Mobile Recruiting: Wie Sie Mitarbeiter über Smartphones gewinnen

Mobile Recruiting gewinnt immer mehr an Bedeutung. Angesichts des demografischen Wandels und technischen Fortschritts ist dies keine Überraschung. Haben Sie eine optimierte Karriereseite? Sind Ihre Stellenanzeigen für mobile Endgeräte optimiert? Bieten Sie mobile Bewerbungsprozesse an?

Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit Nein beantwortet haben, hinken Sie im Bereich Mobile Recruiting hinterher. Lesen Sie unbedingt weiter, denn wir erläutern in diesem Artikel, warum die Personalgewinnung über mobile Endgeräte immer wichtiger wird. Außerdem erfahren Sie, was der Begriff Mobile Recruiting umfasst, wie mobiles Recruiting funktioniert und welche Vor- und Nachteile es bringt.


Definition: Was ist Mobile Recruiting?

Mobile Recruiting, also die mobile Mitarbeitersuche, ist ein Instrument der HR-Abteilung und ist Teil des E-Recruiting. Der Fokus der Personalbeschaffung liegt hierbei auf der Kommunikation über mobile Endgeräte, wie Smartphones oder Tablets. Dazu gehören responsive Karriereseiten und Unternehmenswebsites, Social-Media-Auftritte, Unternehmens-Apps oder aber auch die Ansprache durch Messenger-Dienste. Mobile Mitarbeitergewinnung ermöglicht es potenziellen Bewerbern, sich mobil Informationen auf der Unternehmenswebsite einzuholen, Stellenanzeigen zu finden und Bewerbungen einfach und schnell mobil und online einzureichen – bestenfalls mit nur einem Klick.

Ziele des Mobile Recruiting

Das Ziel des Mobile Recruiting ist es, dass sich Bewerber sofort und von überall aus bewerben können. Dazu gehören die Suche nach einer geeigneten Stelle, die Informationsbeschaffung zu Unternehmen sowie das Einreichen der Bewerbung. Damit erreichen unter anderem Sie folgende Ziele:

  • Sie möchten vor allem medienaffine Bewerber erreichen (Digital Natives).
  • Sie möchten einen Erstkontakt zu Interessenten herstellen.
  • Sie müssen eine offen gewordene Stelle schnell mit einem geeigneten Kandidaten besetzen.

Die Bedeutung von Mobile Recruiting

Die Bedeutung der mobilen Personalgewinnung im digitalen Zeitalter liegt fast schon auf der Hand: Immer mehr Menschen besitzen Smartphones und nutzen Tablets. Laut einer Umfrage von Statista ist der Anteil der mobilen Internetnutzer in den letzten 5 Jahren stetig gestiegen. Waren es im Jahr noch 54 Prozent, lag der Anteil der mobilen Internetnutzer im Jahr 2019 bereits bei 74 Prozent. Immer mehr Menschen nutzen ihr Smartphone zum Surfen im Internet. Da liegt es nahe, dass Unternehmen ihre Maßnahmen zum Mobile Recruiting ausbauen. Der deutliche Anstieg der mobil surfenden Menschen zeigt, dass diese Art des Recruitings immer wichtiger wird.

Mobile Recruiting gewinnt laut einer Studie aus dem Jahr 2016 immer mehr an Bedeutung. Demnach geben über 60 Prozent der Unternehmen an, dass sie durch den Einsatz von mobilen Angeboten mehr Kandidaten schneller ansprechen können. Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels und bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften aus Generation Y und Z haben Unternehmen größere Chancen, die richtigen Kandidaten anzusprechen und für sich zu gewinnen.

mobile recruiting vor und nachteile

Daran schließt sich gleich der nächste Punkt, der für die große Bedeutung von Mobile Recruiting spricht: zielgerichtetes Employer Branding. Die mobile Mitarbeiterbeschaffung ermöglicht es Arbeitgebern, gezielt nach qualifizierten Fachkräften zu suchen und diese für sich zu gewinnen. Mit funktionierenden und ansprechenden Maßnahmen tragen Sie wesentlich zu Ihrer Arbeitgebermarke bei. Sie positionieren sich als modernes, innovatives Unternehmen, das mit der Zeit geht, sofern Ihre Maßnahmen der mobilen Personalbeschaffung funktionieren und angepasst sind.

Wie funktioniert Mobile Recruiting?

Bei der mobilen Personalgewinnung sind einige Maßnahmen besonders zu Beginn unerlässlich. Dazu zählt besonders das responsive Design verschiedener Internetauftritte, wie die Unternehmenswebsites, Karriereseiten, Stellenanzeigen und Bewerbungsformulare. Das bedeutet, dass das Design und die Funktionalität der Seite auf jedem Endgerät gegeben sein muss.

