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Mindestlohn 2023: Alles Wissenswerte auf einen Blick

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4 Minuten Lesezeit
Mindestlohn 2023

In Deutschland wurde der Mindestlohn über die letzten Jahre immer wieder angepasst. Wissen Sie eigentlich wie hoch der aktuelle Mindestlohn ist, wie der Mindestlohn im Jahr 2023 aussehen wird, welche Entwicklung es in den letzten Jahren gab und welche Auswirkungen der Mindestlohn auf Unternehmen haben kann?

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Entwicklungen über die letzten Jahre sowie den aktuellen Mindestlohn vor und zeigen Ihnen für welche Berufsgruppen die Regelungen überhaupt gelten.

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Wie hoch ist der aktuelle Mindestlohn in Deutschland?

Gesetzlich ist der Mindestlohn bereits seit dem Jahr 2015 in Deutschland verankert. Konkret ging es darum, sich auf einen Lohn zu einigen und diesen gesetzlich so festzuschreiben, dass er nicht mehr unterschritten werden kann.

Vorher gab es nur den sogenannten Branchenlohn, welcher sich auf Branchen wie die Pflege oder Abfallwirtschaft bezog. Diesen gibt es heute neben dem Mindestlohn auch noch, er basiert auf Verträgen, die zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern verschiedener Branchen ausgehandelt wurden.

Seit 2015 gab es immer wieder Anpassungen, so gibt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) an, dass normalerweise alle zwei Jahre von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaftlern über eine Erhöhung beratschlagt wird.

Über die letzten Jahre gab es die folgenden Entwicklungen:

  • So lag der Mindestlohn im Januar 2015 noch bei 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde.
  • Im Jahr 2021 wurde er von 9,50 Euro auf 9,60 Euro erhöht.
  • Auch im Jahr 2022 gab es einige Veränderungen, so liegt er seit dem 1. Januar bei 9,82 Euro.
  • Im Juli 2022 wird es zu einer weiteren Änderung kommen, so wird die Lohnuntergrenze dann auf 10,45 Euro angehoben.
  • Im Februar 2022 wurde zudem beschlossen, den Mindestlohn ab Oktober 2022 auf 12 Euro anzuheben.

Bis zum 30. Juni 2023 kann die Kommission nun wieder über zukünftige Anpassungen beratschlagen, die allerdings erst ab dem 1. Januar 2024 wirksam werden können.

Sind Sie sich unsicher, wie viel Ihnen ausgezahlt wird? Schauen Sie doch einmal in diesen Mindestlohn Rechner. Sie können mit diesem ausrechnen, wie Ihr Monatsgehalt und Ihr Stundenlohn aussieht.

Wie hoch ist der Mindestlohn in 2023?

Der gesetzliche Mindestlohn 2023 wird im Oktober 2022 eingeführt und liegt bei 12 Euro und wird auch bis frühestens zum 1. Januar 2024 gleich bleiben.

Die Mindestlohnkommission wird in 2023 dann über eine Erhöhung beratschlagen, die dann allerdings erst ab dem Jahr 2024 umgesetzt werden kann.

Für wen gilt die Lohnuntergrenze?

Der Mindestlohn kann für alle Arbeitnehmer*innen gelten, allerdings gibt es einige Gruppen, bei denen Ausnahmen bestehen können. So gelten für folgende Personengruppen eine Ausnahme:

  • Auszubildende
  • Selbstständige
  • Personen, die ein Ehrenamt ausüben
  • Bestimmte Praktikanten Gruppen, wie z.B. Praktikanten, die ein Praktikum zur Studienorientierung machen
  • Gefängnisinsassen und einige weitere Gruppen

Auch auf Minijobber, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, kann sich der Mindestbetrag auswirken. Da die Minijobber unter einem Gehalt von 450 Euro bleiben müssen, dürfen diese Stand 1. Januar 2022 nur noch weniger als 46 Stunden arbeiten, da sie ansonsten über die 450 Euro Grenze kommen würden.

Ab dem 1. Oktober 2022 wird die Minijob Grenze dann auf 520 Euro angehoben.

Was gilt für Unternehmen?

Was müssen Unternehmen im Rahmen des Mindestlohngesetzes beachten? In bestimmten Branchen besteht die Pflicht, die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer*innen aufzuzeichnen.

  • Dies gilt bei geringfügig Beschäftigten.
  • Bei Mitarbeiter*innen im Baugewerbe.
  • Bei Angestellten in Gaststätten und Herbergen.
  • Auch Zeitungszusteller*innen und Mitarbeiter*innen im Paketdienst müssen die Arbeitszeiten verschriftlichen.

Dabei muss der Beginn, das Ende und die Dauer des Arbeitstages aufgeschrieben werden. Zudem verbleibt die Liste beim Arbeitgeber, um ggfs. bei einer Prüfung durch den Zoll vorgezeigt zu werden.

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Mindestlohn – Brutto oder Netto?

Wenn vom Mindestlohn gesprochen wird, werden die Zahlen immer Brutto angegeben, da noch Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden müssen. Die Höhe der abgeführten Beiträge hängen letztendlich natürlich von der Steuerklasse des Arbeitnehmers ab.

Was bringt der Mindestbetrag?

Die Lohnuntergrenze wurde nicht ohne Grund eingeführt, Arbeitnehmer*innen werden einerseits vor einer schlechten Bezahlung geschützt und andererseits ist der Mindestbetrag die Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen, da Lohndumping so vermieden wird.

Wussten Sie schon, dass nicht eindeutig statistisch erwiesen ist, ob der Mindestlohn langfristig positive oder negative Auswirkungen auf die Empfänger hat? Das Statistische Bundesamt führt dazu immer wieder Studien durch.

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Für Unternehmen ist der Mindestlohn zuerst einmal natürlich mit höheren Kosten verbunden.  Unternehmen in verschiedenen Branchen mit Beschäftigten unter Mindestlohnniveau haben meist mit Maßnahmen wie der Reduzierung der Arbeitszeiten und Erhöhung der Preise auf den steigenden Mindestlohn (Taxifahrten, Restaurant, Cafes etc.) reagiert. Auswertungen haben allerdings gezeigt, dass sich die Unternehmen an diese erhöhten Kosten gewöhnt haben.

Der Lohnuntergrenze kann aber für Firmen auch Vorteile bieten: Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter*innen, die gut bezahlt werden auch motivierter sind.

Sprachgewandt, neugierig und kreativ verfolgt unsere Autorin Marie-Louise Messerschmidt als SEO Content Writer die neuesten HR Trends. Als Teil des Content Marketing Teams arbeitet sie seit Mitte 2022 für Factorial HR. Nach ihrem Abschluss in Betriebswirtschaftslehre an der Georg-August-Universität Göttingen und Sprachwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München befasst sie sich bereits seit 2017 mit Themen im Personalbereich. Ihr Fokus liegt dabei besonders auf rechtlichen und strategischen Themen. Zuletzt hat sie einen Gastbeitrag zum Thema Personalverwaltung im OMT Magazin veröffentlicht.

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