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Selbsteinschätzung schreiben – wie gut kennen Sie sich wirklich?

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7 Minuten Lesezeit
Ein Mitarbeiter reflektiert über seine Stärken und Schwächen.

Eine Selbsteinschätzung ist nur etwas für Vorstellungsgespräche und neue Mitarbeiter*innen? Nein, keineswegs! 

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie Sie Ihr Self-Assessment nicht nur zum Kennenlernen der eigenen Fähigkeiten nutzen können, sondern auch zur beruflichen Entwicklung in Ihrer Arbeit.

Key Facts

  1. Die Beurteilung seiner selbst dient dazu, sich über die eigenen Stärken und Schwächen klarer zu werden.
  2. Eine gute Selbstevaluation soll die eigenen Fähigkeiten weder übertreiben noch herunterspielen: Eine realistische Balance sollte vorherrschen.
  3. Zu den aus Self-Assessments resultierenden Vorteilen zählen ein gesteigertes Selbstbewusstsein, die Identifikation von Karriere- und Entwicklungszielen sowie eine bessere Kommunikation unter Kolleg*innen.

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Was ist eine Selbsteinschätzung? 

Das Wort „Selbsteinschätzung“ sagt bereits aus, worum es geht: Die Einschätzung der eigenen Person. Die Selbstbeurteilung ist auch unter den Begriffen des Self-Assessment und Selbst-Feedback bekannt. 

In dieser (zum Teil auch schriftlichen) Übung setzen Sie und Ihre Mitarbeiter*innen sich mit den eigenen realistischen, positiven und negativen Seiten auseinander. So können Sie lernen, wie Sie sich und Ihre guten und ausbaufähigen Eigenschaften am besten beschreiben würden.

Das bedeutet, dass Sie durch diese Praktik Ihre Fähigkeit stärken, Ihre Wesenszüge unter bestimmten Aspekten einzuschätzen. Da die Selbstevaluierung eine Kompetenz im beruflichen Feld ist, beziehen sich die gestellten Fragen also auf Ihre Performance und Verbesserungsbereiche im Job. 

Im Self-Assessment konfrontieren Sie sich selbst mit Fragestellungen, die Ihnen einen realistischen Eindruck über sich selbst verschaffen. Dazu gehört es auch, sich im Klaren über die eigenen Kompetenzen, die Charaktereigenschaften und weitere Merkmale Ihrer Persönlichkeit am Arbeitsplatz zu sein. 

Ein Mann betrachtet seine Leistungen und führt eine Selbsteinschätzung durch.

Warum sind Selbsteinschätzungen wichtig?

Es ist nicht möglich, eine Selbstreflexion schnell während der Mittagspause abzuschließen. Es bedarf genügend Zeit, um eine gründlichere Untersuchung der eigenen Persönlichkeits- und Leistungsmerkmale durchzuführen. Sie fragen sich, warum Selbstbewertungen und die damit einhergehende Leistungsbeurteilung überhaupt wichtig sind? Tatsächlich wurde wissenschaftlich belegt, dass Selbstreflexion und die Arbeit an sich selbst die Produktivität am Arbeitsplatz steigern können. 

Das bedeutet, dass es für Ihr Unternehmen von Interesse ist, dass sich Ihre Mitarbeiter*innen mit sich selbst auseinandersetzen: Nur so können sie ihr volles Potenzial ausschöpfen und an Ihren Schwächen arbeiten. Das wiederum trägt zu einer gesteigerten Motivation bei.

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Mitarbeitergespräche 

Besonders häufig findet die Selbstbeurteilung statt, wenn ein Mitarbeitergespräch ansteht. Damit wollen Arbeitgeber ihre Beschäftigte nicht ohne Grund quälen und sie vor diese schwierige Aufgabe stellen. Vielmehr tun sie Ihnen damit etwas Gutes, denn diese Übung kann Ihnen den nötigen Schwung geben, um sich innerhalb des Unternehmens auf eine bessere Stelle zu bewerben. Außerdem kann eine Reflexion über die geleistete Arbeit auch als allgemeine Vorbereitung für ein Mitarbeiter- oder Vorstellungsgespräch dienen. Damit können nämlich Strategien für mögliche Gesprächspunkte und Kommentare entstehen. Vielleicht können Sie damit ja auch besser begründen, warum gerade sie z.B einen Bonus verdienen.

Im Idealfall wird die Leistung und die Entwicklung eines Beschäftigten nicht nur am Fremdbild des Vorgesetzten gemessen. Eine realistische Beurteilung der eigenen Fähigkeiten kann somit mit dem abgeglichen werden, wie Mitarbeitende von Ihren Kolleg*innen und Vorgesetzten gesehen und eingeschätzt werden. Durch diese beiden Sichtweisen kann ein realistischer Leistungsabgleich erfolgen. 

