12 essentielle Tipps für eine positive Candidate Experience

Die Candidate Experience ist im Kampf um die besten Arbeitskräfte für Unternehmen unerlässlich geworden. Jeder Kontakt zwischen dem Unternehmen und dem Bewerber zählt im Bewerbungsprozess – von der Stellenausschreibung bis hin zur Zu- oder Absage. Lange Bewerbungsprozesse, unklare Anforderungen und unzuverlässige Abmachungen hinterlassen kein positives Bild bei potenziell neuen Mitarbeitern. Stechen Sie aus der Masse der Arbeitgeber heraus und bescheren Sie neuen Talenten bereits zu Beginn eine positive Candidate Experience.

Was die Candidate Experience genau ist, warum sie so wichtig ist und wie Sie sie am besten umsetzen, erfahren Sie in diesem Artikel.


Candidate Experience Definition

Die Candidate Experience umfasst die Erfahrung, die ein Bewerber mit einem potenziellen Arbeitgeber macht. Von der Stellenausschreibung über das Bewerbungsgespräch bis hin zur Zu- oder Absage finden zahlreiche Kontaktpunkte zwischen Bewerber und Unternehmen statt, sogenannte Touchpoints. Dazu gehören auch die Karriereseite des Unternehmens, der Messekontakt und sogar das Onboarding. Diese Touchpoints, aber auch die Art der Kommunikation und die Zeitspanne von der Bewerbung bis zur Einstellung tragen zur Candidate Experience bei.

Das Ziel einer positiven Candidate Experience ist es, den Bewerber von sich zu überzeugen. Angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland müssen sich nicht mehr nur Bewerber beweisen. Auch Unternehmen müssen auf dem Arbeitsmarkt herausstechen. Die Candidate Experience erhöht Ihre Chancen, qualifizierte Fachkräfte für sich zu gewinnen.

Wieso ist die Candidate Experience so wichtig?

Erinnern Sie sich an Employer Branding? Die Candidate Experience ist Teil dessen. Sie fließt direkt in die Arbeitgebermarke und die Reputation Ihres Unternehmens ein und kann diese sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Hat ein Bewerber einen durchweg positiven Eindruck von Ihrem Unternehmen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er sie weiterempfiehlt – auch wenn er die Stelle nicht bekommen hat.

Weitere Gründe für eine gut durchdachte und positive Candidate Experience:

  • Die Chancen, dass der Bewerber die Stelle annimmt, sind höher.
  • Die Chancen, dass der Bewerber vorzeitig aus dem Bewerbungsprozess aussteigt sind geringer.
  • Bewerber empfehlen Sie weiter.
  • Die Reputation des Unternehmens und dessen Produkte bleibt positiv.

Candidate Experience Management

Das Candidate Experience Management ist Teil des HR-Management. Es liegt also besonders an den Personalexperten, dem Kandidaten eine positive erste Erfahrung mit dem Unternehmen zu gewährleisten. Schließlich beginnt vor der Einstellung eines neuen Mitarbeiters bereits die Mitarbeiterbindung, Loyalität und Zufriedenheit potenziell neuer Arbeitskräfte. Die HR-Abteilung sollte im Recruiting-Prozess besonders die Candidate Journey beachten.

Candidate Journey – die sechs Phasen

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1. Anziehung

In der Phase der Anziehung wird der Kandidat auf das Unternehmen aufmerksam. Das kann beispielsweise durch eine Stellenausschreibung, eine Recruiting-Werbung, einen Social Media Account des Unternehmens oder durch einen Stand auf einer Jobmesse sein.

2. Information

In der zweiten Phase holt sich der potenzielle Bewerber Informationen über das Unternehmen ein. Hier spielen vor allem die Webseite und Karriereseite des Unternehmens eine wichtige Rolle. Der potenzielle Bewerber muss alle Informationen schnell und mit wenigen Klicks finden können. Übersichtlichkeit, Professionalität, Einheitlichkeit und ein attraktives Gesamtbild sind das A & O. Zur Informationsphase gehören außerdem Arbeitgeberbewertungen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern und Bewerbern. Diese sollten größtenteils positiv sein.

3. Bewerbung

Überzeugen die Informationen, die sich der Kandidat eingeholt hat, folgt die Bewerbung. Wichtige Aspekte und Kontaktpunkte der Bewerbung sind:

  • die Stellenausschreibung
  • gegebenenfalls das Online-Formular und der Upload der Bewerbungsunterlagen
  • die Bestätigungsmail zum erfolgreichen Eingang der Bewerbungsunterlagen
  • die Einladung zum Bewerbungsgespräch

4. Auswahl

In der Auswahlphase kommt es zum direkten Austausch zwischen Bewerber und Unternehmen. Dazu zählen:

  • der Empfang im Unternehmen
  • Bewerbungsgespräche (oft mit unterschiedlichen Gesprächspartnern, von denen jeder gut vorbereitet sein muss)
  • Assessment Center
  • Tests und Probearbeiten
  • die Zeitspanne und der Kontakt zwischen den Gesprächen und der Zu- beziehungsweise Absage

Im Großen und Ganzen sollten Sie dem Bewerber ein positives Gefühl vermitteln und ihm zeigen, dass Sie der richtige Arbeitgeber sind. Zeigen Sie dem Kandidaten, dass sein erster Eindruck berechtigt ist, indem Sie sein erstes Bild vom Unternehmen bestätigen, sofern dieses positiv war.

