

Beschäftigte werden in Entscheidungsprozesse und die Gestaltung von Personalstrategien einbezogen, um ihre Meinungen und Ideen zu berücksichtigen und ihre Identifikation mit der Organisation zu fördern.

CSR-Initiativen:

Organisationen setzen Corporate Social Responsibility (CSR)-Initiativen um, die soziale und ökologische Verantwortung fördern, wie beispielsweise Spendenaktionen, gemeinnützige Projekte und soziale Engagements.

Ethik und Werte:

Unternehmen schaffen eine Unternehmenskultur, die auf Integrität, Ethik und Fairness basiert, und fördern diese Werte bei ihren Teams.

Diese Beispiele zeigen, wie nachhaltiges Personalmanagement dazu beitragen kann, die langfristige Bindung der Mitarbeitenden zu fördern, die soziale und ökologische Verantwortung der Organisation wahrzunehmen und ein ethisches, wertebasiertes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Vorteile von Nachhaltigkeit im Personalmanagement 

Nachhaltiges Personalmanagement bietet Organisationen eine breite Palette von Vorteilen, die sich positiv auf die langfristige Leistung und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden auswirken. 

Mitarbeiterbindung

Einer der wesentlichsten Vorzüge ist die langfristige Mitarbeiterbindung. Durch die Förderung von Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, die Schaffung eines gesunden Arbeitsumfelds und die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten werden diese dazu ermutigt, über einen längeren Zeitraum bei der Organisation zu bleiben. Dies reduziert die Fluktuation und die damit verbundenen Kosten für die Rekrutierung und das Onboarding neuer Mitarbeitenden.

Motivation und Produktivität

Ein weiterer bedeutender Vorteil ist die gesteigerte Mitarbeitermotivation und Produktivität. Nachhaltiges Personalmanagement legt Wert auf die individuelle Entwicklung und das Wohlbefinden der Beschäftigten, was sich in einem höheren Maß an Arbeitszufriedenheit und Engagement niederschlägt. Motivierte Mitarbeitende sind produktiver und tragen zur Steigerung der Gesamtleistung der Organisation bei.

Employer Branding

Die Implementierung nachhaltiger Praktiken hat auch einen positiven Einfluss auf das Employer Branding. Organisationen, die sich für soziale Verantwortung und Umweltfreundlichkeit einsetzen, werden oft als verantwortungsbewusste Arbeitgeber wahrgenommen. Dies erleichtert die Anwerbung von Talenten und ermöglicht es der Organisation, aus einem breiteren Pool qualifizierter Bewerber*innen auszuwählen.

Flexibilität und Resilienz

Besonders in Krisenzeiten erweist sich nachhaltiges Personalmanagement als vorteilhaft, da es Flexibilität und Resilienz fördert. Mitarbeitende, die in einem unterstützenden und gesunden Arbeitsumfeld arbeiten und Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung haben, sind besser gerüstet, um auf unerwartete Herausforderungen zu reagieren und die Geschäftskontinuität aufrechtzuerhalten.

Beteiligung von Mitarbeiter*innen

Die Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungsprozesse und die Berücksichtigung ihrer Meinungen führen zu einer stärkeren Mitarbeiterbeteiligung und einem Gefühl der Mitbestimmung. Dies trägt dazu bei, dass die Mitarbeitenden stärker an das Unternehmen gebunden sind und sich mit den Unternehmenszielen identifizieren.

Kostenreduktion

Des Weiteren können nachhaltige Praktiken dazu beitragen, die Kosten zu reduzieren. Durch die Förderung der Mitarbeitergesundheit und -wohlbefinden können krankheitsbedingte Fehlzeiten gesenkt und die Gesundheitskosten für die Organisation reduziert werden. Zudem führt die langfristige Mitarbeiterbindung zu geringeren Fluktuationskosten und niedrigeren Rekrutierungsausgaben.

Verbessertes Image

Die Umsetzung nachhaltiger Personalmanagement-Praktiken trägt zur Schaffung eines positiven Images bei, da sie soziale Verantwortung und Umweltfreundlichkeit fördert. Dies kann die Beziehungen zu Kund*innen, Lieferant*innen und anderen Stakeholdern stärken und das langfristige Vertrauen in die Organisation fördern.

Nachhaltigere Wettbewerbsfähigkeit

Schließlich fördert nachhaltiges Personalmanagement die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Organisation. Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Beschäftigten und die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen im Geschäftsumfeld tragen dazu bei, dass die Organisation langfristig erfolgreich und innovativ bleibt.

