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Lohnsteuer

Das sollten Sie über die Lohnsteuer wissen

Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die Lohnsteuer bei Auszahlung des Gehalts an den Arbeitnehmer einzubehalten und an das entsprechende Finanzamt abzuführen. Darüber hinaus ist sie fester Bestandteil der Lohnabrechnung. Doch was muss der Arbeitgeber dabei alles beachten und wie wird die Lohnsteuer berechnet? Alle Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel.

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Lohnsteuer: Was ist das?

Bei der Lohnsteuer handelt es sich um einen Steuerabzug, den Arbeitnehmer im Hinblick auf ihren Lohn zu zahlen haben. Alle Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit unterliegen dieser “Steuer”. Dazu gehören neben der Vergütung in Form von Geld auch Zusatzleistungen und geldwerte Vorteile.

Strenggenommen handelt es sich um eine Erhebungsform der Einkommensteuer und nicht um eine eigene Steuer.

Als Basis dient das Einkommensteuergesetz (EStG). Alle gesetzlichen Grundlagen sind hier zusammengefasst.

Die genaue Höhe der Lohnsteuer ist abhängig davon, wieviel der einzelne Mitarbeiter verdient und in welcher Steuerklasse er eingeordnet ist.

Im Normalfall wird diese Steuer direkt bei Auszahlung des Arbeitsentgelts einbehalten und vom Arbeitgeber ans Finanzamt übermittelt.

Aufgaben des Arbeitgebers

Obwohl es streng genommen der Arbeitnehmer ist, der die Lohnsteuer zu zahlen hat, ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, dafür zu sorgen, dass sie korrekt an das Finanzamt gezahlt wird.

Lohnsteuer anmelden

Eine der Aufgaben, die für den Arbeitgeber anfällt, ist die korrekte Anmeldung der Mitarbeiter bei dem jeweiligen Finanzamt. Dazu gibt es ein Deutschland ein einheitliches System, an das sich jedes Unternehmen halten muss.

Diese Lohnsteuer-Anmeldung erfolgt elektronisch und in regelmäßigen Abständen. Neben Angaben zur Lohnsteuer werden dabei auch Informationen zur Kirchensteuer und zum Solidaritätszuschlag freigegeben.

Lohnsteuer berechnen

Der nächste Schritt ist die Berechnung der Lohnsteuer. Als Orientierung dafür dienen folgende Mitarbeiterdaten:

  • Steuer-Identifikationsnummer des Mitarbeiters
  • Die Steuerklasse des Arbeitnehmers
  • Eventuelle Kinderfreibeträge
  • Andere Steuerfreibeträge
  • Hinzurechnungsbetrag
  • Beiträge bei privater Kranken- und Pflegeversicherung
  • Ggf. Kirchenzugehörigkeit

Diese Daten können i.d.R. bequem über eine entsprechende Datenbank oder Mitarbeiterportal abgerufen werden.

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Grundsätzlich müssen alle Arbeitnehmer ab einem gesetzlich festgelegten monatlichen Einkommen Lohnsteuer zahlen, s. Tabelle.

Die Steuerklasse 6 ist eine Ausnahme. Arbeitnehmer dieser Steuerklasse müssen immer Lohnsteuer zahlen. Egal, wie hoch oder niedrig ihr Einkommen ist.

Status des Mitarbeiters Steuerklasse Monatliches Einkommen, ab dem Lohnsteuer gezahlt werden muss. Freibeträge
Ledig, geschieden o. verwitwet (sofern nicht in Steuerklasse 2 oder 3) Steuerklasse 1 1.081,00 € Grundfreibetrag

Kinderfreibetrag

Alleinerziehend Steuerklasse 2 1.278,00 € Grundfreibetrag

Kinderfreibetrag

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Verheiratet (Besserverdiener) Steuerklasse 3 2.055,00 € Grundfreibetrag

Kinderfreibetrag

Verheiratet (beide Ehepartner sind berufstätig) Steuerklasse 4 1.081,00 € Grundfreibetrag

Kinderfreibetrag

Verheiratet (Geringverdiener) Steuerklasse 5 104,00 €
Tätigkeit Nebenjob Steuerklasse 6 00,00 €

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Lohnsteuer abführen

Darüber hinaus hat der Arbeitgeber dafür zu sorgen, die Lohnsteuer an das entsprechende Finanzamt abzuführen. Das zuständige Finanzamt ist in dem Fall das für das Unternehmen zuständige Finanzamt, nicht das der Arbeitnehmers.

