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Employer Branding

Employee Experience: Mit EX zu nachhaltigem Unternehmenserfolg

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9 Minuten Lesezeit
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Die Employee Experience spielt inzwischen eine entscheidende Rolle in der Arbeitswelt, da das Wohlbefinden und die Zufriedenheit von Arbeitnehmenden einen direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben. Wir klären, wie Sie den Erfolgsfaktor Employee Experience gewinnbringend in Ihre Unternehmensstrategie aufnehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Employee Experience (auf Deutsch Mitarbeitererfahrung) beschreibt die Summe aller Erfahrungen, die Mitarbeitende während des gesamten Mitarbeiterlebenszyklus (Employee Life Cycle) im Unternehmen machen. Eine positive Employee Experience führt zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit, Engagement und langfristiger Mitarbeiterbindung.
  2. Nach dem amerikanischen Autor Jacob Morgan wird die Employee Experience durch drei Hauptfaktoren beeinflusst: kulturelle, physische und technologische Arbeitsumgebung.
  3. Die Messung der Employee Experience ist entscheidend, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und den Erfolg von Maßnahmen zu verfolgen. Mit modernen Tools wie Factorial können Sie Ihre Unternehmensdaten einfach tracken, analysieren und datengetriebene Entscheidungen treffen.

Was versteht man unter Employee Experience?

Definition EX

Employee Experience (EX) – zu Deutsch Mitarbeitererfahrung oder auch Erlebnis der Mitarbeitenden – beschreibt die Gesamtheit aller Erfahrungen, die Mitarbeitende im Laufe ihrer Zeit im Unternehmen (auch Employee Life Cycle genannt) machen. Von Recruiting bis Offboarding durchlaufen Mitarbeitende dabei verschiedene Phasen im Unternehmen.

Zu diesen Mitarbeitererfahrungen gehören alle Interaktionen, Eindrücke und Emotionen, die Angestellte mit dem Unternehmen haben, angefangen von der Bewerbungsphase über das Onboarding und den Arbeitsalltag bis hin zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Abgrenzung zu Candidate Experience

Nicht zu verwechseln ist die Employee Experience hingegen mit der Candidate Experience. Diese fokussiert sich speziell auf die Erfahrungen von Bewerber*innen während des Bewerbungsprozesses, beginnend mit der Suche nach einer Stelle bis hin zur finalen Entscheidung (Einstellung oder Absage).

Zusammenspiel von Employee Experience und Candidate Experience:

Die Candidate Experience ist praktisch die erste Phase des Employee Life Cycle. Eine positive Candidate Experience (z. B. durch transparente Kommunikation und wertschätzendes Feedback) legt den Grundstein für eine spätere positive Employee Experience und stärkt das Arbeitgeberimage.

Warum eine positive Employee Experience für Ihr Unternehmen so wichtig ist

Eine positive Mitarbeitererfahrung hat einen direkten Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Wie relevant das Thema ist, zeigt unter anderem die Mercer Employee Experience Trendstudie 2023: Obwohl 84 % der Beschäftigten hoch engagiert sind, ziehen 35 % einen Arbeitgeberwechsel in Betracht. Trotz hoher Motivation auf Arbeitnehmerseite ist die Bindung ans Unternehmen also oft schwach.

Doch die Mitarbeitermotivation ist nicht überall so hoch – ganz im Gegenteil: Eine aktuelle Stepstone-Studie fand heraus, dass sich lediglich 37 Prozent der befragten Angestellten in ihrer Tätigkeit und an ihrem Arbeitsplatz richtig motiviert fühlen – klare Aufholbedarf für Arbeitgeber.

Unternehmen mit einer hohen EX profitieren hingegen von:

  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung: Mitarbeiter*innen, die sich wertgeschätzt und gehört fühlen, bleiben dem Unternehmen länger treu. 10 Tipps für eine verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit können Sie sich auch in unserem Artikel zum Thema holen.
  • Geringere Fluktuationsraten: Die Kosten für die Neueinstellung und Einarbeitung von Mitarbeitenden sind hoch.
  • Höhere Produktivität/Employee Engagement: Zufriedene Mitarbeitende sind motivierter und leistungsfähiger.
  • Verbesserte Innovation: Eine positive Unternehmenskultur fördert Kreativität und den Austausch von Ideen.
  • Gesteigertes Employer Branding: Unternehmen mit einer guten EX haben einen besseren Ruf als Arbeitgeber und ziehen daher die notwendigen und qualifizierten Arbeitskräfte an.