5. Onboarding

Nun beginnt das Beschäftigungsverhältnis. Mit dem Onboarding haben Sie die Möglichkeit, den neuen Mitarbeiter weiterhin von sich zu begeistern und die Mitarbeiterbindung zu stärken. So stehen die Chancen gut, dass Ihnen der Mitarbeiter lange erhalten bleibt, motiviert arbeitet und gute Leistung erbringt. Ein freundlicher Umgang und eine Willkommenskultur geben dem Neuen gleich das Gefühl wertgeschätzt zu werden. Im besten Fall bestätigt sich hier der Eindruck aus dem Bewerbungsprozess.

6. Bindung

Damit sich der neue Mitarbeiter schnell in das Unternehmen integriert und den Arbeitsalltag positiv wahrnimmt, müssen sich Unternehmen mit dem erfolgreichen Ablauf des Onboardings auseinandersetzen. Fühlt sich der neue Mitarbeiter schnell unwohl, kann es passieren, dass er das Unternehmen noch in der Probezeit wieder verlässt.

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Unsere Tipps für eine gelungene Candidate Experience

Die Candidate Experience ist in vielen Unternehmen ausbaufähig. Wer die Einstellung hat, dass sich ausschließlich Bewerber anstrengen und von ihrer besten Seite zeigen müssen, vertut sich. Denn qualifizierte Fachkräfte haben immer mehr Ansprüche an ihren Arbeitgeber, denen Sie gerecht werden müssen, wenn Sie die besten Talente für sich gewinnen möchten. Damit dies gelingt haben wir Ihnen unsere besten Tipps aufgelistet:

  1. Bereiten Sie sich gut auf die Bewerbungsgespräche vor.
  2. Sprechen Sie sich untereinander ab, wenn es unterschiedliche Gesprächspartner gibt.
  3. Reagieren Sie zeitnah auf erste Kontakte, Bewerbungsschreiben, Rückfragen etc. (innerhalb weniger Tage).
  4. Gestalten Sie den schriftlichen Kontakt mit Bewerbern persönlich und individuell und verzichten Sie auf standardisierte Schreiben (ausgenommen die Bestätigungs-E-Mail zum Eingang der Bewerbungsunterlagen).
  5. Kommunizieren Sie auf Augenhöhe und zeigen Sie dem Kandidaten Ihre Wertschätzung.
  6. Bleiben Sie ehrlich und authentisch.
  7. Sorgen Sie für einen übersichtlichen und strukturierten Bewerbungsprozess.
  8. Aktualisieren und optimieren Sie Ihre Karriereseite (einfache Bedienbarkeit und Benutzerfreundlichkeit, ansprechende Bilder des Standortes, Erfahrungsberichte von Mitarbeitern, Unternehmenswerte etc.).
  9. Gestalten Sie Stellenanzeigen ansprechend und inkludieren Sie die wichtigsten Fakten (Beschreibung des Unternehmens, Berufsbezeichnung, Tätigkeitsbeschreibung, persönliche und fachliche Anforderungen, Benefits, Kontaktperson und Kontaktdaten).
  10. Bleiben Sie auch mit Bewerbern in Kontakt, die eine Absage erhalten haben (Stichwort: Talent Pool).
  11. Erklären Sie den Ablauf des Bewerbungsprozesses.
  12. Behandeln Sie Bewerber wie Sie Kunden behandeln würden.

Was Unternehmen unbedingt vermeiden sollten

Der erste Eindruck zählt. Daher ist eine gute Vorbereitung und eine gelungene Candidate Experience von essenzieller Bedeutung im Recruiting-Prozess. Wer hier schon ein schlechtes Bild abgibt, hat schlechte Chancen im Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte. Vermeiden Sie deshalb diese No-Gos:

  • Langwierige und einseitige Bewerbungsprozesse mit zu vielen, unübersichtlichen Schritten
  • Standardisierte Antworten und Alltagsfloskeln
  • Verspätete oder gar keine Rückmeldungen nach dem Gespräch (sogenanntes „ghosting“)
  • Ausschweifende Stellenanzeigen mit zu viel Text
  • Vorgaukeln von Unternehmenswerten und Unternehmenskultur, die nicht gelebt wird
  • Kurzfristige Terminänderungen
  • Nichteinhalten von Absprachen und falsche Versprechungen (Versprechen, wie “wir geben Ihnen bis kommenden Mittwoch eine Rückmeldung” sollten eingehalten werden)
  • Unpünktlichkeit und lange Wartezeiten
  • Keine oder unehrliche Begründungen im Falle einer Absage
  • Fehlende Willkommenskultur (der Kandidat wird nicht empfangen, ihm werden keine Getränke angeboten etc.)
  • Mangelnde Vorbereitung
  • Bewerbungsgespräche mit Verhör-Charakter
  • Nicht zeitgemäße Bewerbungsprozesse (z.B. Bewerbungen über den Postweg)

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