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Internationaler Frauentag – Zahlen, Daten & Fakten

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4 Minuten Lesezeit
Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag – am 8. März feiern wir die Frauen weltweit. Dieses Jahr unter dem Motto #BreakTheBias. Ein Tag, an dem wir für Gleichberechtigung nicht nur am Arbeitsplatz, sondern in allen Bereichen der Gesellschaft kämpfen.

Aber was steckt eigentlich hinter dem Weltfrauentag und warum ist dieser Tag heute wichtiger denn je? In diesem Artikel klären wir Sie auf und liefern Ihnen die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten.

Was steckt hinter dem Weltfrauentag?

Der 8. März wurde 1975 vom damaligen UN-Ausschuss als Internationaler Frauentag beschlossen. Er soll an den historischen Kampf der Frauen erinnern. So wurde Bewusstsein für die Ungleichheit der Geschlechter geschaffen.

Warum der Internationale Tag der Frauen an diesem Tag stattfindet, ist nicht eindeutig geklärt. Nach Angaben der UNESCO entstand dieser aus den Aktivitäten der Arbeiterbewegungen um die Jahrhundertwende in Nordamerika und Europa. Erste Demonstrationen und Streiks von Fabrikarbeiterinnen in den USA gehen allerdings bereits auf das Jahr 1858 zurück.

Der erste nationale Frauentag fand in den Vereinigten Staaten am 28. Februar 1909 statt. Die Socialist Party of America hat diesen Tag zu Ehren des Streiks der Textilarbeiterinnen von 1908 in New York gewidmet. Dort haben die Frauen gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestiert.

Die Idee eines internationalen Frauentags wurde 1910 auf einer Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks geboren. Auf dieser Konferenz schlug Clara Zetkin (deutsche kommunistische Aktivistin & Verfechterin der Frauenrechte) vor, einen Tag zu bestimmen, an dem Frauen überall auf der Welt ihren Forderungen Nachdruck verleihen können. Ihre Idee wurde von allen anwesenden Frauen aus 17 Ländern einstimmig angenommen.

Der Internationale Frauentag fand erstmals am 19. März 1911 in Österreich, Dänemark, Deutschland, USA und der Schweiz statt. In einem Bundesland in Deutschland ist der Weltfrauentag seit 2019 ein gesetzlicher Feiertag: in Berlin. (Stand: März 2022)

Anlässlich des Weltfrauentags 2022 haben wir am 8. März ein Round Table veranstaltet. Dort kamen die Expertinnen Karin Tischler, Monika Rörig, Patricia Moro und Sabine Beck zusammen. Im Webinar wurde über die Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt gesprochen. Im Fokus: geschlechtsspezifische Werte. Wie beeinflussen sie unseren Arbeitsalltag?

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Die Corona-Krise der Frauen

Das vergangene Jahr hat latente Ungleichheiten ans Licht gebracht, von denen wir dachten, sie gehörten der Vergangenheit an. Vor allem Frauen sind von den Herausforderungen der Pandemie besonders stark betroffen: Bis zum Jahr 2020 ist die Beschäftigung von Frauen weltweit um 5% Prozent zurückgegangen. Und warum?

Die Verantwortung für die Kinderbetreuung sowie Haushaltstätigkeiten liegt immer noch unverhältnismäßig stark bei den Frauen. Aufgrund von geschlossenen Schulen und Kindertagesstätten mussten sich die Mütter zwischen der Kinderbetreuung und dem Erscheinen am Arbeitsplatz entscheiden.

Dieser Trend spiegelt auch die anhaltenden Ungleichheiten bei der Entlohnung wider. Frauen haben nach wie vor häufiger einen schlechter bezahlten Job als ihre männlichen Partner. Daher sind sie die ersten, die in einer Krise aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Die Arbeitsplätze von Frauen sind nicht nur schlechter bezahlt, sie sind auch unsicherer. Frauen repräsentieren überwiegend Sektoren wie Einzelhandel, Tourismus und Gastgewerbe. Diese Sektoren waren von der Pandemie stärker betroffen.

Einblicke in Factorials HR Studie

Für das Jahr 2021 haben wir eine HR-Studie durchgeführt und Daten von mehr als 7.000 Unternehmen gesammelt. An der Umfrage haben mehr als 400 Personalverantwortliche aus 11 verschiedenen Ländern teilgenommen.