Eine positive Employee Experience schaffen – mit Employee Experience Management

Was ist Employee Experience Management (EX-Management)?

Um eine positive Employee Experience für Ihre Belegschaft zu schaffen, braucht es sinnvolle Strategien. Das Employee Experience Management (EXM) als Teil der HR-Abteilung beschäftigt sich genau damit und kümmert sich um die strategische Gestaltung, Analyse und Optimierung der gesamten Mitarbeitererfahrung im Unternehmen.

Was sind die zentralen Aufgaben des Employee Experience Managements?

  • Entwicklung einer Strategie: Definition der Vision und der Ziele für die EX im Unternehmen.
  • Identifizierung der „Moments that matter“: Identifizierung der wichtigsten Berührungspunkte im Mitarbeiterlebenszyklus und Messung der damit verbundenen Erfahrungen.
  • Gestaltung der Employee Experience: Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Erlebnisse an allen Touchpoints.
  • Auswertung der Employee Experience-Daten: Analyse von Feedback und Kennzahlen, um den Erfolg der Strategie zu messen, gehören ebenso zum Aufgabenbereich des EXM.

Tipp: Der einfachste Weg, ehrliches Feedback Ihrer Mitarbeitenden einzuholen? Die eNPS-Mitarbeiterumfragen von Factorial! Mit dem Umfragetool holen Sie sich anonym die Meinung Ihrer Mitarbeitenden ein und erhalten direkt eine visuelle und übersichtliche Auswertung. Und wenn Sie es ganz genau wissen wollen, nutzen Sie Factorials 1:1-Feature mit automatischer Zusammenfassung. So sieht’s in der Plattform aus. ⬇️

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Wie schafft man eine positive Employee Experience? – Employee Experience-Strategie

Angestellte durchlaufen verschiedene Phasen während ihrer Beschäftigung. Sie alle müssen so positiv wie möglich gestaltet werden, um eine hohe EX zu erreichen.

Fünf Phasen der Employee Journey:

  1. Einstellung: Der erste Eindruck zählt! Eine ansprechende Stellenanzeige, ein reibungsloser Bewerbungsprozess und ein schnelles Feedback sind wichtige Faktoren für eine positive EX.
  2. Onboarding: In dieser Phase werden Mitarbeitende in das Unternehmen integriert. Ein strukturiertes Einarbeitungsprogramm hilft ihnen, sich schnell zurechtzufinden und produktiv zu werden. Lesen Sie auf unserem Blog, worauf es genau beim Onboarding ankommt.
  3. Entwicklung: Mitarbeitende möchten sich weiterentwickeln und neue Herausforderungen annehmen. Unternehmen sollten ihnen durch Weiterbildungen, Coaching und Aufstiegsmöglichkeiten die Chance dazu geben.
  4. Bindung: Motivierte Mitarbeitende bleiben dem Unternehmen treu. Ein angenehmes Arbeitsklima, Wertschätzung und gute Bezahlung tragen zur Bindung bei.
  5. Austritt/Offboarding: Auch ein Austritt kann positiv gestaltet werden. Ein Austrittsgespräch hilft dem Unternehmen, die Gründe für den Austritt zu verstehen. Auch hier finden Sie hilfreiche Tipps mit Checkliste zum Offboarding auf unserem Blog.

Morgans Modell der Employee Experience

Jacob Morgans Modell der Employee Experience beschreibt die wichtigsten Faktoren, die die Mitarbeitererfahrung beeinflussen. Jede Mitarbeitererfahrung setzt sich aus drei Bereichen oder auch Umgebungen bzw. Räumen zusammen:

1. Kulturelle Umgebung:

Dies ist die „Atmosphäre“ in Ihrem Unternehmen. Sie wird geprägt durch den Führungsstil, den Sinn und Zweck der Arbeit, die Struktur und die Angestellten. Sie beeinflusst die Energie, Motivation und Handlungsspielräume in der Arbeit.

