Zum Inhalt gehen
Digital HR

Berechnen Sie Ihren ENPS – Mit Factorial

·
6 Minuten Lesezeit
Der globale KI-Report 2025 ist da!
Entdecken Sie das Potenzial von KI für Ihr Unternehmen – mit Insights, Interviews und & 100+ einsatzbereiten Prompts Kostenlos herunterladen

Die Bindung von Fachkräften ist eine zentrale Herausforderung für deutsche Unternehmen. Laut dem Gallup Engagement Index 2025 haben nur 17 % der Beschäftigten in Deutschland eine hohe emotionale Bindung an ihr Unternehmen. Eine bewährte Methode, die Mitarbeiterloyalität zu messen und zu verbessern, ist der Employee Net Promoter Score. Mit der Berechnung des eNPS ermitteln Sie, wie wahrscheinlich es ist, dass Ihr Personal Sie als Arbeitgeber weiterempfiehlt. Dieser Artikel erklärt, wie Sie den eNPS-Wert korrekt berechnen, die Ergebnisse interpretieren und daraus wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit ableiten.

Wichtige Fakten

  • Der Employee Net Promoter Score (eNPS) ist eine Kennzahl, die die Loyalität der Beschäftigten misst, indem sie fragt, wie wahrscheinlich eine Weiterempfehlung als Arbeitgeber auf einer Skala von 0 bis 10 ist.
  • Laut einer Studie von StepStone aus dem Jahr 2025 geben 28 % der Fachkräfte in Deutschland an, aufgrund einer schlechten Unternehmenskultur aktiv über einen Jobwechsel nachzudenken.
  • Unternehmen mit hoch engagiertem Personal verzeichnen laut Gallup eine um 23 % höhere Profitabilität als Unternehmen mit unzufriedener Belegschaft.
  • Die Implementierung regelmäßiger eNPS-Umfragen kann die Mitarbeiterbindung um bis zu 15 % erhöhen, da sie eine klare Feedbackkultur signalisiert.

Was ist der Employee Net Promoter Score (eNPS)?

Der Employee Net Promoter Score (eNPS) ist eine Kennzahl zur Messung der Mitarbeiterloyalität. Er basiert auf einer einzigen, zentralen Frage und quantifiziert, wie wahrscheinlich es ist, dass die eigene Belegschaft das Unternehmen als Arbeitsplatz an Freunde oder Bekannte weiterempfehlen würde. Das Ergebnis dient als Indikator für die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit und die Stärke der Unternehmenskultur.

Dafür wird eine einfache Frage gestellt:

Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns einem Freund oder Familienmitglied als Arbeitgeber empfehlen würden”?“

Der eNPS ist vom Net Promoter Score (NPS) abzugrenzen. Während der NPS die Kundentreue misst (Weiterempfehlung des Produkts oder der Dienstleistung), konzentriert sich der eNPS ausschließlich auf die interne Perspektive: die Zufriedenheit und Loyalität des Personals.

Warum ist die Messung der Mitarbeiterzufriedenheit entscheidend?

Zufriedene Beschäftigte sind nachweislich produktiver, engagierter und erbringen einen besseren Kundenservice. Ein positives Betriebsklima, gefördert durch hohe Mitarbeiterzufriedenheit, reduziert zudem die Fluktuation. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2025 können hohe Fluktuationskosten bis zu 150 % eines Jahresgehalts pro Stelle betragen.

Tipp: Der ENPS bietet eine tolle Möglichkeit, die Ausgangslage zu bestimmen und Maßnahmen abzuleiten, um somit die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen.

Welche Vorteile bietet der eNPS für Unternehmen?

