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Work-Life-Blending

Warum Work-Life-Blending nicht immer schlecht ist

Work-Life-Balance war gestern. In Zeiten von New Work dreht sich alles um das Work-Life-Blending.

Was damit genau gemeint ist und welche Vor- und Nachteile diese Verschmelzung von Job und Privatleben mit sich bringt, erfahren Sie hier.

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Was ist Work-Life-Blending?

Der Begriff Work-Life-Blending beschreibt das Verschmelzen von Arbeits- und Privatleben. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit ist dabei nicht mehr klar definiert. Die beiden Bereiche gehen ineinander über und es herrscht keine strikte Trennung mehr zwischen beruflichen und privaten Angelegenheiten.

Das Ziel dabei ist es nicht, Mitarbeiter*innen keine Freizeit mehr zu gönnen, sondern dafür zu sorgen, beide Bereiche besser aufeinander abzustimmen. Das sorgt letztendlich dafür, dass mehr Freiraum für private Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen bleibt.

Konkret bedeutet das, dass Mitarbeiter*innen zwar auch vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn Anrufe annehmen und E-Mails checken, im Gegenzug aber während der Arbeitszeit private Termine wahrnehmen dürfen: Wohnungsbesichtigungen, Arztbesuche, Telefonate mit der Mutter – all das ist während der Arbeitszeit möglich.

Ist Work-Life-Blending schon Realität?

Streng genommen beschreibt der Begriff Work-Life-Blending nur, was inzwischen bereits zur Realität geworden ist. Während es vor einigen Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre, einen Kollegen im Urlaub zu kontaktieren, ist es heute ganz normal geworden, dass man durchaus auch auf eine Antwort aus dem Urlaub hoffen kann.

Das bestätigt eine Work-Life-Blending Studie des Kölner Markt- und Organisation Forschungsinstitut YouGov. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • 22 Prozent der Befragten arbeiten rund einmal im Monat am Wochenende oder an Feiertagen.
  • 20 Prozent arbeiten jedes Wochenende mindestens einen Tag (Samstag oder Sonntag).
  • 50 Prozent beantworten E-Mails und eingehende Telefonate außerhalb der Arbeitszeit. Fast jeder 8. sogar täglich.

Jegliche Work-Life-Blending Beispiele sind also bereits Realität. Mit der klaren Benennung dieses Konzeptes soll das Ziel verfolgt werden, dass nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch die Mitarbeiter*innen von flexibleren Arbeitszeiten profitieren.

Work-Life-Blending Vor- und Nachteile

Welche Vor- und Nachteile bringt Work-Life-Blending mit sich?

Diese Vermischung von Arbeit und Privatleben bringt sowohl Vorteile als auch einige Nachteile mit sich.

Vorteile Nachteile
  • Mehr Flexibilität: Mitarbeiter*innen können ihren Alltag nach Belieben gestalten
  • Gesteigerte Produktivität dank Anpassung an den individuellen Biorhythmus der Mitarbeiter*innen
  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Karriere
  • Überstunden: Nicht selten arbeiten Mitarbeiter*innen letztendlich mehr
  • Unklarheit: Es fehlen klare Grenzen
  • Vorsicht, Stress! Mitarbeiter*innen fühlen sich unter Druck gesetzt, jetzt besonders gute Resultate zu erzielen.

Wie kann ich Work-Life-Blending in meinem Unternehmen umsetzen?

Work-Life-Blending kann schnell nach hinten losgehen. In der heutigen Arbeitswelt, die von ständiger Erreichbarkeit und endlosen To-Do Listen geprägt ist, muss ein konkretes Konzept her. Ohne klare Herangehensweise bringt Work-Life-Blending vor allem eins: Überbelastung für die Mitarbeiter*innen. Denn schon jetzt haben es Angestellte oft schwer, nach einem vollen Arbeitstag abzuschalten.

Im folgenden Abschnitt haben wir 3 Tipps für Sie, wie Sie Work-Life-Blending erfolgreich in Ihrem Unternehmen umsetzen – ohne Ihre Mitarbeiter*innen unter Druck zu setzen.

(1) Klare Kommunikation

Kommunizieren Sie ganz klar, welche Erwartungen Sie an Ihre Mitarbeiter*innen haben. Machen Sie deutlich, dass Sie nicht verlangen, dass Ihre Angestellten rund um die Uhr arbeiten. Erklären Sie, dass das Blending vor allem dazu dient, dass Mitarbeiter*innen Arbeit und Privates besser vereinen können. So können Sie sichergehen, dass sich Ihre Angestellten auch wirklich trauen, Arzttermine oder andere private Verpflichtungen während ihrer Schicht wahrzunehmen.

(2) Organisation ist das A und O

Work-Life-Blending bedeutet, dass Arbeitnehmer*innen sich ihre Zeit selbst einteilen können. Damit wichtige Termine wie der wöchentliche Jour Fixe aber von allen wahrgenommen werden, ist ein übersichtlicher digitaler Terminkalender ein Muss.

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(3) Passende Ausstattung

Sie verlangen von Ihren Mitarbeiter*innen, dass Sie sich an die moderne Arbeitswelt anpassen, bieten aber veraltetes technisches Equipment an? Smartphone, Headphones und Laptop sollten auf dem neuesten Stand sein. So können Ihre Mitarbeiter*innen ohne Probleme von überall aus arbeiten, u.a. im Home Office. Gutes Equipment trägt also zur neuen Flexibilität bei.

Schreibtalent, HR-Fan und Trend-Spürnase - das ist unsere Autorin Nicole Steffgen. Sie ist Teil des Content Marketing Teams bei Factorial. Was ihren Content so besonders macht? Ihre Leidenschaft für HR und ihr Fokus auf den Menschen einer Organisation.

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