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Unternehmensstrategie: Leitfaden für Planung & Umsetzung

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7 Minuten Lesezeit
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Eine Unternehmensstrategie legt fest, welche Ziele ein Unternehmen verfolgt, welche Prioritäten gesetzt werden und welche Maßnahmen notwendig sind, um langfristig erfolgreich zu sein.

Doch eine gute Strategie auf dem Papier allein reicht nicht aus. Studien zeigen, dass viele Unternehmen an der Umsetzung ihrer Strategien scheitern. So zeigt eine aktuelle BCG-Studie von 2024, dass zwar 83 % der Führungskräfte Innovation als Top-Priorität sehen, aber nur 3 % der Unternehmen diese Ziele wirklich umsetzen. Dies verdeutlicht, dass die Lücke zwischen Planung und Umsetzung oft entscheidend für den Erfolg ist.

Dieser Artikel bietet Ihnen daher einen praxisnahen Leitfaden zur erfolgreichen Planung und Umsetzung einer Unternehmensstrategie.

Das Wichtigste im Überblick

  1. Eine Unternehmensstrategie legt langfristige Ziele, Prioritäten und die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens fest.
  2. Studien zeigen, dass viele Unternehmen an der Umsetzung ihrer Strategie scheitern – Planung allein reicht nicht.
  3. Konkrete operative Schritte, Ressourcenplanung und Kennzahlen sorgen dafür, dass die Strategie greifbar und messbar umgesetzt wird.

Was ist Unternehmensstrategie?

Definition – Unternehmensstrategie

Unternehmensstrategie ist ein langfristiger Plan, der die Ausrichtung des Unternehmens bestimmt. Das bedeutet: Welche Ziele sollen erreicht werden und welche Prioritäten werden gesetzt? Sie dient quasi als Orientierung. Aus der Unternehmensstrategie werden dann im nächsten Schritt die konkreten Maßnahmen auf operativer Ebene abgeleitet.

Es ist wichtig, die Unternehmensstrategie vom Geschäftsmodell und Geschäftsplan zu unterscheiden. Das Geschäftsmodell beschreibt, wie das Unternehmen Werte schafft und Gewinne erzielt – also die grundlegende Logik, wie das Unternehmen funktioniert (z. B. Online-Shop verkauft nachhaltige Kleidung direkt an Kund*innen.) Der Geschäftsplan hingegen ist ein umfassendes Dokument, das die operative Umsetzung und Planung im Detail darstellt und die strategische Ausrichtung mit konkreten Maßnahmen und Ressourcen verknüpft.

Welche strategischen Grundausrichtungen gibt es?

Die Betriebswirtschaftslehre unterscheidet als Basis vor allem drei Wettbewerbsstrategien, die festlegen, wie man sich am Markt behauptet:

  • Kostenführerschaft: Ziel hierbei ist es, Produkte oder Dienstleistungen günstiger als die Konkurrenz anzubieten, indem Kosten konsequent minimiert werden.
  • Differenzierung: Hier geht es vor allem darum, sich durch einzigartige Leistungen, Qualität oder Innovation klar vom Wettbewerb abzuheben
  • Nischenstrategie: Bei der Nischenstrategie liegt der Fokus darauf, sich auf einen klar abgegrenzten Markt oder eine spezielle Kundengruppe zu konzentrieren und diese besonders gut zu bedienen.

Was gehört alles zur Unternehmensstrategie?

Ein Plan, der die langfristige Ausrichtung bestimmt. Dieser dient als Orientierung, um operative Maßnahmen abzuleiten. Kernbestandteile sind:

  1. Vision und Mission: Die Vision ist das langfristige Zukunftsbild („Wo wollen wir hin?“). Die Mission beschreibt den Zweck („Warum existieren wir?“).
  2. Marktanalyse & Positionierung: Hier wird definiert, wie sich das Unternehmen durch ein Alleinstellungsmerkmal (USP) vom Wettbewerb abhebt (z. B. Kostenführerschaft, Differenzierung oder Nischenmarkt).
  3. Strategische Ziele: Konkrete, messbare Meilensteine für 3–5 Jahre (z. B. Wachstum, Nachhaltigkeit).
  4. Strategische Maßnahmen & Ressourcen: Festlegung der Projekte und der nötigen Organisationsstruktur (z. B. Ableitung der Personalstrategie), um die Ziele zu erreichen.
  5. Kontrolle und Steuerung: Messung des Erfolgs durch Kennzahlen (KPIs) und regelmäßige Überprüfung.

