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So nutzen Unternehmen soziales Engagement gewinnbringend

Soziales Engagement

Ehrenamt, die freiwillige Feuerwehr oder der Verein um die Ecke. Viele Menschen engagieren sich bereits ehrenamtlich. Auch auf 2 von 3 deutschen Unternehmen trifft dies laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung zu.

Wie können Unternehmen gesellschaftliches Engagement gewinnbringend nutzen? Wie werden Projekte strategisch ausgewählt?

In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr Employer Branding durch soziales Engagement verbessern und geben Ihnen die Best Practices großer Unternehmen an die Hand.

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Was ist soziales Engagement?

Soziales Engagement bedeutet, sich im Rahmen ehrenamtlicher Arbeit für die Gesellschaft und gesellschaftliche Faktoren einzusetzen. Dadurch präsentieren sich Unternehmen als “gute Bürger” auf dem Arbeitsmarkt.

Freiwilliges Engagement im Betrieb wird daher auch gerne als Corporate Citizenship bezeichnet. Corporate Citizenship gehört zur Corporate Social Responsibility (CSR).

Letztendlich wird natürlich angestrebt, dass es zwischen Unternehmen und dem gesellschaftlichen Engagement einen Fit gibt.

Beispiele für soziales Engagement im Unternehmen sind u.a. Sponsoring, die Gründung einer Stiftung oder auch die finanzielle Unterstützung der sozialen Arbeit von Vereinen.

Was sind Vorteile von sozialem Engagement für Unternehmen?

Umweltschutz, soziale Kompetenz von Unternehmen und ökologische Aspekte. Nur einige Aspekte, die für Bewerber*innen bei der Unternehmenssuche immer wichtiger werden.

Indem Unternehmen sich sozial engagieren, werden sie nicht nur attraktiver für Bewerber*innen, sondern entwickeln auch das Unternehmen und die Mitarbeitenden hinsichtlich verschiedener Aspekte weiter.

Vorteile für Mitarbeitende

Für Angestellte hat die Teilnahme an freiwilligen sozialen Aktivitäten die folgenden Vorteile:

  • Die freiwilligen Helfer profitieren, da ihre sozialen Kompetenzen und ihr Verantwortungsbewusstsein durch die Teilnahme an verschiedenen sozialen Aktivitäten steigen.
  • Ihr Selbstvertrauen wird gestärkt und sie können sich persönlich weiterentwickeln.
  • Mitarbeitende lernen im Rahmen der sozialen Projekte neue Kolleg*innen kennen und verbessern die Beziehung zu diesen. Dadurch können sie sich noch besser im Betrieb integrieren.

Vorteile für den Betrieb= Verbesserung der Unternehmenskultur

Für Unternehmen bringt es verschiedene Vorteile, sich sozial zu engagieren:

  • Sie können ihr Employer Branding verbessern und Bewerber*innen auf sich aufmerksam machen.
  • Langfristig schafft das Unternehmen ein positives Betriebsklima.
  • Reputation des Unternehmens und der Bekanntheitsgrad im Markt steigen.
  • Die Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen steigt und die Mitarbeitenden sind zufriedener.
  • Die Beschäftigten entwickeln Sozialkompetenzen weiter und vernetzen sich untereinander.

Soziales Engagement: Beispiele

Wie können Unternehmen sozial aktiv werden und wohltätige Projekte unterstützen?

Die folgenden Beispiele stellen nur einige von vielen Möglichkeiten dar, als Unternehmen gesellschaftliches Engagement zu betreiben:

  • Corporate Foundations: Im Unternehmen wird eine Stiftung gegründet, die langfristig verschiedene soziale Projekte und wohltätige Zwecke unterstützt.
  • Corporate Volunteering: Beschäftigte werden vom Unternehmen dabei unterstützt, ehrenamtlich für bestimmte gemeinnützige Organisationen tätig zu werden. Dabei setzen sich die Mitarbeitenden aktiv ein.
  • Skilled-Based/Hands-on Volunteering: Corporate Volunteering kann in Skilled- Based Volunteering und Hands- On Volunteering aufgeteilt werden. Beim Skilled- Based Volunteering unterstützen Mitarbeitende Organisationen durch ihr fachliches Wissen, z.B. im Rahmen einer Beratung zu finanziellen oder rechtlichen Themen. Beim Hands- On Volunteering packen die Freiwilligen in einem anderen Bereich mit an. Beispielsweise werden Bäume gepflanzt oder handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt.
  • Mikrokredite: Plattformen wie kiva.org geben Unternehmen die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. Die Unternehmen vergeben Mikrokredite, die dann in Raten wieder zurückgezahlt werden. Mit Hilfe eines Mikrokredits werden Menschen in Entwicklungsländern insofern unterstützt, dass sie sich durch die Mikrokredite eine Existenz aufzubauen können.