Die Abführung der Lohnsteuer sollte bis spätestens zum 10. des darauffolgenden Monats geschehen. Die Mitarbeiter erhalten dann die Lohnsteuerbescheinigung.

Diese Regelungen gelten übrigens auch im Falle einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Wichtig zu beachten ist, dass die Lohnsteuer nicht nur für Mitarbeiter mit Wohnsitz im Inland anfällt. Auch die Angestellten, die im Ausland leben, unterliegen der Steuerpflicht. Ausschlaggebend ist das Land, aus dem das Einkommen kommt.

Beispiel: Frau Bretz arbeitet für eine Unternehmensberatung mit Sitz in Bonn. Sie wird für einige Zeit für ein Projekt in Paris eingesetzt. Zwar lebt sie nun für einige Zeit in Frankreich, bezieht aber ihr Einkommen aus Deutschland. Infolgedessen ist sie lohnsteuerpflichtig.

elektronische lohnsteuerabzugsmerkmale

Lohnsteuer berechnen

Um die Lohnsteuer korrekt zu berechnen, stellt das Bundesministerium für Finanzen (BMF) sogenannte Lohnsteuertabellen als Orientierung zur Verfügung. Diese Tabellen werden jährlich aktualisiert und angepasst. Sie geben Auskunft über die genaue Höhe der Beträge, die abzuführen sind.

Je höher der Verdienst des Mitarbeiters ist, desto mehr Lohnsteuer muss abgegeben werden. Dabei werden Steuerfreibeträge berücksichtigt. Sie kann 14 % bis zu 45 % des Bruttogehalts betragen.

Elektronische Lohnsteuerkarte

Manche von Ihnen erinnern sich womöglich noch an die gelbe Karte in Papierform. Im Jahr 2013 wurde diese Lohnsteuerkarte aus Papier durch eine elektronische Karte ersetzt.

Was ist die elektronische Lohnsteuerkarte und welche Informationen speichert sie?

Die Lohnsteuerkarte liefert alle für die Lohnsteuer benötigten Informationen zum Mitarbeiter. Darunter auch die Steuerklasse, eventuelle Freibeträge sowie Angaben zur Kirchensteuer.

Dadurch, dass alle Daten elektronisch gespeichert sind, erfolgt der Austausch zwischen Mitarbeiter, Unternehmen und dem Finanzamt schnell und unkompliziert. Auch Änderungen (z.B. bei Änderung der Steuerklasse des Arbeitnehmers im Falle einer Hochzeit) können einfacher aktualisiert werden – Digitalisierung sei dank.

Alle diese Daten sind vor unbefugten Zugriffen geschützt. Allein der aktuelle Arbeitgeber sowie der Arbeitnehmer, zu dem die Daten gehören, können auf diese vertraulichen Informationen zugreifen.

Lohnsteuerjahresausgleich

Sie haben zu viel Lohnsteuer abgeführt? Als Arbeitgeber haben Sie die Möglichkeit, die Lohnsteuerabzüge zum Jahresende zu korrigieren.

Öfter als gedacht kommt es vor, dass einzelne Mitarbeiter kurzfristig mehr verdienen als sonst und sich der Lohnsteuerbetrag erhöht. Das ist beispielsweise der Fall, wenn zusätzlich zum Grundgehalt Weihnachtsgeld oder eine andere zusätzliche Sonderleistung ausgezahlt wird. Mit einem Lohnsteuerausgleich kann diese Erhöhung angepasst werden.

Gemäß § 42b Einkommensteuergesetz (EStG) sind Sie als Arbeitgeber sogar zu einem Ausgleich verpflichtet, wenn Sie mindestens 10 Angestellte beschäftigen.

Wichtig ist, zu beachten, dass der Lohnsteuerjahresausgleich bis Ende Februar des nächsten Jahres abgewickelt werden muss.

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Schreibtalent, HR-Fan und Trend-Spürnase - das ist unsere Autorin Nicole Steffgen. Sie ist Teil des Content Marketing Teams bei Factorial. Ihr Fokus liegt dabei auf dem DACH Markt. Nicole hat einen Abschluss in "International Communication" (B.A.) sowie in "Communications & Future Marketing" (M.A.) und ist Expertin im Bereich Online Content. Ihre Spezialgebiete: Blogposts und Social Media. Die gebürtige Deutsche bringt dabei viel internationale Erfahrung mit: Deutschland, Österreich, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Mexiko - in all diesen Ländern hat sie bereits gelebt. Was ihren Content außerdem so besonders macht? Ihre Leidenschaft für HR und ihr Fokus auf den Menschen einer Organisation.

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