Tipp: Mit der HR-Software von Factorial lassen sich diese Kennzahlen mühelos überwachen: Erstellen Sie individuelle Reporting-Dashboards für Bereiche wie Arbeitszeit, Budgets oder Mitarbeiterzufriedenheit und lassen Sie Ihre Erfolgsberichte mit nur einem Klick automatisch aktualisieren.

Beispiel Unternehmensstrategie:

Das Unternehmen XY stellt Autos her. Aufgrund des Klimawandels und der ökologischen Wende entscheidet das Unternehmen, die Produktion von Verbrennungsmotoren schrittweise einzustellen und stattdessen vor allem in die nachhaltige Mobilität zu investieren, um weiterhin erfolgreich und zukunftsfähig zu bleiben. Die Unternehmensstrategie sieht also wie folgt aus:

  • Vision/Mission: Marktführer für grüne Mobilität werden, um umweltfreundliche Fortbewegung für alle zu ermöglichen.
  • Positionierung (USP): Abgrenzung vom Wettbewerb durch die nachhaltigste Batterietechnologie am Markt.
  • Strategisches Ziel: Vollständiger Ausstieg aus dem Verbrennermotor bis 2030.
  • Maßnahmen & Ressourcen: Umbau der Werke auf Elektro-Produktion und gezielte Weiterbildung der Belegschaft (HR-Initiative).
  • Kontrolle: Überprüfung der Umstellungsquote und der Marktanteile pro Quartal.

Die Strategie sorgt für Kohärenz. Ohne sie wüssten die Mitarbeitenden in der Fabrik nicht, warum Hallen umgebaut werden, und das Marketing würde eventuell noch für veraltete Technologien werben.

Exkurs: Das „Strategy Diamond“-Modell – Welche 5 Elemente umfasst eine Unternehmensstrategie?

Im Rahmen der konkreten Schritte und Inhalte einer Unternehmensstrategie gibt es keine zwingende Reihenfolge. Die oben dargestellte Struktur ist jedoch bewährt und praxisnah.

Häufig wird ergänzend das „Strategy Diamond“-Modell verwendet. Im Gegensatz zur prozessualen Betrachtung hilft dieses Modell dabei, die Strategie möglichst konkret und klar zu formulieren. Es umfasst fünf zentrale Elemente, die wie eine Checkliste funktionieren:

  1. Arenen
    In welchen Märkten, Kundensegmenten oder Regionen ist das Unternehmen aktiv?
  2. Differenzierungsmerkmale
    Wodurch hebt sich das Unternehmen vom Wettbewerb ab?
  3. Vehikel
    Wie wird die Strategie umgesetzt (z. B. organisches Wachstum, Kooperationen, Übernahmen)?
  4. Etappierung (Staging)
    In welcher Reihenfolge und in welchen zeitlichen Schritten erfolgt die Umsetzung?
  5. Wirtschaftliche Logik
    Wie und warum wird die Strategie wirtschaftlich erfolgreich sein?

Es geht hierbei um eine konkrete, greifbare Beschreibung der Strategie, die Klarheit schafft und als Entscheidungsgrundlage dient.

Schritt 1: Wie plane ich meine Unternehmensstrategie?

Jede Unternehmensstrategie beginnt mit dem Fundament: der Frage „Was wollen wir erreichen? Wohin wollen wir?“. Im ersten Schritt geht es also darum, einen Zielzustand bzw. eine Vorstellung davon zu definieren, der in der Regel für einen Zeitraum von 3–5 Jahren formuliert wird.

Beispiele für strategische Unternehmensziele können sein:

  • Schnelleres Wachstum – z. B. um X % Umsatzsteigerung pro Jahr
  • Profitabler werden – z. B. Erhöhung der Gewinnmarge auf Y %
  • Kosten senken – z. B. durch Prozessoptimierungen oder in einem bestimmten Geschäftsbereich
  • International skalieren – z. B. Eintritt in ausgewählte Auslandsmärkte

👉 Das ist das Ziel.

Welche Beispiele gibt es für Unternehmensstrategien?

Je nach Marktlage setzen Unternehmen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Eine digitale Strategie oder Nachhaltigkeitsstrategie nutzt dabei meist eine der drei oben genannten Basisstrategien (z. B. Differenzierung durch Nachhaltigkeit). Beispiele für inhaltliche Schwerpunkte in einer Unternehmensstragie können z. B. sein:

  • Digitale Strategie: Fokus auf digitale Geschäftsmodelle und Automatisierung (kann zur Kostenführerschaft durch Effizienz oder zur Differenzierung durch neue Services führen).
  • Nachhaltigkeitsstrategie: Ausrichtung auf ökologische Verantwortung (dient oft der Differenzierung gegenüber weniger grünen Wettbewerber*innen).
  • Wachstumsstrategie: Fokus auf Skalierung und neue Märkte (oft durch Nischenstrategien in neuen Regionen).