Best Practices von Unternehmen

Die folgenden Unternehmen gehen mit einem guten Beispiel voran und engagieren sich sozial:

  • Airbus Hamburg: Das Unternehmen Airbus betreibt eine Kooperation mit dem Kriseninterventionsteam des Deutschen Roten Kreuz (DRK). Dabei arbeiten die Betriebsärzte eng mit dem Interventionsteam bei der Betreuung von Airbus Mitarbeitenden und deren Familien zusammen. Die Betriebsärzte profitieren besonders durch die Qualifizierung und kontinuierliche Weiterbildung im Rahmen der Zusammenarbeit.
  • Coca Cola: Die 5by20-Initiative von Coca-Cola unterstützt Unternehmer*innen in der Wertschöpfungskette von Coca-Cola weltweit. So werden beispielsweise Schulungen zu geschäftlichen Themen angeboten, Mentoring-Netzwerke aufgebaut und Finanzdienstleistungen angeboten.
  • Boston Consulting: Die Beratung engagiert sich durch ihr Pro-Bono Projekt Business@School in Schulen. Dabei werden Schüler in den höheren Schulklassen durch ein Projekt über drei Phasen an Wirtschaftsthemen herangeführt. Es werden wirtschaftliche Grundlagen erklärt, Exkursionen durchgeführt und am Ende ein Businessplan aufgestellt.
  • Siemens München Switch: Bei dem Projekt wurden Führungskräfte von Siemens 8 Tage lang an einen gemeinnützigen Verein ausgeliehen. Dadurch sollte die soziale Kompetenz der Führungskräfte verbessert und bürgerschaftliches Engagement unterstützt werden.
  • Wien Holding: Ehrenamtliches Engagement wird hier großgeschrieben. Im Rahmen eines Arbeitstages können sich Angestellte der Wien Holding ehrenamtlich engagieren. An diesem „Social Active Day“ können die Beschäftigten sich bei verschiedenen Organisationen einbringen.

HR Materialien

Soziales Engagement bei Factorial

Auch Factorial hat es sich zum Ziel gesetzt, ehrenamtliche Tätigkeiten in Europa zu unterstützen und soziale Projekte voranzutreiben.

Dazu haben sich erstmals 40 Mitarbeiter*innen von Factorial getroffen, um mit dem Assís Centre d´Acollida zusammen 9 Mikro Häuser für obdachlose Frauen zu eröffnen. Die Mitarbeitenden von Factorial waren damit beauftragt, die Häuser zu säubern und Möbel zusammenzubauen. Der Sinn des Projektes war es, wohnungslosen Frauen ein sicheres Zuhause zu bieten.

Assís ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit dem Jahr 2000 für die Verbesserung der Lebensqualität wohnungsloser Menschen einsetzt. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, den Wohnungslosen zu helfen und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Ich habe dieses Projekt ausgewählt, da es wichtig ist, Organisationen dabei zu helfen, tief verwurzelte Probleme in Barcelona zu lösen. Lokale Probleme sollten nie vergessen werden und wir möchten daher aktiv die Gemeinschaft vor Ort unterstützen. Daher ist es für uns essentiell, gerade Menschen und Organisationen vor Ort zu helfen, die wenig Unterstützung erfahren.

(Zitat: Carla Ripa, Culture Officer in Factorial)

Aus dem Stadtteil Sarria-Sant Gervasis bedient der Verein durch helfende Hände täglich rund 150 Personen. Assís bietet u.a. Unterkünfte und Verpflegung.

Implementierung sozialer Projekte im Unternehmen

Möchten Sie auch ein soziales Projekt in Ihrem Unternehmen betreuen? Gehen Sie dabei auf jeden Fall strategisch vor, um soziales Engagement langfristig im Unternehmen zu etablieren.

  1. Vision: Im ersten Schritt sollten Sie sich fragen, welche Vision Ihr Betrieb verfolgt und dementsprechend konkrete Ziele aufstellen. Überlegen Sie sich, welche Projekte zu Ihrem Unternehmen passen könnten und welchen Zusatznutzen diese schaffen.
  2. Aktuelle Situation: Darauf folgend sollten Sie die aktuelle Situation analysieren. Überlegen Sie, was die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens sind und welche Strategie die Wettbewerber verfolgen. Gibt es bestimmte Trends oder Krisen auf dem Markt? Können Sie auf die Trends aufspringen? Beziehen Sie auch relevante Stakeholder mit in Ihre Überlegungen ein. Dazu können Sie Interviews mit den Stakeholdern führen, um daraufhin die wichtigsten Themen einzugrenzen. Formulieren Sie Ihre Ziele dann klar und überlegen Sie sich die Zwischenschritte. Formulieren Sie eine Strategie.
  3. Bestehende Projekte: Schauen Sie, ob schon bestimmte soziale Projekte im Unternehmen betrieben werden. Analysieren Sie diese und überlegen Sie sich, ob diese weiterhin sinnvoll sind.
  4. Verantwortliche: Es sollte zudem ein Verantwortlicher oder eine verantwortliche Gruppe zur Betreuung der Projekte bestimmt werden.
  5. Implementierung: Nachfolgend werden die Strategie und die Aktivitäten implementiert. Die Kommunikation dazu sollte sowohl nach innen als auch nach außen betrieben werden.
  6. Nachhaltigkeit: Nach der Umsetzung sollten Sie sich die Ziele und Zwischenziele im regelmäßigen Abstand anschauen. Sind diese noch sinnvoll? Schauen Sie sich auch an, ob diese nach außen sichtbar sind und daraus ein Nutzen generiert werden kann. Die Messung kann beispielsweise durch eine Analyse des Social Return on Investment oder durch eine Kosten-Nutzen-Analyse erfolgen.

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Sprachgewandt, neugierig und kreativ: So verfolgt unsere Autorin Marie-Louise Messerschmidt die neuesten HR-Trends. Als Teil des Content Marketing Teams bei Factorial ist es ihr ein Anliegen, anderen die spannende Welt der Personalthemen näherzubringen. Ihr Fokus liegt dabei besonders darauf, rechtliche und strategische Themen knackig zu verpacken.

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