  • Einfachheit und hohe Teilnahmequote: Da die Umfrage nur aus einer Frage besteht, ist der Aufwand für die Teilnehmenden minimal. Das führt zu hohen Rücklaufquoten.
  • Schnelle Durchführung: Die Erhebung ist unkompliziert und liefert rasch ein Stimmungsbild der Belegschaft.
  • Vergleichbarkeit (Benchmarking): Der standardisierte Wert ermöglicht den Vergleich über die Zeit, zwischen Abteilungen oder mit externen Branchen-Benchmarks.
  • Handlungsorientierung: Ein sinkender oder niedriger Wert ist ein klares Signal, tiefergehende Analysen durchzuführen und gezielte Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Wie werden die eNPS-Antworten bewertet?

Die Antworten auf die eNPS-Frage werden auf einer Skala von 0 („sehr unwahrscheinlich“) bis 10 („äußerst wahrscheinlich“) gegeben. Anhand ihrer Bewertung werden die Teilnehmenden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Promovierende (9–10 Punkte): Dies sind die loyalsten und zufriedensten Beschäftigten. Sie agieren als positive Botschaftende für das Unternehmen.
  • Passive oder Indifferente (7–8 Punkte): Diese Gruppe ist zufrieden, aber nicht begeistert. Sie ist offen für Angebote von anderen Unternehmen und trägt nicht aktiv zur Stärkung des Employer Brandings bei.
  • Kritisierende (0–6 Punkte): Diese unzufriedenen Beschäftigten bergen ein hohes Fluktuationsrisiko und können durch negative Äußerungen dem Ruf des Unternehmens schaden.

Wie wird der eNPS-Wert berechnet?

Der eNPS-Wert wird berechnet, indem der prozentuale Anteil der Kritisierenden vom prozentualen Anteil der Promovierenden subtrahiert wird. Die Passiven fließen nicht in die Berechnung ein, werden aber bei der Ermittlung der prozentualen Anteile berücksichtigt.

Stellen Sie sich Folgendes vor: Ihr Unternehmen führt eine Umfrage durch und bittet alle Mitarbeitenden, diese zu beantworten. Ihr Unternehmen hat 1000 Mitarbeitende. Aus der Umfrage ergibt sich, dass 20 Prozent der Mitarbeitenden Kritisierende sind, 30 Prozent Passive und 50 Prozent Promovierende. Die Formel zur Berechnung lautet dann:

ENPS Berechnung

Für ein Unternehmen mit 50 % Promovierenden und 20 % Kritisierenden ergibt sich also ein eNPS-Wert von +30.

Der eNPS-Wert kann zwischen -100 (alle sind Kritisierende) und +100 (alle sind Promovierende) liegen. Die Interpretation der Ergebnisse ist wie folgt:

  • Unter 0: Ein negatives Ergebnis ist ein dringendes Warnsignal. Es gibt mehr unzufriedene als loyale Beschäftigte.
  • 0 bis 30: Ein Wert in diesem Bereich gilt als gut und zeigt eine solide Basis an zufriedenem Personal.
  • Über 30: Ein Wert von über 30 wird als sehr gut angesehen und deutet auf eine starke Unternehmenskultur hin.
  • Über 50: Werte über 50 sind exzellent und werden nur von führenden Unternehmen in der Mitarbeiterbindung erreicht.

Achtung: Bei einem Wert unter 0 sollten sich Unternehmen überlegen, woran dies liegen kann und welche Maßnahmen sie ergreifen können, um die Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen zu erhöhen und den eNPS zu verbessern

ENPS Benchmark

Grenzen des eNPS und ergänzende Methoden

Der eNPS ist ein wertvoller Indikator, hat aber Grenzen. Seine Einfachheit bedeutet auch einen Mangel an Tiefe. Er zeigt „was“, aber nicht „warum“. Die starre Einteilung in drei Gruppen kann zudem Nuancen in der Mitarbeiterstimmung übersehen. Daher sollte der eNPS nicht isoliert, sondern als Ausgangspunkt für weiterführende Analysen genutzt werden.