Am Ende jeder Strategie steht ein klares Ziel, wie z. B. „international skalieren“ oder „Profitabilität durch Effizienz steigern“.

Methoden, die bei der Strategieentwicklung helfen können:

In der Praxis ist es oft nicht einfach, eine klare Zielsetzung zu definieren. Sowohl bei der Neuausrichtung als auch bei der Anpassung einer vorhandenen Strategie aufgrund von Marktveränderungen ist höchste Präzision gefragt. Um einen dauerhaften Markterfolg zu erreichen, muss das strategische Vorgehen regelmäßig hinterfragt und bei Bedarf angepasst werden.

Um insgesamt die Strategie zu entwickeln und das Vorgehen abzusichern, können u.a. folgende Methoden hilfreich sein:

  • SWOT-Analyse: Instrument zur Analyse von internen Stärken/Schwächen und externen Chancen/Risiken.
  • PESTEL-Analyse: Systematische Untersuchung der Makro-Umwelt (Politik, Wirtschaft, Technik etc.), die auf das Unternehmen einwirken.
  • OKR (Objectives & Key Results): Ein Framework, um die Strategie in messbare, kurzfristige Etappenziele zu übersetzen.

Die Strategiefindung ist dabei ein kreativer, iterativer Lernprozess, bei dem Annahmen, Zielkonflikte und Ressourcen gemeinsam und systematisch über mehrere Zyklen hinweg reflektiert und kontinuierlich verbessert werden.

Wichtig: Eine fundierte Strategie benötigt eine präzise Status-quo-Analyse und datenbasierte Entscheidungen als Grundlage.

Schritt 2: Wie kann das Unternehmen die Ziele umsetzen? Das Target Operating Model (TOM)

Das Target Operating Model (TOM) – im Deutschen oft als „Zielbetriebsmodell“ bezeichnet – ist die architektonische Brücke zwischen Strategie und Umsetzung. Während die Strategie das „Was“ festlegt, liefert das TOM den allgemeinen Bauplan. Es beschreibt, wie Prozesse, Technologien und Strukturen interagieren müssen, um die strategischen Ziele effizient zu erreichen.

Bleiben wir bei unserem Beispiel des Autoherstellers, der auf Elektromobilität umstellt. Das TOM definiert hier die notwendige Transformation der Kernbereiche:

  • Produktion: Umbau der Fertigungsprozesse von mechanischen Motoren auf die Montage von Batteriepaketen und elektrischen Antrieben.
  • HR-Abteilung: Gezielte Suche nach Fachkräften für Software sowie umfangreiche Weiterbildung der aktuellen Belegschaft für die neuen Technologien.
  • Einkauf: Aufbau neuer Lieferketten für Rohstoffe (z. B. Lithium) statt der Beschaffung klassischer Motorenkomponenten.
  • IT & Service: Entwicklung digitaler Infrastrukturen, um Software-Updates für Fahrzeuge direkt über das Internet bereitzustellen.

Allgemeine Hebel eines TOM zur Effizienzsteigerung:

Das Target Operating Model (TOM) dient als Bauplan für die Umsetzung. Es legt fest, wie Abteilungen und Prozesse strukturiert sein müssen, um die strategischen Ziele zu erreichen.

Allgemeine Hebel eines TOM zur Effizienzsteigerung:

  • Prozess-Optimierung: Etablierung klarer Abläufe, um Reibungsverluste zu minimieren.
  • Skalierbarkeit durch Automatisierung: Ersatz manueller Routineaufgaben durch digitale Workflows.
  • New Work & Empowerment: Flachere Hierarchien und mehr Eigenverantwortung für schnellere Entscheidungen vor Ort.
  • Ressourcen-Fokus: Konsequente Ausrichtung aller Mittel auf die wertschöpfenden Kernkompetenzen.

Schritt 3: HR Operating Model

Nachdem der allgemeine Bauplan (TOM) feststeht, müssen die einzelnen Fachbereiche diesen mit Leben füllen. Für die Personalabteilung bedeutet das die Entwicklung eines spezifischen HR Operating Models. Hier wird definiert, wie HR aufgestellt sein muss, um die neue Unternehmensausrichtung optimal zu unterstützen.