Ob Junior-Position oder Senior Manager*in, eine Selbsteinschätzung eines Mitarbeiters kann in jeder beruflichen Ausgangslage relevant sein. Im Grunde genommen steht in der Einschätzung die Reflexion der eigenen Kompetenzen und Leistungen im beruflichen Feld im Vordergrund. Durch diesen Prozess haben Sie die Möglichkeit, realistisch zu zeigen, was in Ihnen steckt. Folglich gibt es Ihnen auch die Chance, Herausforderungen sowie Kurse oder Coachings zu benennen, die in einer bestimmten Situation hilfreich sein könnten.
Leitfaden: Entwicklungsgespräch

Was gehört in eine Selbsteinschätzung?

Da in der Regel das Selbst-Feedback von einem Vorgesetzten verlangt wird, wird dabei auch die äußere Form angegeben. Es gibt daher zwei Optionen: Zum einen kann die Selbsteinschätzung als Fragebogen verfasst werden, zum anderen kann man sie auch als Fließtext anfertigen. Dennoch sollten Ihnen und Ihren Teams bei der Anfertigung der Reflexion keine Grenzen gesetzt sein.

Egal, für welche Form Sie sich bei der Selbsteinschätzung entscheiden, denken Sie daran, Ihre angeführten Punkte mit Beispielen zu unterfüttern. Darüber hinaus beantworten Sie alle Fragen, die Ihre Erfolge und Leistungen, Entwicklungsvorhaben und Verbesserungspotenziale betreffen. Dahingehend können Sie angeben, wie Ihre Kompetenzen derzeit sind und in welche Richtung Sie sich weiterbilden möchten.

Aus folgenden Elementen kann eine Selbsteinschätzung bestehen: 

Beschreibung der eigenen Persönlichkeit

Eine Beschreibung der eigenen Persönlichkeit, einschließlich Stärken, Schwachpunkten und persönlicher Eigenschaften.

Arbeitsweise

Eine Beschreibung Ihrer Arbeitsweise, wie Sie Ihre Aufgaben planen, organisieren und erledigen.

Erfahrungen

Eine Zusammenfassung der Erfahrungen, Fähigkeiten und Kenntnisse, die Sie mitbringen, um Ihre Arbeit effektiv zu erledigen.

Analyse der Leistungen

Eine Analyse Ihrer Leistungen und Erfolge im Laufe des Jahres, einschließlich konkreter Beispiele Ihrer Arbeit, um Ihre Behauptungen zu untermauern. Beleuchten Sie hier die Aufgaben Ihres Arbeitsalltages und was Sie damit leisten.

Teamfähigkeit

Eine Selbsteinschätzung Ihrer Fähigkeit, in einem Team zu arbeiten, einschließlich Ihrer Zusammenarbeit und Unterstützung anderer Teammitglieder.

Umgang mit Veränderungen

Einblicke in Ihre Fähigkeit, mit Veränderungen und Herausforderungen umzugehen und sich an neue Umstände anzupassen.

Ziele und Ambitionen

Eine Auflistung Ihrer Ziele und Ambitionen für die Zukunft, sowie Ihre Pläne, um diese Ziele zu erreichen.

Reflexion über Teambeziehungen

Als letztes Element können Sie ebenfalls einige Reflexionen über Ihre Beziehungen zu Kolleg*innen und Führungspersonal, sowie Feedback, das Sie von ihnen erhalten haben, einfügen. 

Dabei bestimmen Sie die Ausführlichkeit der Selbsteinschätzung. Nicht jedes Element muss in jeder Reflexion enthalten sein. Oft kommt es darauf an, wofür Sie ein Selbst-Feedback erstellen. Schreiben Sie beispielsweise für ein Vorstellungsgespräch, könnten Sie ergänzend auch Feedback von Manager*innen aus vergangenen Positionen mitbringen, sind dazu aber nicht verpflichtet. 
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Was ist eine realistische Selbsteinschätzung?

Eine gelungene Selbsteinschätzung ist gleichzusetzen mit einer realistischen. Verfassen Sie dabei eine Reflexion, die ehrlich, detailliert und gut strukturiert ist. Natürlich erfordert das Schreiben auch eine gewisse Übung und kann nicht auf Anhieb gelingen. 

Je besser Ihre Selbsteinschätzung ist, desto besser können Sie Ihre Fähigkeiten einschätzen und darauf aufbauen, um Ihre Karriere zu fördern und Ihre Ziele zu erreichen. Der Clou eines Selbst-Feedbacks ist es, die Balance zwischen Distanz und Nähe zur eigenen Person zu wahren. Schließlich müssen Sie sich von außen betrachten und dennoch Wünsche und Entwicklungsmöglichkeiten beschreiben. 

Eine realistische Selbsteinschätzung sollte deswegen nicht zu selbstkritisch oder zu selbstgefällig sein, sondern sollte eine ausgewogene Bewertung Ihrer Fähigkeiten und Leistungen widerspiegeln. Sie sollten darauf achten, Ihre Erfolge und Leistungen klar und präzise zu beschreiben und nicht etwa aktives Selbstmarketing zu betreiben. 

Der große Vorteil einer Selbsteinschätzung ist es, Ihre Defizite und Verbesserungsbereiche ehrlich einschätzen und sich darauf zu konzentrieren, wie Sie diese verbessern können, anstatt sie zu vertuschen oder zu ignorieren. 

