Die Anforderungen im Berufsleben nehmen ständig zu – sowohl für Führungskräfte als auch für ihre Mitarbeitenden. Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Wenn die geschäftliche E-Mail die Angestellte sogar auf dem heimischen Laptop erreicht oder der Chef kurzerhand das Smartphone nach Feierabend klingeln lässt, sollte der Fokus im Unternehmen stärker auf Führungsqualitäten und dem Umgang im Team gelegt werden. Umso wichtiger ist es für Führungskräfte, bewusst und achtsam zu handeln. Genau hier setzt Mindful Leadership an.
Erfahren Sie, was dahintersteckt und wie es den Arbeitsalltag positiv beeinflussen kann.
Key Facts
- Unter Mindful Leadership versteht man die Eigenschaft von Führungskräften, ihre eigene Führung ganz bewusst, achtsam und reflektiert auszuüben.
- Das Prinzip von Leadership and Mindfulness ist weder eine direkte Führungstechnik noch ein Führungsstil, sondern vielmehr eine Geisteshaltung und Grundeinstellung, die die Art der Führung beeinflusst.
- Beim Conscious Leadership geht es nicht nur um „Nettigkeiten“. Eine achtsame Führung korreliert mit einer höheren Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden und führt so zu einer verbesserten Produktivität.
- Mindful Leadership: Was ist das eigentlich?
- Warum Mindful Leadership – Was bezweckt die Achtsamkeit der Führungskräfte?
- Conscious Leadership hat positive Effekte
- Moderne Führung: 10 Tipps für Mindful Leader
Mindful Leadership: Was ist das eigentlich?
Der englische Begriff „mindful“ lässt sich im Deutschen am besten mit „achtsam“ übersetzen. Genau das ist auch mit dieser modernen Führung gemeint – Führungskräfte gehen reflektierter, achtsamer und bewusster am Arbeitsplatz vor. Das hat zweierlei Auswirkungen: einerseits auf die Führungskraft selbst, stärker aber noch auf das ihr unterstellte Team.
Die Gallup-Studie 2024 hat ergeben, dass starke Führungskräfte, die eine positive Arbeitsatmosphäre schaffen, ein doppelt so hohes Mitarbeiterengagement erreichen. Nach einer Arbeitszufriedenheitsstudie von AVANTGARDE Experts sind es vor allem Empathie und Offenheit, was sich die Mitarbeitenden von einer Leitungsperson wünschen.
Warum Mindful Leadership – Was bezweckt die Achtsamkeit der Führungskräfte?
Eine achtsame und bewusste Führungskraft schafft ein verbessertes Arbeitsklima. Das liegt auf der Hand und wird deutlich, indem einfach ein Vergleich mit dem direkten Gegenteil von Mindful Leadership gezogen wird: Arbeitnehmende fühlen sich natürlich nicht wohl, wenn sie von Vorgesetzten angeschrien, unter unnötigen Stress gesetzt oder schlicht und ergreifend „klein gemacht“ werden. Niemand arbeitet gern in einer Arbeitsatmosphäre, die für das eigene Nervengerüst eine dauerhafte Belastung ist – und kein Mitarbeitender wird gern von einer Person geführt, die sich aggressiv, ungehobelt, jähzornig oder herrschend zeigt.
Leadership and Mindfulness wird im Deutschen deshalb oft als achtsame und bewusste Mitarbeiterführung bezeichnet. Die Führungskraft ist sich im Klaren darüber, was sie für eine Verantwortung trägt und dass sie selbst maßgeblich dazu beiträgt, wie wohl oder unwohl sich Arbeitnehmende in ihrem Arbeitsumfeld fühlen. Diese Erkenntnis ist nichts Neues: Schon seit Jahrzehnten wird intensiv mit Bezug auf die Achtsamkeit der Führungskräfte geforscht – durchweg mit Ergebnissen, die bestätigen, dass Mindful Leadership produktivitätssteigernde und damit wirtschaftlich positive Effekte generieren kann.
Generationsbedingt hat sich über die letzten Jahrzehnte ebenfalls viel getan: War das in Hollywood-Streifen gezeichnete Portrait von großen Unternehmen zwischen den 80er- und 00er-Jahren noch geprägt von vermeintlich „starken“ Führungskräften, die allen voran mit Druck, Ruppigkeit und Aggression zu Werke gingen (auch weil die Realität oft nicht viel anders aussah), ist in der modernen Arbeitswelt dafür kaum noch Platz. Heute wählen viele Fachkräfte ihr künftiges Unternehmen nach ethischen, gesellschaftlichen, umwelttechnischen und moralischen Aspekten. Genauso wird speziell in der jungen Fachkräfte-Generation zunehmend weniger Toleranz für die damalige Gangart solcher „Terror-Führungskräfte“ gezeigt.