Die Kernfrage lautet: Wie muss die Personalarbeit konkret gestaltet sein, damit die strategischen Ziele erreicht werden? In diesem Schritt geht es für die Personalbteilung also um die konkrete Personalstrategie.

In unserem Beispiel des Autoherstellers bedeutet das für HR:

  • Spezialisierung im Recruiting: Da die Strategie „Elektromobilität“ fordert, muss HR Expertenteams aufbauen, die gezielt Software-Entwickler*innen und Batterie-Spezialist*innen gewinnen.
  • Upskilling & Transformation: HR entwickelt massive Umschulungsprogramme, um Mitarbeitende für die neuen Aufgaben zu qualifizieren.
  • Kulturwandel: Etablierung neuer Führungsprinzipien, die Innovation fördern, statt nur bestehende Strukturen zu verwalten.

Tipp: Mit Factorial ganz einfach Ihre Personalstrategie entwickeln.

Damit HR also nicht in der Verwaltung stecken bleibt, sondern die Strategie vorantreibt, können folgende Veränderungen helfen:

  • Digitalisierung & Self-Service:Standard-Anfragen (Urlaub, Stammdaten, Dokumente) werden digitalisiert und automatisiert, z. B. durch die digitale Personalakte oder digitales Zeitmanagement)
  • Empowerment der Führungskräfte: Führungskräfte erhalten digitale Tools, um Personalverantwortung (z. B. Feedbackgespräche oder Performance-Tracking) eigenständig und direkt wahrzunehmen.
  • Agile Personalbeschaffung & Onboarding:Durch digitale Workflows wird die Zeit bis zur Einstellung verkürzt und neue Talente werden schneller in den Betrieb integriert.
  • Datengestützte Steuerung: Alle Personalentscheidungen basieren auf Echtzeit-Daten statt auf Bauchgefühl, um den Erfolg der Transformation messbar zu machen.

Das Ergebnis: Das HR Operating Model sorgt dafür, dass die Belegschaft exakt die Fähigkeiten besitzt, die der neue Bauplan (TOM) erfordert.

Die Planung und Umsetzung einer Unternehmensstrategie orientiert sich also idealerweise an der folgenden Reihenfolge:

strategie

Controlling und Überwachung der Strategieumsetzung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Strategieentwicklung und -umsetzung ist das konsequente Controlling und die laufende Überwachung der Strategieumsetzung. Nur wenn Unternehmen regelmäßig analysieren, wie weit sie auf dem Weg zur Erreichung ihrer Unternehmensziele vorangekommen sind, können sie sicherstellen, dass die Strategie tatsächlich Wirkung zeigt.

Im Rahmen des Controllings werden zentrale Kennzahlen und Indikatoren (sogenannte KPIs) definiert, die den Erfolg der Strategieumsetzung messbar machen. Dazu zählen beispielsweise

  • Umsatz- und Gewinnentwicklung,
  • aber auch qualitative Größen wie Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterengagement oder die Erreichung von Meilensteinen in der Digitalisierung.

Die Analyse dieser Ergebnisse liefert wertvolle Einblicke, ob die gewählte Strategie den gewünschten Erfolg bringt oder ob Anpassungen notwendig sind.

So hilft eine Business Management Software bei der Planung und Umsetzung Ihrer Unternehmensstrategie

Sowohl beim HR Operating Model als auch bei der allgemeinen operativen Umsetzung kann eine Business Management Software wie Factorial unterstützen, Ihre Strategie effizient umzusetzen. Das Leistungsspektrum reicht von der Automatisierung administrativer Prozesse wie Zeiterfassung und Dokumentenmanagement über ein intuitives Self-Service-Portal für Mitarbeitende bis hin zur strategischen Steuerung mittels automatisierter Berichte – ergänzt durch ein professionelles Consulting-Angebot, das Sie individuell bei Ihrer Transformation begleitet.

Probieren Sie es noch heute aus.

Julia Lehmann ist Schriftstellerin, Philosophin, Künstlerin und Übersetzerin. Seit über drei Jahren setzt sie sich intensiv mit aktuellen Entwicklungen im Bereich Human Resources und der Arbeitswelt auseinander. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund analysiert sie Themen wie Unternehmenskultur, Führung, Wandel in der Arbeitsorganisation und rechtliche Rahmenbedingungen – und liefert dabei Impulse, die sowohl in Fachkreisen als auch in der unternehmerischen Praxis Anklang finden.