Weitere Maßnahmen können folgen:

  • Mobile Tagging, oder QR-Codes auf Stellenanzeigen und (analogen) Unternehmensauftritten: Potenzielle Bewerber können den Code mit ihrem Smartphone oder Tablet scannen und werden so auf die Unternehmenswebsite, die Karriereseite oder die entsprechende Stellenausschreibung weitergeleitet.
  • Unternehmenseigene Karriere- oder Job-Apps
  • Social Media Recruiting z.B über XING, LinkedIn, Instagram, Facebook oder Twitter
  • Ein Bewerbungsmanagement-System, welches mit den Instrumenten des Mobile Recruiting verknüpft ist und automatisch Daten der Bewerber übernimmt

10 Tipps fürs Mobile Recruiting

  1. Bieten Sie potenziellen Bewerbern die Möglichkeit, sich durch Push-Benachrichtigungen oder E-Mails über neue Stellenanzeigen informieren zu lassen.
  2. Testen Sie Ihre optimierten Seiten auf verschiedenen Displaygrößen.
  3. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Texte auch auf kleinen Bildschirmen gut lesbar sind.
  4. Gestalten Sie die Navigation in Karriere-Apps, auf Karriereseiten und Unternehmenswebsites so übersichtlich, wie möglich.
  5. Achten Sie auf ein schlichtes, nutzerfreundliches Design.
  6. Stellen Sie Videos in verschiedenen Auflösungen zur Verfügung, um auch mobilen Nutzern die Möglichkeit zu bieten, Videos von unterwegs anzuschauen.
  7. Sorgen Sie für schnelle Ladezeiten Ihrer mobilen Seiten.
  8. Achten Sie darauf, dass Informationen schnell zur Verfügung stehen und aufgenommen werden können.
  9. Haben Sie unternehmenseigene Karriere-Apps, bieten Sie einen Mehrwert, beispielsweise durch Push-Benachrichtigungen.
  10. Machen Sie auf ihre mobilen Angebote aufmerksam, beispielsweise in Jobbörsen und Newslettern.

Die Vorteile

Durch die mobile Personalgewinnung haben Unternehmen einige wesentliche Vorteile:

  • Zeitersparnis: Der Weg von der Stellenausschreibung bis zur Bewerbung ist deutlich kürzer. Potenzielle Bewerber können sich schon unterwegs in Bus, Bahn oder Flugzeug Stellenausschreibungen ansehen und sich sogar von unterwegs aus bewerben. Dadurch, dass Bewerber schneller auf Stellenanzeigen reagieren können, verkürzt sich auch die Zeit von der Stellenausschreibung bis zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters.
  • Geringer personeller Aufwand: Bei der mobilen Mitarbeiterbeschaffung sind Stellenanzeigen kürzer gestaltet und auch die Bewerbungen an sich finden ihren Weg schneller in den Posteingang der HR-Manager. Der personelle (Verwaltungs-)Aufwand für die Personalabteilung wird kleiner.
  • Überwindung geografischer Hindernisse: Da Mobile Recruiting praktisch von überall auf der Welt funktioniert, erreichen Sie potenzielle Bewerber auch im Ausland.
  • Eine höhere Bewerberreichweite: Da Bewerbungen bestenfalls mit einem einzigen Klick eingereicht werden können, entsteht Bewerbern kaum ein Arbeitsaufwand. Sie sind also eher geneigt dazu, Bewerbungen einzureichen. Zudem erreichen Sie auch die Gruppe, die am ehesten und am meisten auf mobile Endgeräte zurückgreift: Digital Natives.
  • Positive Candidate Experience: Ist der gesamte mobile Bewerbungsprozess positiv verlaufen, wirkt sich das auch positiv auf die Candidate Experience aus.

Die Nachteile

Selbstverständlich gibt es auch Gründe, die gegen Mobile Recruiting sprechen. Als Unternehmen sollten Sie diese kennen, um gegebenenfalls entgegenzuwirken:

  • Unübersichtlichkeit durch nicht responsive Unternehmens-Websites und Karriereseiten. Problematisch ist auch, wenn das digitale Einreichen von Bewerbungen nicht funktioniert oder Job-Apps fehlerhaft sind.
  • Datenschutz: Zwar schreitet die Technik und auch der Bereich des Datenschutzes immer weiter voran. Dennoch haben viele Bewerber Bedenken, wenn es um ihre Daten geht.

Verfasst von Lisa Mandelartz

Gewinnen Sie die besten Kandidaten mit dem Recruiting Tool von Factorial

 

Leave a Comment