Eine realistische Selbsteinschätzung erfordert eine offene und objektive Betrachtungsweise und Ihre Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Vorteile einer Selbsteinschätzung im Mitarbeitergespräch

Eine ausgearbeitete Selbsteinschätzung bringt einige Vorteile mit sich. Die offensichtlichsten sind, dass Sie sich selbst besser kennenlernen, falls Sie eine eigene verfassen oder noch mehr von Ihren Mitarbeiter*innen erfahren, wenn Sie die Selbsteinschätzungen anderer lesen oder diskutieren. 

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige weitere positive Konsequenzen vor:

Selbstbewusstsein

Ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt, indem Sie sich Ihre Erfolge und Leistungen bewusst machen. Sie können sich auf Ihre Stärken konzentrieren und lernen, wie Sie Ihre Schwachpunkte überwinden können.

Karriereplanung

Eine Selbsteinschätzung kann Ihnen helfen, Ihre Karriereziele zu definieren und einen Plan zu entwickeln, um diese Ziele zu erreichen. 

Entwicklung

Eine Selbsteinschätzung kann Ihnen helfen, Ihre Fähigkeiten und Leistungen in der Arbeit zu verbessern. Sie können sich auf die Bereiche konzentrieren, in denen Sie Verbesserungen benötigen, und daraus einen Plan entwickeln, um diese Bereiche zu verbessern.

Kommunikation

Als weiterer Punkt wird auch Kommunikation mit Ihren Vorgesetzten und Kolleg*innen verbessert. Sie können Ihre Leistungen und Ziele klar kommunizieren und Feedback einholen, um Ihre Arbeitsweise zu verbessern.

Eine Mitarbeiterin führt eine Selbsteinschätzung durch für ihre Karriereentwicklung.

Wie schreibe ich eine Selbsteinschätzung? – Tipps, Fragen, Antworten und Beispiele

Abgesehen von den klassischen Angaben und Informationen über die Stärken und Schwächen, gibt es noch zahlreiche andere, die tiefer blicken lassen und noch mehr Interessantes über jemanden zum Vorschein bringen. Selbstverständlich gibt es keine Selbsteinschätzung Vorlage, die eins-zu-eins auf jede*n Beschäftigte*n passt. 

Nichtsdestotrotz kann eine Vorlage von möglichen Antworten und Beispielen Ihnen bei der Verschriftlichung helfen und eine große Stütze sein. An einigen Beispielen können Sie sich orientieren und mit klarem Blick so noch einfacher eine Selbsteinschätzung verfassen. 

Hier stellen wir Ihnen zwei konkrete Beispiele zur Verfügung:

Frage: Was sind meine größten Leistungen in diesem Jahr?

Antwort: In diesem Jahr konnte ich einen neuen Kunden für das Unternehmen gewinnen, was zu einem Umsatzwachstum von 20 % führte. Ich konnte auch eine neue interne Schulungsinitiative starten, die das Team in unseren Kernkompetenzen geschult hat und zu einer Verbesserung der Kundenzufriedenheit geführt hat. Darüber hinaus habe ich an mehreren Teamprojekten erfolgreich teilgenommen und konnte einen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung dieser Projekte leisten.

Frage: Wo muss ich mich verbessern, um meine Karriereziele zu erreichen?

Antwort: Ich muss meine Führungsqualitäten verbessern, um in eine Führungsposition zu gelangen. Ich arbeite daran, meine Kommunikationsfähigkeiten und mein Verständnis für die Bedürfnisse des Unternehmens zu verbessern, um effektiver nicht nur mich selbst, sondern auch andere zu führen und Mitarbeitern mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich arbeite auch daran, meine technischen Fähigkeiten zu verbessern, um die sich ständig verändernde Technologie besser zu verstehen und anzuwenden.

Fazit: Selbsteinschätzung zur beruflichen Reflexion nutzen 

Selbsteinschätzung, Selbstbewertung, Selbst-Feedback oder Self-Assessment – egal, wie Sie dieses wertvolle Konzept benennen wollen, die zahlreichen Vorteile einer so intensiven Übungen lassen sich nicht leugnen. 

Die Reflexion der eigenen Potenziale und Wünsche bringt Sie nicht nur im persönlichen Bereich voran, sondern kann vor allem im beruflichen Umfeld positiv genutzt werden. In Ihrer realistischen und ehrlichen Einschätzung, zeigen Sie, wie gut Sie sich kennen und wofür Sie stehen. Damit haben Sie das beste Werkzeug zum beruflichen Wachstum in der Hand.

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Maria Macher ist Content Managerin bei Factorial und lebt hier ihre Liebe für die deutsche Sprache und HR-Themen aus. Bereits während ihrer Studienzeit in Wien und Barcelona sammelte sie unterschiedlichste Arbeitserfahrungen: beim Early-Stage-Startup bis hin zum multinationalen Konzern. Dabei lernte sie insbesondere, was verschiedene Unternehmenskulturen ausmacht und welche Rolle die wichtigste Ressource in Unternehmen spielt: die Menschen.

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