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Die 6 häufigsten Führungsstile und welcher am besten zu Ihnen passt

Was macht einen guten Chef aus? Auf diese Frage gibt es unzählige Antworten. Denn wer schon einmal unter einem Vorgesetzten gearbeitet hat, weiß, wie unterschiedlich Führungsstile sein können. Während der eine auf Kommunikation auf Augenhöhe setzt, strahlt der andere allein durch seine Anwesenheit eine hohe Überlegenheit aus. Dabei ist ein Führungsstil nicht automatisch besser oder schlechter als der andere. Ein Team kann man eben auf unterschiedliche Weisen anleiten. Wir beschäftigen uns mit der Frage, welche Führungsstile es gibt und welche Eigenschaften ein Chef mitbringen sollte. Welcher Führungstyp sind Sie?

Führungsstil

Definition: Was sind Führungsstile?

Als Führungsstile beschreibt man das Verhaltensmuster von Vorgesetzten gegenüber Mitarbeitern, die in beruflich niedrigeren Positionen sind. Dazu zählen die Verhaltensweisen gegenüber einzelner Mitarbeiter oder Gruppen von Mitarbeitern, aber auch die Vorgehensweisen im beruflichen Alltag.

Die Führungsstile in einem Unternehmen sind ein wichtiger Teil des Personalmanagements und sagen viel über die Unternehmenskultur in einem Betrieb aus. Wie sich eine Führungskraft gegenüber Mitarbeitern verhält, hängt in der Regel mit der Persönlichkeit des Vorgesetzten und der Art des Unternehmens zusammen. Dies bedeutet aber nicht, dass sich Führungsstile nicht anpassen lassen.

Welche Bedeutung haben Führungsstile in Unternehmen?

Als wichtiger Teil des Personalmanagements wirkt sich der Führungsstil auf viele Bereiche im Unternehmen aus:

  • Betriebsklima
  • Arbeitgeberimage und Arbeitgeberattraktivität
  • Personalfluktuation
  • Bewertungen in Arbeitgeberbewertungsportalen und damit die Anzahl der eingehenden Bewerbungen
  • Motivation, Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter

Der Führungsstil ist ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsalltags und hat somit erheblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Wer durch seinen Führungsstil Mitarbeiter verärgert, kann nicht von einer hohen Mitarbeitermotivation profitieren.

Auch die Leistungsbereitschaft sinkt bei unzufriedenen Mitarbeitern. Sie erzielen mit Ihrem Team folglich nicht die gewünschten Ergebnisse. Ein guter Führungsstil sorgt dafür, dass Mitarbeiter Freude an ihrem Job haben und bereit sind, viel zu leisten. Stellen Sie fest, dass Ihr bisher gelebter Führungsstil nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt und zum gesteigerten Unternehmenserfolg führt, sollten Sie Ihren Führungsstil überdenken und gegebenenfalls ändern.

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Übersicht: Welche Führungsstile gibt es?

Wie bereits erwähnt, gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Führungsstilen. Dabei wird zwischen verschiedenen Modellen differenziert. Die Führungsstile nach Kurt Lewin sowie die nach Max Weber gehören zu den klassischen Modellen der Personalführung. Letztere gehören zu den etwas veralteten Modellen, die sich in die autokratische, patriarchalische, charismatische und bürokratische Führung unterteilt. Die Modelle nach Kurt Lewin unterscheiden die autoritäre, die kooperative oder demokratische und die Laissez-faire-Führung.

Autokratisch oder autoritär

führungsstile beispiele

Wichtige Entscheidungen obliegen alleinig der Führungsperson. Mitarbeiter sind an dem Entscheidungsprozess nicht beteiligt und haben Anforderungen entsprechend umzusetzen.

Vorteile:

  • Hilfreich bei schnellen Entscheidungen
  • Mitarbeiter tragen keine Verantwortung für getroffene Entscheidungen

Nachteile:

  • Wenig Platz für Wertschätzung
  • Führt zu einem ungesunden Arbeitsklima
  • Kein Platz für Ideen und Innovationen
  • Veraltet

Patriarchalisch

Der patriarchalische Führungsstil ähnelt dem autokratischen sehr in Bezug auf die Entscheidungsfindung. Allerdings sieht sich der Patriarchat im Unternehmen als Vaterfigur, die sich der Verantwortung für die Mitarbeiter bewusst ist. Patriarchen treffen Entscheidungen auch im Sinne ihrer Mitarbeiter. Führungskräfte sind oft älter und erfahrener als ihre Mitarbeiter.

Vorteile:

  • Klare Anweisungen und Vorgaben.

Nachteile:

  • Kaum Spielraum für neue Ideen und Denkweisen.

Charismatischer Führungsstil

charismatischer führungsstil beispiel

Manche Menschen haben eine natürliche Gabe, andere Menschen zu begeistern und zu motivieren. Charismatische Führungskräfte sind meist Vorbilder, die Ideen und Visionen überzeugend und charismatisch rüberbringen können. Sie sind selbstbewusst und wortgewandt. Mitarbeitern wird mehr Verantwortung übertragen, wodurch selbstbestimmteres Arbeiten möglich wird.