Conscious Leadership hat positive Effekte
Durch eine achtsame Führung, auch Conscious Leadership, ändern sich grundsätzlich die Rahmenbedingungen. Das kann eine Reihe positiver Effekte mit sich bringen – für das Unternehmen, die Führungskräfte und das gesamte Team.
Für das Unternehmen:
- Höhere Produktivität durch effektivere Führungsarbeit
- Gesteigerte Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit
- Verringerung krankheitsbedingter Fehltage
- Qualitativ hochwertige Projektarbeit durch vernetztes, proaktives Handeln
- Stärkere Mitarbeiterbindung und geringere Fluktuation
- Verbessertes Betriebsklima und höhere Arbeitsidentifikation
- Imageverbesserung
Für Führungskräfte:
- Verbesserte Konzentrationsfähigkeit und Kreativität
- Entwicklung nachhaltiger Stressbewältigungsstrategien
- Erhöhte Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Ausbau wichtiger Führungskompetenzen wie emotionale Intelligenz und Entscheidungsfähigkeit
- Gesteigerte Empathie und Netzwerk-Kompetenz
- Flexiblerer Umgang mit neuen Herausforderungen und erhöhte Change-Kompetenz
Für’s Team:
- Schaffung einer positiven und unterstützenden Arbeitsumgebung
- Förderung des Wohlbefindens und der Leistung der Mitarbeitenden
- Anerkennung der Vielfalt und Einzigartigkeit jedes Einzelnen
Durch Mindful Leadership reduzieren Führungskräfte ihr eigenes und das Stresslevel der Mitarbeitenden. Ganz verhindern lassen sich Stress und Hektik, zumindest sporadisch, am Arbeitsplatz natürlich nicht. Das ist auch okay so. Derartige Phasen sind zu erwarten, sollten aber möglichst kurzzeitig und selten auftreten. Niemand arbeitet unter dauerhaftem Stress hoch konzentriert und produktiv, vor allem nicht über längere Zeit. Eine achtsame Führung reduziert daher nicht nur das Risiko von Stress, sondern kann in unweigerlich stressigen Phasen zugleich für einen souveränen Umgang damit sorgen.
Moderne Führung: 10 Tipps für Mindful Leader
Beim Mindful Leadership spielen Kommunikation, Selbstreflexion und eine wertschätzende Haltung eine zentrale Rolle. Achtsamkeit in die Führungsweise zu integrieren, kann also sowohl die eigene Leistungsfähigkeit als auch die Zufriedenheit des Teams steigern.
- Machen Sie tägliche Achtsamkeitsübungen (z. B. Meditation oder Atemübungen)
- Üben Sie aktives Zuhören ohne voreilige Schlüsse oder Unterbrechungen
- Stellen Sie offene Fragen und zeigen Sie echtes Interesse an den Anliegen Ihrer Mitarbeitenden
- Kommunizieren Sie klar und zeitnah Lob für gute Arbeit
- Stärken Sie Ihre Selbstreflexion und Empathie
- Definieren Sie klare Strategien und Visionen für Ihr Team
- Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und treffen Sie bewusste Entscheidungen
- Leben Sie die Liebe zur Arbeit und zum Unternehmen vor
- Fördern Sie Vertrauen, indem Sie Verantwortung übertragen
- Schaffen Sie eine positive Fehlerkultur
Achtsame Führung kann viele Vorteile erzielen. Gleichermaßen sollten Führungskräfte nicht den Fehler machen und Achtsamkeit „von oben“ an Mitarbeitende diktieren und diese dann ständig kontrollieren – das artet eher in noch mehr Stress aus. Mindfulness funktioniert am besten, wenn Sie sie mit positivem Vorbild selbst vorleben und damit andere inspirieren.
Factorial kann als Grundlage für Mindful Leadership dienen: Sowohl Mitarbeitende als auch Führungskräfte profitieren von den digitalen Lösungen der All-in-One-Software, zum Beispiel in Form von Mitarbeiterumfragen und Feedback-Bögen mit 360-Grad-Feedback. Die anschließende übersichtliche Darstellung kann nach einer Auswertung weitere Optimierungspotenziale liefern. Außerdem helfen Performance-Management-Tools dabei, mögliche Schwachstellen zu identifizieren – danach können diese, unter der Prämisse einer achtsamen Führung, gezielt angegangen werden.