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job enrichment

Warum auch Arbeitgeber von Job Enrichment profitieren

Top Talente weiterhin motivieren und im Unternehmen halten – das ist für viele Arbeitgeber eins der Hauptziele 2022.

In diesem Artikel lernen Sie, wie Job Enrichment Ihnen dabei helfen kann, dass Ziel der Mitarbeiterbindung zu erreichen.

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Was ist Job Enrichment?

Job Enrichment Definition

Der Begriff Job Enrichment stammt aus dem Englischen und bedeutet zu Deutsch so viel wie Arbeitsbereicherung. Es geht also darum, die Arbeit eines Mitarbeitenden reicher zu gestalten. Geprägt wurde das Konzept durch den US-amerikanischen Psychologen Fredrick Herzberg.

Im Rahmen dieser Neugestaltung werden dem Angestellten anspruchsvollere Aufgaben zugeteilt. Mitarbeiter*innen werden auf diese Weise gefordert und gefördert.

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Das Ziel dabei ist die Weiterentwicklung des Teammitglieds – sowohl auf persönlicher als auch auf professioneller Ebene. Mitarbeiter*innen, die verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen, fühlen sich besonders wertgeschätzt. Das stärkt die Mitarbeitermotivation und senkt somit die Fluktuationsrate, was sich letztendlich positiv auf die Unternehmensleistung auswirkt.

Job Enrichment ist Teil des Bereiches Job Rotation, bei dem Mitarbeitende in andere Rollen schlüpfen, um über den Tellerrand hinauszublicken und sich weiterzuentwickeln. Ein weiterer Teilbereich im Job Rotation ist das Job Enlargement.

Welche Vor- und Nachteile bringt Job Enrichment mit sich?

Vorteile

Nachteile

  • Gesteigerte Mitarbeitermotivation
  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit → gesteigerte Mitarbeiterbindung und Senkung der Fluktuationsrate
  • Besser qualifizierte Mitarbeiter*innen → geringerer Recruiting Aufwand
  • Verbessertes Employer Branding
  • Ggf. höheres Stresslevel durch Überforderung
  • Zusätzliche Weiterbildungen müssen finanziert werden
  • Organisatorischer Mehraufwand

Was sind typische Job Enrichment Beispiele?

Job Enrichment wird in der Praxis öfter umgesetzt, als man vielleicht denkt. Das ist auch kein Wunder, denn qualifizierte und interessierte Mitarbeiter*innen können de facto auch übergreifende Aufgaben übernehmen. Bevor man also Ressourcen aufwendet und extern neue Talente rekrutiert, können ein Großteil der Aufgaben von bestehenden Mitarbeiter*innen übernommen werden. Der Vorteil: Sie kennen das Unternehmen und die Prozesse bereits.

Im Folgenden finden Sie zwei gängige Beispiele:

  1. Höhere Anforderung: Ein Content Writer schreibt wöchentlich Blogartikel. Zusätzliche Aufgaben, die er jetzt übernehmen wird können die Themensuche, aber auch die anspruchsvollere Auswertung der Performance der Artikel sein.
  2. Höhere Positionen: Ein Teammitglied ist bereits seit einiger Zeit im Unternehmen und überzeugt stets mit besten Leistungen. Der nächste Schritt könnte eine Beförderung zur Position der Teamleitung sein.

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Job Enrichment und Job Enlargement

Die Begriffe Job Enlargement und Job Enrichment werden in der Praxis gerne mal durcheinander gebracht. Dabei beschreiben sie bei genauerem Hinsehen zwei unterschiedliche Konzepte. Wir klären auf:

Job Enrichment

Bei der „Arbeitsbereicherung“ werden dem Beschäftigten zusätzliche Aufgaben zugeteilt, die einem höheren Anforderungsprofil entsprechen. Die Rolle wird somit anspruchsvoller und der Mitarbeitende kann Neues lernen und sich weiterentwickeln. Das fördert besonders organisatorische und strategische Skills.

Job Enlargement

Im Gegensatz zum Job Enrichment bleibt das Arbeitsniveau beim Job Enlargement unverändert. Die Aufgaben werden also nicht zwingend schwieriger, aber das Aufgabengebiet weitet sich aus. Der Mitarbeitende ist jetzt also auch für Bereiche rund um seine bisherige Tätigkeit verantwortlich.

Beispiel: Mitarbeiterin Sarah Becker war bisher ausschließlich im Recruiting tätig. Im Rahmen des Job Enlargements wird sie die Kandidaten (m/w/d) jetzt bis ins Onboarding begleiten, anstatt nur die Vorauswahl abzuwickeln.

Wie kann ich Job Enrichment in meinem Unternehmen umsetzen?

Warum es sich lohnt, Mitarbeiter*innen mit neuen Aufgaben zu fordern, wissen wir jetzt. Aber: Wie funktioniert diese Umstrukturierung in der Praxis? 

Schritt-für-Schritt Guide

  1. Profile filtern: Bevor Sie mit Ihren Umstrukturierungen beginnen, sollten Sie sich einen Überblick verschaffen, welches Teammitglied eigentlich in Frage kommt, neue Aufgaben zu übernehmen. Nutzen Sie Mitarbeitergespräche, um herauszufinden, wer sowohl das Interesse als auch die nötige Qualifikation (Skills) mitbringt.
  2. Ohne Moos nix los: Seien Sie sich darüber bewusst, dass Ihr Vorhaben sehr wahrscheinlich mit Kosten für Schulungen, Trainings und andere Weiterbildungen verbunden ist. Planen Sie ein konkretes Budget dafür ein.
  3. Aufgabenplanung: Im nächsten Schritt können Sie sich an die Planung der Aufgaben machen. Welche neuen Verantwortungsbereiche kommen in Frage? Wer übernimmt die ursprünglichen Aufgabenfelder?
  4. Mentoring: Neue Aufgabenbereiche können anspruchsvoll sein. Daher ist es wichtig, der Person zur Seite zu stehen. Führen Sie regelmäßige Mitarbeitergespräche durch und finden Sie heraus, wie Sie Ihr Teammitglied unterstützen können.

➡️ Fazit: Auch, wenn Job Enrichment einen gewissen Mehraufwand von Ihnen als Arbeitgeber abverlangt, überwiegen letztendlich die Vorteile. Folgen Sie unseren Steps und profitieren Sie von zufriedeneren Mitarbeiter*innen und einer gesteigerten Unternehmensleistung.

Schreibtalent, HR-Fan und Trend-Spürnase - das ist unsere Autorin Nicole Steffgen. Sie ist Teil des Content Marketing Teams bei Factorial. Ihr Fokus liegt dabei auf dem DACH Markt. Nicole hat einen Abschluss in "International Communication" (B.A.) sowie in "Communications & Future Marketing" (M.A.) und ist Expertin im Bereich Online Content. Ihre Spezialgebiete: Blogposts und Social Media. Die gebürtige Deutsche bringt dabei viel internationale Erfahrung mit: Deutschland, Österreich, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Mexiko - in all diesen Ländern hat sie bereits gelebt. Was ihren Content außerdem so besonders macht? Ihre Leidenschaft für HR und ihr Fokus auf den Menschen einer Organisation.

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