Vorteile:

  • Hohe Leistungsbereitschaft
  • Stärkt die Mitarbeitermotivation
  • Fördert die Mitarbeiterbindung
  • Mitarbeiter können sich besser mit dem Unternehmen identifizieren

Nachteile:

  • Personenabhängig, da Charisma nur entsteht, wenn es natürlich ist
  • Mitarbeiter lassen sich leichter überzeugen und eher ausbeuten

Bürokratisch

Der bürokratische Führungsstil gibt Regeln und Vorgehensweisen schon vor. Das bedeutet, dass Arbeitsabläufe klar definiert und nicht durch eine einzelne Führungskraft vorgeschrieben sind. Entscheidungen basieren auf klaren Richtlinien, an die sich Mitarbeiter und Führungskräfte halten müssen. Vorgesetzte werden unter diesem Führungstyp nur für einen bestimmten Zeitraum festgelegt.

Vorteile:

  • Klare Anweisungen und geregelte Arbeitsabläufe
  • Die Wahrscheinlichkeit, eine Fehlentscheidung zu treffen schrumpft
  • Entscheidungen werden nicht aufgrund von persönlichen Sympathien getroffen, sondern aufgrund von vorgegebenen Richtlinien

Nachteile:

  • Kaum Platz für Veränderungen und Ideen
  • Lange Entscheidungswege
  • Kleine Entscheidungsspielräume
  • Demotivation sowohl seitens der Mitarbeiter als auch der Vorgesetzten

Kooperativ oder demokratisch

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Führungskräfte und Mitarbeiter arbeiten im Team. Das bedeutet, dass untergeordnete Positionen an Entscheidungsfindungen teilhaben. Ideen, aber auch Kritik darf geäußert werden. Führungskräfte sind für das Delegieren von Aufgabenbereichen zuständig und haben vor allem die Funktion, Mitarbeiter zu motivieren. Eigenverantwortung und autarkes Arbeiten sind hier gern gesehen.

Vorteile:

  • Entscheidungsgewalt liegt nicht alleinig bei den Vorgesetzten, wodurch es zur Entlastung dieser kommt
  • Stärkt die Mitarbeitermotivation
  • Stärkt das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter
  • Fördert Kreativität und Innovation
  • Erzielt insgesamt gute Ergebnisse

Nachteile:

  • Wahrscheinlichkeit des Kontrollverlustes steigt, wenn sich Vorgesetzte nicht durchsetzen können
  • Längere Entscheidungsprozesse durch Diskussionen
  • Erhöhtes Risiko des Konkurrenzdenkens unter Mitarbeitern

Laissez-faire

Unter dem Laissez-faire-Führungsstil haben Mitarbeiter einen sehr breiten Handlungsspielraum. Sie treffen Entscheidungen im Team ohne nötige Zustimmung des Vorgesetzten. Auch die Aufgabenverteilung liegt in der Hand der Mitarbeiter. Vorgesetzte greifen nur ein, wenn gravierende Probleme auftreten.

Vorteile:

  • Fördert Kreativität und Entwicklung neuer Ideen
  • Fördert die Mitarbeitermotivation und Leistungsbereitschaft

Nachteile:

  • Nicht jeder Mitarbeiter kann mit zu vielen Freiheiten umgehen
  • Möglicher Kontrollverlust
  • Erhöhtes Risiko für Konkurrenzkämpfe
  • Mangelnde Kommunikation und unklare Vorgehensweisen

Je nach Branche und Aufgabe variieren diese Führungsstile natürlich. Führungskräfte können folglich auch Elemente verschiedener Führungsstile kombinieren.

So finden Sie Ihren Führungsstil

Nun sind Sie gefragt! Welcher Führungsstil trifft auf Sie zu? Oder sind Sie eine Mischung aus unterschiedlichen Typen? Um Ihren Führungsstil zu finden, müssen Sie sich mit Ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen.

Stellen Sie sich kritischen Fragen und seien Sie vollkommen ehrlich zu sich selbst.

Der Selbstcheck: Welcher Führungsstil sind Sie?

Um zu analysieren, welcher Führungstyp Sie sind, beobachten Sie Ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Auch eine Analyse Ihres Verhaltens gegenüber Freunden, Familie und Bekannten kann dabei helfen, herauszufinden, zu welchem Führungstyp Sie gehören. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie gehen Sie vor, wenn Sie Mitarbeitern Feedback geben (sowohl Kritik als auch Wertschätzung und Lob)?
  • Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
  • Wer sind Ihre Vorbilder? Welche Eigenschaften zeichnen diese aus?
  • Wie gehen Sie mit Stress um?

Überlassen Sie Ihre administrativen Prozesse Factorial und gewinnen Sie mehr Zeit für Ihre Mitarbeiter!

Dieser Artikel ist auch in folgenden Sprachen verfügbar: Italiano

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