Die Daten zeigen, dass das Lohngleichgewicht kippt. In Deutschland sind 55% der Personalverantwortlichen Frauen, gegenüber 45% der Männer. Allerdings beziehen Männer in HR-Positionen mehr Gehalt als Frauen.

Gehälter nach Geschlecht

Ab einem Jahresgehalt von 40.000 Euro pro Jahr verdienen Männer deutlich mehr als Frauen. Hier wurde ein klares geschlechtsspezifisches Lohngefälle festgestellt.

Auch im Vereinigten Königreich ist ein Phänomen zu beobachten, das sich in allen Ländern wiederholt. Sobald es sich um das Jahresgehalt für Führungspositionen handelt, werden Frauen immer schlechter bezahlt. Dies geschieht unabhängig vom Anteil der Frauen.

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Was Sie als Unternehmen tun können

Unter dem diesjährigen Motto #breakthebias, geben wir Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie Voreingenommenheiten und Stereotype gegenüber Frauen in Ihrem Unternehmen beseitigen können.

  • Nutzen Sie gendergerechte Sprache: Angefangen bei Stellenanzeigen bis hin zu interner Kommunikation. Verwenden Sie geschlechtsneutrale Sprache oder gendern Sie. Beispiel: Mitarbeitende oder Mitarbeiter*innen. So fühlen sich alle Geschlechter angesprochen.
  • Anonyme Bewerbung: Bieten Sie im Rekrutierungsprozess die anonymisierte Bewerbung an. Personaler*innen erhalten somit keinerlei Informationen über das Geschlecht, das Alter oder die ethnische Zugehörigkeit der Bewerbenden. Es werden ausschließlich Berufserfahrungen und andere Kenntnisse und Fähigkeiten bewertet. Somit werden verschiedene Arten der Diskriminierung eliminiert.
  • Schulen Sie Ihr Personal: Ein weiterer positiver Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Vielfalt am Arbeitsplatz ist das Angebot von Schulungen zu unbewussten Vorurteilen (auch: unconscious bias). Auf diese Weise können Sie mögliche Voreingenommenheiten am Arbeitsplatz verringern.
  • Fördern Sie Frauen in Führungspositionen: Setzen Sie geschlechtsspezifische Ziele und schlüsseln Sie diese nach Geschäftsbereichen und Funktionen auf. So können Sie sicherstellen, dass in verschiedenen Abteilungen und auf verschiedenen Ebenen Männer und Frauen im Gleichgewicht repräsentiert werden.
  • Bieten Sie ein flexibles Arbeitszeitmodell an: Durch ein flexibles Arbeitszeitmodell ermöglichen Sie beispielsweise Eltern, und somit Frauen als auch Männern, ihre Arbeitszeit selbst einzuteilen. Dies kommt allen zugute, die sich um ihre Kinder oder auch um ihre Eltern kümmern. Dazu gehört auch, die Einstellung Ihres Unternehmens über Arbeitsleistungen zu ändern. Beurteilen Sie Mitarbeiter*innen anhand der erbrachten Leistungen und Erfolge, und nicht anhand der im Büro verbrachten Zeit.

Zu guter Letzt fordern wir Sie dazu auf, den Weltfrauentag in Ihrem Unternehmen zu feiern. Zeigen Sie Ihrem Personal, dass Sie sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen. 

So feiert Factorial den Weltfrauentag

Dieses Jahr produziert Factorial ein T-Shirt, bei dem 100% der Einnahmen an die Organisation AADAS geht. AADAS steht für Asociación de asistencia a mujeres agredidas sexualmente. Die spanische Organisation unterstützt Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben, durch beispielsweise psychologische und juristische Unterstützung, und Selbstverteidigungs- & Empowerment-Workshops.

Factorial Weltfauentag

 

Schreibtalent, HR-Fan und Trend-Spürnase - das ist unsere Autorin Nicole Steffgen. Sie ist Teil des Content Marketing Teams bei Factorial. Was ihren Content so besonders macht? Ihre Leidenschaft für HR und ihr Fokus auf den Menschen einer Organisation.

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