Puls-Umfragen

Zur Ergänzung eignen sich regelmäßige, kurze Puls-Umfragen (Pulse Surveys). Diese fragen mit wenigen, wechselnden Fragen gezielt spezifische Themen wie Führung, Arbeitsbelastung oder Entwicklungsmöglichkeiten ab und ermöglichen so ein kontinuierliches Monitoring der Stimmung im Unternehmen.

Wie können Sie den eNPS-Wert aktiv verbessern?

Ein niedriger eNPS-Wert ist kein Endpunkt, sondern der Startpunkt für einen Verbesserungsprozess. Die folgenden Schritte sind entscheidend:

1. Qualitative Daten erheben

Ergänzen Sie die eNPS-Frage immer um ein offenes, anonymes Textfeld mit einer Folgefrage, wie z. B. „Was ist der Hauptgrund für Ihre Bewertung?“. Dies liefert das entscheidende „Warum“ hinter dem Wert und deckt konkrete Problemfelder auf.

2. Ergebnisse analysieren und kommunizieren

Analysieren Sie die Ergebnisse segmentiert nach Abteilung, Standort oder Betriebszugehörigkeit, um spezifische Muster zu erkennen. Kommunizieren Sie die Gesamtergebnisse transparent an die Belegschaft. Dies zeigt Wertschätzung für das gegebene Feedback und schafft Vertrauen in den Prozess. Nutzen Sie die Daten auch für Ihre Personalberichte.

3. Maßnahmen ableiten und umsetzen

Entwickeln Sie auf Basis des Feedbacks konkrete, realistische Maßnahmenpläne. Konzentrieren Sie sich auf die 2-3 wichtigsten Themen, die aus den Kommentaren der Kritisierenden und Passiven hervorgehen. Weisen Sie Verantwortlichkeiten zu und setzen Sie klare Fristen. Entscheidend ist, dass die Belegschaft sieht, dass ihren Rückmeldungen Taten folgen.

4. Regelmäßig messen und nachverfolgen

Führen Sie eNPS-Umfragen regelmäßig durch (z. B. quartalsweise), um die Wirksamkeit Ihrer Maßnahmen zu überprüfen. Die Nachverfolgung des Trends ist wichtiger als ein einzelner Wert. Dies etabliert einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

ENPS mit Factorial   

Moderne HR-Software wie Factorial vereinfacht die Durchführung und Auswertung von eNPS-Umfragen erheblich. Sie können den Prozess automatisieren und erhalten die Ergebnisse in Echtzeit auf einem übersichtlichen Dashboard.

Automatisierte Auswertung

Die Software teilt die Antworten automatisch in die drei Gruppen – Promovierende, Passive und Kritisierende – ein. Sie sehen auf einen Blick die prozentuale Verteilung und den daraus resultierenden Gesamt-eNPS-Wert. Die Entwicklung des Werts über die Zeit wird grafisch dargestellt, sodass Sie Trends sofort erkennen.

ENPS Umfrage

  • Promoter: Promoter sind Mitarbeiter*innen, die die Umfrage mit einer Punktzahl von 9 oder 10 beantworten. Promoter sind zufriedene Mitarbeiter, die positiv zur Image- und Wachstumsförderung des Unternehmens beitragen. Diese Mitarbeiter sind mit der Unternehmenskultur zufrieden und dadurch zu Höchstleistungen motiviert.
  • Neutral: Passive Beschäftigte haben einen ENPS-Wert von 7 oder 8. Neutrale Mitarbeiter*innen sind grundsätzlich mit ihrer Unternehmenskultur zufrieden, bleiben aber offen für Angebote anderer Unternehmen. Diese Mitarbeitenden werden ihr Unternehmen wahrscheinlich nicht weiterempfehlen, aber sie sprechen auch nicht negativ darüber. Das Feedback dieser Mitarbeiter*innen ist wichtig, um Verbesserungen vorzunehmen und neutrale Mitarbeiter zu Promotern zu machen.
  • Kritiker: Dabei handelt es sich um Angestellte, die eine Punktzahl von 0 bis 6 haben. Dabei steht 0 für „sehr unwahrscheinlich” das Unternehmen als Arbeitgeber weiterzuempfehlen. Kritiker sind Mitarbeiter*innen, die mit ihrer Arbeit gar nicht oder nur teilweise zufrieden sind. Das Risiko, dass diese Beschäftigten das Unternehmen verlassen, ist hoch. Das Feedback dieser Angestellten ist wichtig, um die Mitarbeiterfluktuation und die Kosten zu minimieren.