2. Physische Umgebung:

Das ist der Raum, den wir sehen, fühlen und riechen, also die konkrete Arbeitsumgebung und auch der individuelle Arbeitsplatz. Dazu gehören Kunst, Layout, Kolleg*innen sowie Annehmlichkeiten wie Catering, Fitnessraum oder Ruhezonen.

3. Technologische Umgebung:

Hier geht es um die Arbeitsmittel: internes soziales Netzwerk, mobile Geräte, Laptops, Videokonferenzen, Apps, Software und Schulungen. Veraltete Technologie frustriert, behindert Kommunikation und Zusammenarbeit und macht unproduktiv.

Digital Employee Experience

Im Kontext der technologischen Umgebung ist auch oft von Digital Employee Experience (DEX) die Rede. Diese bezieht sich auf die Qualität der Interaktionen von Beschäftigten mit der Technologie, die sie für ihre Arbeit benötigen. Anders gesagt: Es geht darum, wie einfach, effizient und zufriedenstellend Mitarbeitende digitale Tools in ihrem Arbeitsalltag nutzen können.

DEX umfasst diverse Aspekte:

  • Performance der Geräte und Programme: Sind sie schnell, zuverlässig und benutzerfreundlich?
  • Verfügbarkeit von benötigten Tools: Haben Mitarbeitende Zugriff auf die Software und Apps, die sie brauchen?
  • IT-Support: Reagiert die IT-Abteilung schnell und kompetent auf Probleme?
  • Sicherheit und Datenschutz: Fühlen sich Mitarbeitende sicher im Umgang mit Unternehmensdaten?
  • Schulungen und Trainings: Werden Mitarbeitende in die Nutzung der Tools ausreichend eingewiesen?

Morgan schließt seine Gedanken zur Employee Experience mit den Worten:

Die Zukunft der Arbeit dreht sich um die Erfahrungen der Mitarbeitenden. Welche Erfahrungen bieten Sie Ihren Mitarbeitenden?

Gemeinsam das Ziel erreichen

Nach Jacob Morgan ist nicht eine einzelne Abteilung oder Person für die EX verantwortlich, sondern das gesamte Unternehmen. Denn EX ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die von allen Abteilungen und Personen im Unternehmen beeinflusst werden.

Einige Abteilungen spielen jedoch eine besonders wichtige Rolle und leisten ihre Beiträge:

1. Human Resources (HR): HR ist die zentrale Anlaufstelle für diese Themen und trägt die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung einer Strategie.

2. Führungskräfte: Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Unternehmenskultur und der Schaffung eines positiven Arbeitsumfelds. Sie geben die Richtung das Ziel vor.

3. IT-Abteilung: Die IT-Abteilung ist dafür verantwortlich, dass alle Beschäftigten über die notwendigen technologischen Werkzeuge und Ressourcen verfügen, um ihre Arbeit effektiv zu erledigen.

4. Facility Management: Das Facility Management sorgt für ein ansprechendes und funktionales Arbeitsumfeld.

Tipp: Für eine effiziente Verwaltung all dieser Faktoren lohnt sich eine Software, mit der Sie zentralisiert Ihre HR-Prozesse, IT-Management und mehr verwalten können. Das ist Factorial. Entdecken Sie alle unsere Funktionen und Vorteile!

Woran lässt sich die Employee Experience messen? – Tools und Metriken

Die Employee Experience ist zwar ein softer Wert, kann aber über indirekte KPIs gemessen werden. Dabei kommen quantitative Tools wie Surveys zur Mitarbeiterbefragung, Engagement-Werte und Fluktuationsraten wie auch qualitative Techniken wie Feedbackkanäle zum Einsatz.