Best Practices – So klappt die Umsetzung 

Die Umsetzung nachhaltigen Personalmanagements erfordert eine sorgfältige Planung und Implementierung von Praktiken, die die langfristige Bindung der Mitarbeitenden an die Organisation fördern und gleichzeitig soziale und ökologische Verantwortung wahrnehmen. 

Hier sind einige Best Practices:

1. Etablierung einer nachhaltigen Kultur:

Beginnen Sie damit, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung als grundlegende Werte anerkennt. Dies setzt die Grundlage für die Integration dieser Prinzipien in das Personalmanagement.

2. Führung und Engagement der Geschäftsführung:

Die Geschäftsleitung muss aktiv in die Umsetzung involviert sein und die Bedeutung von nachhaltigem Personalmanagement betonen. Ihr Engagement fördert die Akzeptanz dieser Praktiken auf allen Ebenen der Organisation.

3. Schulung und Sensibilisierung:

Bieten Sie Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen an, um das Bewusstsein der Mitarbeitenden für die Grundsätze der Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung zu schärfen. Dadurch wird das Verständnis und die Unterstützung für diese Werte gestärkt.

4. Klare Kommunikation:

Sorgen Sie für eine klare und offene Kommunikation der Ziele und Maßnahmen des nachhaltigen Personalmanagements. Die Beschäftigten sollten verstehen, wie diese Praktiken die Organisation und die Gesellschaft als Ganzes positiv beeinflussen.

5. Integration in HR-Praktiken:

Integrieren Sie nachhaltige Praktiken in alle Aspekte des Personalmanagements, einschließlich der Mitarbeitergewinnung, -entwicklung und -bindung. Betonen Sie die Bedeutung von Umweltverträglichkeit, ethischen Standards und der Förderung der Mitarbeitergesundheit.

6. Flexibilität und Work-Life-Balance:

Bieten Sie flexible Arbeitsmodelle an, die es den Mitarbeitenden ermöglichen, ihre beruflichen und persönlichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen. Dadurch wird die Zufriedenheit gesteigert.

7. Gesundheitsförderung:

Implementieren Sie Programme zur Förderung der physischen und mentalen Gesundheit. Dies verbessert die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft und senkt krankheitsbedingte Fehlzeiten.

Mentale Gesundheit

8. Vielfalt und Inklusion:

Schaffen Sie ein Umfeld, das die Vielfalt in der Belegschaft fördert und die Inklusion unterstützt. Implementieren Sie gezielte Programme, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden gleiche Chancen und Anerkennung erhalten.

9. Umweltschutz und Nachhaltigkeit:

Fördern Sie den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Dies kann Maßnahmen wie Energieeffizienz, Abfallreduzierung und den Einsatz erneuerbarer Energien einschließen.

10. Mitarbeiterbeteiligung:

Ermutigen Sie Ihre Teams, aktiv an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und Ideen und Meinungen einzubringen. Dies stärkt das Engagement und die Identifikation der Mitarbeitenden mit der Organisation.

11. Messung und Berichterstattung:

Verwenden Sie Kennzahlen, um den Fortschritt bei der Umsetzung nachhaltiger Personalpraktiken zu messen und regelmäßig darüber zu berichten. Dies fördert Transparenz und Rechenschaftspflicht.

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12. Kontinuierliche Verbesserung:

Überprüfen und optimieren Sie regelmäßig Ihre Praktiken, um sicherzustellen, dass sie den sich ändernden Anforderungen und Zielen der Organisation gerecht werden.

Die Umsetzung von nachhaltigem Personalmanagement erfordert ein umfassendes Engagement auf allen Ebenen der Organisation – nicht nur im Personalwesen. Durch die Befolgung dieser bewährten Praktiken können Organisationen die langfristigen Vorteile von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung in ihrem Personalmanagement realisieren.

Maria Macher ist Content Managerin bei Factorial und lebt hier ihre Liebe für die deutsche Sprache und HR-Themen aus. Bereits während ihrer Studienzeit in Wien und Barcelona sammelte sie unterschiedlichste Arbeitserfahrungen: beim Early-Stage-Startup bis hin zum multinationalen Konzern. Dabei lernte sie insbesondere, was verschiedene Unternehmenskulturen ausmacht und welche Rolle die wichtigste Ressource in Unternehmen spielt: die Menschen.

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