Durchführung der Umfrage

  1. Aktivierung: Um zu starten, können HR-Verantwortliche ganz einfach die Umfrage implementieren und für einen bestimmten Zeitraum aktivieren. eNPS-Umfragen sind für alle aktiven Mitarbeiter*innen gedacht, sodass eine Auswahl der Teilnehmer*innen nicht erforderlich ist.
  2. Benachrichtigungen: Immer wenn ein neuer Zyklus beginnt, wird eine E-Mail an die Teilnehmer*innen gesendet und eine ausstehende Aufgabe auf dem Dashboard erstellt.
  3. Erinnerungen: Um die Umfrage zu teilen, haben Sie die Möglichkeit, erneut eine E-Mail-Benachrichtigung an die Teilnehmer*innen zu senden, die noch nicht geantwortet haben.
  4. Übersicht: In der Übersicht können Sie genau nachvollziehen, welche Mitarbeitenden die Umfrage noch nicht beantwortet haben.
  5. Ergebnisse: Am Ende erhalten die HR-Verantwortlichen die Bewertung und eine anschauliche Übersicht, wie viele Mitarbeitende Promoter, Neutrale Mitarbeitende oder Kritiker sind. Zudem kann auch eine Entwicklung über verschiedene Zeiträume nachvollzogen werden.

Achtung: Um unvoreingenommene, ehrliche und echte Informationen zu sammeln, sind alle eNPS-Umfragen anonym.

Fazit: eNPS als Werkzeug für eine bessere Unternehmenskultur

Die Berechnung des eNPS ist mehr als nur das Erheben einer Kennzahl. Es ist ein strategisches Instrument, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu verstehen, eine offene Feedbackkultur zu etablieren und die Unternehmensleistung nachhaltig zu steigern. Indem Sie regelmäßig zuhören, transparent kommunizieren und auf Basis der Ergebnisse handeln, machen Sie aus Feedback einen echten Motor für positive Veränderungen und eine stärkere Mitarbeiterbindung.

Testen Sie Factorial kostenlos und messen Sie Ihre Mitarbeiterzufriedenheit!

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Wie berechnet man den ENPS?

Der ENPS berechnet sich aus der Differenz zwischen dem prozentualen Anteil der Promoter (Unterstützer) und dem der Kritiker. Passive Mitarbeitende werden nicht berücksichtigt. Das Ergebnis ist eine absolute Zahl zwischen -100 und +100, kein Prozentwert.

Was ist ein guter ENPS?

Ein Wert über 0 gilt bereits als gut, da es mehr Promoter als Kritiker gibt. Ein ENPS über 30 wird als sehr gut angesehen, während Werte über 50 als exzellent gelten und auf eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit hindeuten.

Marie-Louise Messerschmidt ist SEO Content Writer bei Factorial HR und auf rechtlich-strategische HR-Themen spezialisiert. Seit 2017 beschäftigt sie sich intensiv mit Entwicklungen im Personalwesen – mit besonderem Blick auf Gesetzesänderungen, Organisationsstrategien und digitale Tools. Ihr interdisziplinärer Studienhintergrund in Betriebswirtschaftslehre und Sprachwissenschaften unterstützt sie dabei, komplexe Inhalte präzise und verständlich aufzubereiten.