Die Messung der EX ist entscheidend, um den Fortschritt der Initiativen des EX-Managements zu verfolgen und Bereiche für Verbesserungen zu identifizieren. HR-Software wie die von Factorial kann eine entscheidende Hilfe in diesem Prozess sein. Konkrete Maßnahmen sind zum Beispiel:

Quantitative Tools:

  • Umfragen: Regelmäßige Befragungen der Mitarbeitenden zu verschiedenen Themen wie Zufriedenheit, Erfahrung, Engagement, Bindung und Unternehmenskultur. Tools wie Pulse Surveys ermöglichen häufige Datenerhebung und schnelles Handeln.
  • Kennzahlen: HR-Kennzahlen wie Fluktuationsrate, Abwesenheitstage, Leistung und Produktivität können Hinweise auf die EX geben.
  • Datenanalyse: Analyse von Daten aus verschiedenen Quellen wie HR-Systemen, Umfragen, Feedback-Formularen und Exit-Interviews, um Muster und Trends zu erkennen. Am besten nutzen Sie People Analytics, um Ihre Entscheidungen auf einer verlässlichen Datengrundlage zu treffen.

Qualitative Tools:

  • Feedback-Gruppen: Diskussionsrunden mit Mitarbeitenden zu spezifischen Themen oder Bereichen der EX.
  • Feedback-Kanäle/Feedbackkultur: Einrichtung von anonymen Feedback-Kanälen, wie beispielsweise Chatbots oder digitale Vorschlagsboxen, um kontinuierliches Feedback zu sammeln.

Zusätzliche Tipps:

Wählen Sie Tools, die am besten zu den Bedürfnissen und Zielen Ihres Unternehmens passen, und messen Sie die EX regelmäßig, um Trends zu erkennen und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu verfolgen.

Kommunizieren Sie die Ergebnisse an die Belegschaft.

Personalmanagement-Software-Tools wie Factorial können Ihnen dabei helfen, mittels Self-Service, Mitarbeiterbefragungen und transparenten, allen zugänglichen Personalprozessen die Mitarbeitererfahrung maßgeblich zu verbessern.

Häufige Fragen zum Thema Employee Experience

Wie lässt sich Mitarbeitererfahrung definieren?

Mitarbeitererfahrung ist die deutsche Bezeichnung für Employee Experience. Gemeint sind alle Wahrnehmungen und Interaktionen, die Beschäftigte während ihres gesamten Arbeitslebens im Unternehmen sammeln – von Bewerbung/Onboarding bis zum Austritt. Dazu zählen Kultur, Arbeitsprozesse und die Zusammenarbeit im Team. Eine gute Mitarbeitererfahrung stärkt Motivation und Loyalität.

Wie kann man die Employee Experience verbessern?

Indem man die Bedürfnisse der Mitarbeitenden systematisch erhebt und entsprechende Maßnahmen umsetzt. Regelmäßige Mitarbeitergespräche und Umfragen liefern wichtiges Feedback, das als Basis für Veränderungen im Arbeitsumfeld dient – z. B. bessere Kommunikation, mehr Entwicklungsangebote oder flexible Arbeitsmodelle. Steigt die Mitarbeiterzufriedenheit, steigt auch die Employee Experience.

Was versteht man unter Employee Journey?

Die Employee Journey (Employee-Experience-Journey) beschreibt den gesamten Weg eines Mitarbeitenden in einem Unternehmen, von Recruiting über Onboarding und den Arbeitsalltag bis zu Offboarding und ggf. Alumni-Phase. Im Unterschied zum  Employee Lifecycle fokussiert sie auf die erlebten Touchpoints (z. B. erster Arbeitstag, erstes Feedbackgespräch) und wird oft als Journey Map visualisiert.

Was ist CX und EX?

CX steht für Customer Experience (nicht zu verwechseln mit Candidate Experience (CE)). CX beschreibt die Summe aller Erfahrungen, die Kund*innen mit einer Marke machen. EX steht für Employee Experience: die Erfahrungen der Mitarbeitenden mit ihrem Unternehmen (u. a. Kultur, Prozesse, Tools). Beide hängen zusammen: Schlechte interne Abläufe oder Führung wirken sich häufig negativ auf den Kundenkontakt aus – und umgekehrt.

Als Content Managerin bei Factorial bringt Maria Macher umfassende Erfahrung in der internen und externen HR-Kommunikation mit. Geprägt durch ihre akademische Laufbahn in Wien und Barcelona sowie durch berufliche Stationen in diversen Unternehmensstrukturen bereitet sie gezielt Wissen rund ums Personalmanagement auf und behält dabei den Fokus auf der wichtigsten Ressource für Unternehmen: den Menschen.